Linda Castillo – Quälender Hass

Posted on 12. September 2020 by Dörte

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Kate Burkholder #11 | Original: Shamed
Print: 29.07.20 | 352 Seiten | Fischer | Autorin
Hörbuch:  29.07.2020 | 9 Std 31 min | Argon | gelesen von: Tanja Geke

Das friedliche Städtchen Painters Mill wird zutiefst erschüttert, als eine amische Großmutter auf einer verlassenen Farm brutal ermordet und ihre siebenjährige Enkelin entführt wird. Kate Burkholder versucht mit allen Mitteln, das Kind zu finden. Die Familie lebt in einer ultra-konservativen amischen Siedlung am Fluss, sie ist äußerst hilfsbereit, doch Kate merkt schnell, dass sie etwas verschweigen. Aber warum? Als sie die fürchterliche Wahrheit schließlich aufdeckt, zweifelt sie an ihrem eigenen Glauben, an den Amischen, an der ganzen Welt.

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Ein wirklich erschreckendes Szenario betritt man, sobald man den neuen Burkholder aufgeschlagen hat. In der vermeindlichen Idylle von Painters Mill, wird eine 60 Jährige Großmutter brutal zur Strecke gebracht. Als wäre dies nicht schon grausam genug, verschwindet in diesem Zuge auch noch die sieben Jährige Enkelin spurlos. Schnell ist klar, dass das kleine Mädchen wohl vom Täter entführt wurde. Kate macht sich also in ihrem nunmehr elften Fall daran, den Mord aufzuklären und gleichermaßen das Kind wieder zu finden.
In gewohnter Manier spricht Kate selbst zum Leser. Die geschriebene Ich-Perspektive finde ich einfach immer perfekt gewählt, weil so viel mehr von Kates Emotionen bei mir ankommt. Ihre Entwicklung ist gigantisch. Besonders hervorzuheben ist, dass sie nicht mehr blindlings irgendwo reinläuft, sondern erstmal nachdenkt und gegebenenfalls auch Verstärkung anfordert. Es spricht für Linda Castillo, dass ich grundsätzlich schon beim ersten Satz in Painters Mill angekommen bin. Ich fühle mich dort schon wie zu Hause, begleite ich die Protagonistin nun doch schon seit ihrem Fall. Ihr Team ist natürlich auch wieder mit von der Partie. Wobei sich eine Position verändert hat, welche verrate ich natürlich nicht. Nur so viel: Ich mag die Veränderung sehr.
Dies ist allerdings auch die einzige Veränderung, was ich aber nicht als negativ empfinde. Im Vorfeld weiß ich immer schon genau, was mich erwarten wird. Aus diesem Grund kaufe ich die neuen „Amisch Bücher“ von Linda Castillo auch blind. Ich brauche keinen Klappentext mehr lesen. Es reicht völlig zu wissen, das es etwas Neues gibt, um den neuen Thriller zu kaufen.

Welches Geheimnis ist es Wert, das Leben des eigenen Kindes zu gefährden?

So verhält es sich auch in „Quälender Hass“. Ich habe Spannung erwartet und habe mehr als nur ein bisschen davon bekommen. Zusätzlich dazu überlegt man mit, wie sich alles ereignet haben könnte und was der Grund für diese schreckliche Tat war. Hier ist mein einziger Kritikpunkt, den ich aussprechen muss: Ich fand es etwas vorhersehbar. Schon sehr früh kam ich dahinter, warum es passierte, die genauen Hintergründe waren dann allerdings doch etwas überraschend. Einige Stellen wirkten auf mich etwas unlogisch. Auf eine davon möchte ich mal vage eingehen: Kate sieht den Täter und verfolgt ihn. Sie brüllt die ganze Zeit nur, dass er stehen bleiben soll, macht aber nichts anders. Er entkommt – natürlich. Bei Kates Erfahrung kann ich mir nicht vorstellen, dass sie ihn hätte einfach so entkommen lassen. Das fand ich etwas seltsam. Aber natürlich ist das eher ein Jammern auf hohem Niveau, denn davon abgesehen ist „Quälender Hass“ eben ein typischer Castillo: Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, temporeich und auch überraschend. Wenngleich letzteres nicht mehr ganz so sehr, wie noch am Anfang der Reihe. Ich kenne den Stil eben mittlerweile und finde es daher auch nicht ganz so schlimm. Ich mag die Geschichten eben und ich habe alle Figuren total in mein Herz geschlossen. Apropos Herz: Tomasetti spielt dieses Mal nur eine kleine Rolle, was ich auch mal ganz erfrischend fand. Nicht, dass ich es nicht mag, wenn auf die Beziehung der zwei eingegangen wird, aber etwas mehr Thriller und dafür weniger Beziehung, fand ich auch mal echt toll.

Er wusste, dass Gott immer zuhörte, aber manchmal waren seine Wege rätselhaft.

„Quälender Hass“ ist ein gewohnt solider, spannender sowie temporeicher Thriller aus der Feder von Linda Castillo. Ihr nunmehr elfter Teil der Kate Burkholder Reihe zeigt Taten auf, die wirklich grausam sind. Ich bekomme immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an den Hintergrund dieser Geschichte denke. Trotz einiger Vorhersehbarkeit habe ich mich wieder sehr wohl in Painters Mill gefühlt.

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Weitere Rezension: Blackfairys Bücher
Kate Burkholder| Fall elf

Die Reihe: Die Zahlen der Toten | Blutige Stille | Wenn die Nacht verstummt | Tödliche Wut | Teuflisches Spiel | Mörderische Angst | Grausame Nacht | Böse Seelen | Ewige Schuld | Brennendes Grab | Quälender Hass

 

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