Laura Jane Williams – Dein Lächeln um halb acht

Posted on 26. September 2020 by Dörte

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Print: 02.06.20 | 336 Seiten | Knaur. | Autorin
Hörbuch:  01.05.2020 | 9 Std 41 min | Argon | gelesen von: Nora Jokhosha und Sven Macht

Was wäre, wenn du die Liebe deines Lebens jeden Morgen knapp verpasst?
Normalerweise nimmt die Londonerin Nadia die 7:30-U-Bahn – es sei denn, sie verschläft oder übernachtet bei ihrer Freundin Emma oder es kommt eben sonst irgendetwas dazwischen. Schließlich ahnt Nadia nicht, dass Daniel jeden Morgen auf sie wartet, seit er sie in einem mit Kaffee bespritzten Kleid gesehen und sich nicht getraut hat, sie anzusprechen. Dann entdeckt Nadia eines Tages eine Anzeige in der Zeitung: »An die hinreißende Frau mit den Kaffee-Flecken auf dem Kleid: Ich bin der Typ, der immer in der Nähe der Tür steht und darauf hofft, dich wiederzusehen. Lust auf einen Drink?«
Nach einer schweren Enttäuschung glaubt Nadia nicht mehr so recht an die Liebe, trotzdem stimmt sie nach einigem Zögern einem Treffen in einer Bar zu. Doch kurz bevor sie eintrifft, wird Daniel zu einem familiären Notfall gerufen …

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Vielen Dank an den Knaur.Verlag für dieses Leseexemplar!

 

 

 

„[…] Die Liebe macht uns alle zu Narren!“

 

Wo ist nur die tolle Liebesgeschichte, die der Klappentext erahnen lässt? Jetzt im Nachhinein stelle ich mir diese Frage immer noch, dabei habe ich mich jetzt nach langer Zeit fertig durch diesen wirklich langweiligen Roman durchgequält und müsste es eigentlich wissen. Dabei fängt auf den ersten Seiten alles noch ganz ansprechend an. Ich habe Nadia kennengelernt und fand ihre Art an sich erstmal toll. Die ersten Zeilen waren auch noch ganz witzig. Der Plot interessierte mich ebenfalls brennend. Doch schon nach wenigen Kapiteln kam die Ernüchterung: Die Figuren hatten nicht wirklich Farbe, sie schwebten wie leblose Hüllen durch den Roman. Da war weder Gefühl, noch Charakter, noch irgendetwas anderes, womit ich mich irgendwie identifizieren konnte. Allgemein wird die Geschichte irgendwie teilnahmslos von einem auktorialen Erzähler erzählt und zieht sich wie Kaugummi. Weder Nadia, noch Daniel waren mir nahe, ganz egal, ob ich die Zeilen gelesen, oder das Hörbuch weiter gehört hatte. Ich wurde zu keiner Zeit warm mit den Protagonisten und auch nicht mit der Geschichte. Die Idee hinter diesem Roman gefällt mir richtig gut. Verpasste Chancen und letztendlich die große Liebe finden? Super! Das ist genau das, was ich gerne lese. Viel Gefühl, und dazu auch noch ein tolles Setting, so dass man vielleicht sogar ein bisschen Fernweh bekommt. In „Dein Lächeln um halb acht“ schien ich genau das bekommen zu können, doch ich wartete vergebens drauf.

Daniel wollte, was seine Mum und sein Dad gehabt hatten. Er wollte es so unbedingt. Und nicht einfach mit irgendeiner. Er wollte die Liebe seines Lebens.

Ich kann bis jetzt nicht sagen, was mir mit diesem Roman gesagt werden sollte. Der Plot gerät mehr und mehr in den Hintergrund, von irgendwelchen Partys, an denen Nadia und ihre beste Freundin Emma teilnahmen, Treffen, in denen inhaltslose Gespräche geführt wurden und vieles, was ich gar nicht mal benennen kann, weil es gar nicht erst in meinem Kopf hängen bliebt, da es so irrelevant gewesen ist.
Zu den Gesprächen muss ich noch sagen, dass die Sprache der Protagonisten und Nebenfiguren für mich zu viele Kraftausdrücke beinhaltete, was für mich anstrengend zu lesen war. Letztendlich habe ich eher gedacht, ich hätte es mit einer Horde Teenager zu tun und nicht mit Anfang Dreißigern. Neben den nicht vorhandenen Emotionen, hat mir das Tempo ebenso gefehlt, wie die Spannung. Letzteres sollte durch die zufälligen „Fast-Treffen“ der Protagonisten wohl erzeugt werden, was bei mir jedoch nicht funktioniert hat. Ich war nur froh, als ich die letzte Seite, das letzte Wort endlich gelesen hatte und dem ein Ende machen konnte.
Zumindest etwas Positives habe ich allerdings doch noch zu berichten, wenngleich dies auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist: Ich mag es, dass die Protagonisten abwechselnd berichten, dass ich mich dennoch mit keinen von beiden identifizieren konnte, und ich sie trotzdem viel zu blass fand, sei mal dahingestellt. Gut sind auch die Sprecher Nora Jokhosha und Sven Macht die diesem trostlosen Unterfangen zumindest ein klitzekleines bisschen Leben eingehaucht haben. Zu schade, dass dies die Geschichte nicht auch ohne sie geschafft hat.

„Süße, Heilen verläuft nicht linear. […] Ich kann dir versichern: Keine von uns vermasselt es so, wie wir glauben.“

Tolle Idee, bezauberndes Cover. Damit lässt sich eigentlich einiges anfangen, was der Autorin jedoch leider nicht gelungen ist. Der gute Plot wurde schlecht umgesetzt. Er verliert sich in einer schier endlos langweiligen Geschichte mit leblosen Charakteren. Frei von Gefühlen, ohne Spannung, und ohne Tempo wurde ich mit diesem Roman leider zu keiner Zeit warm. Hätte ich ihn nicht im Zuge einer Challenge                                                  gelesen, hätte ich ihn zweifellos abgebrochen.

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Weitere Rezension: Sommerleses Bücherkiste

 

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