Emma Scott – Never Doubt

Posted on 11. September 2020 by Dörte

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Original: In Harmony
| 28.07.20 | 496 Seiten | Lyx | Autorin

Für das, was vor einem Jahr geschah, hat Willow keine Worte. Erst als sie die Rolle der Ophelia am städtischen Theater bekommt, sieht sie eine Chance, ihren Schmerz mit den Zeilen Shakespeares in die Welt zu schreien. Ihr Hamlet ist Isaac Pearce, der Bad Boy der Stadt. Instinktiv versteht Isaac ihren Hilferuf, und mit jeder Konfrontation der tragischen Liebenden auf der Bühne kommen Willow und Isaac sich näher. Doch um wieder wirklich zu leben, muss Willow ihre eigene Stimme finden …

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„Zweifel nicht…“

 

Emma Scott schafft es immer wieder mich zu berühren. So war es für mich auch sonnenklar, dass „Never Doubt“ bei mir einziehen musste. Ohne überhaupt den Klappentext gelesen zu haben, bestellte ich es vor, damit ich gleich am Erscheinungstag in ihrer neuen Geschichte versinken konnte. Zu Beginn lernen wir die Protagonisten kennen. Mit jeder Seite werden die Figuren ein bisschen bunter, ein bisschen lebhafter. Bis man irgendwann selbst ihren Platz eingenommen hat.
Besonders Willow hat mich absolut ins Herz getroffen. Ihre Geschichte, ihr Erlebtes hat mich sehr getroffen. Dass sie schließlich nach Harmony umzieht ist ihr Glück, nicht nur weil sie dort auf Isaac  trifft, sondern auch, um ein Stück weit zu heilen. Sie möchte ihre Stimme wiederfinden. Sie möchte den Schmerz hinter sich lassen.
Wer die Bücher von Emma Scott kennt weiß, dass man nicht anders kann, als emotional in die Geschichte eingezogen zu werden. Egal, wie man sich wehrt, man ist mitten drin und erlebt alles mit den Protagonisten mit. Bei „Never Doubt“ hat es bei mir allerdings ein bisschen gedauert, bis es soweit war.  Was am Theaterstück lag. Es kam mir vor, als würde dadurch die Geschichte ins Stocken geraten und mir nicht die Möglichkeit geben so tief reinzukommen, wie ich es eigentlich von der Autorin gewohnt bin. Ich schwamm mehr an der Oberfläche, der Sog, den ich gewohnt bin, kam erst später. Doch dann mit aller Macht. So stark, dass ich drohte, zu ertrinken.
Ab einem gewissen Punkt war die Spannung so hoch, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe, bis ich endlich weiter lesen konnte. Auch das hohe Tempo tat hierzu sein Übriges.

„Angst zu haben ist etwas Gutes“ […] „So weiß man, dass es einem wichtig ist.“

Es ist der Wahnsinn, wie es die Autorin immer wieder schafft, den Leser in Sicherheit zu wiegen, um ihn dann aber letztendlich doch das Herz aus der Brust zu reißen. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr entziehen und habe einfach geweint. Ich habe um Willow geweint, die mir so Leid tat, nicht nur wegen ihrer Vergangenheit, sondern auch wegen ihrer Eltern, die sie nicht zu verstehen scheinen. Sie haben andere Ansichten, denn ihr Ansehen steht ihnen im Vordergrund, alles andere kommt erst danach. Schließlich habe ich auch mit Isaac geweint. Der junge Mann, der so viel auf seinen Schultern trägt, aber ebenso missverstanden und vorverurteilt wird. Wie sie sich finden und wie sie einander näher kommen, hat Emma Scott sehr gefühlvoll, keinesfalls kitschig und absolut realitätsnah beschrieben. Ich konnte ihre Beziehung vom ersten Ton, bis zur finalen Melodie verfolgen und nachvollziehen. Ganz besonders im Theaterstück habe ich mit meinen Emotionen kämpfen müssen. Ich habe die Protagonisten vor Augen gehabt. Ich war der Zuschauer, der diese brillante Stück gesehen hat. Den Schmerz fühlte ich ebenso, wie die Liebe, die die beide austrahlten. Und am Ende wurde ich erneut zerstört.
Diese emotionale Achterbahnfahrt, die mir Emma Scott stets beschert, ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer für mich. Ich warte regelrecht drauf, wann sie mich packt und in die Tiefe reißt, um mich am Ende aber dann doch wieder zusammen zu flicken. 

Reden ist manchmal wie einen Felsen den Abhang hinunter zu rollen. Zuerst scheint es unmöglich ihn von der Stelle zu kriegen, aber sobald er sich einmal bewegt, wird es immer leichter.

„Never Doubt“ braucht eine Weile, um in die Gänge zu kommen, doch dann kann man sich nicht mehr entziehen. Die Beziehung der Protagonisten ist absolut nachvollziehbar und auch alles andere könnte genau so passieren. Die wichtigen Themen, die Emma Scott hier zur Sprache bringt, haben mich mit aller Macht getroffen. Dazu punktet dieser Roman mit einem hohen Tempo und einer großen Spannung. Ein                                            erneutes Highlight aus der Feder Emma Scotts.

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Weitere Rezension: Annas Bookplanet

 

Lesetipp: The light in us

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