Ava Reed – Truly

Posted on 16. Juni 2020 by Dörte

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27.05.20 | 384 Seiten | Lyx | Autorin

Kein Job, keine Wohnung, kein Geld – so kommt Andie nach Seattle. Hier will sie sich ihren Traum erfüllen und endlich zusammen mit ihrer besten Freundin an der Harbor Hill University studieren. Während Andie darum kämpft, das Chaos in ihrem Leben in den Griff zu bekommen, trifft sie auf Cooper, der sie mit seiner schweigsamen Art gleichermaßen anzieht wie verwirrt. Und obwohl Andie genug Sorgen hat, lässt er sie einfach nicht los. Sie will wissen, wer Cooper wirklich ist. Aber sie merkt schnell, dass manche Geheimnisse tiefere Wunden hinterlassen als andere …

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„Ängst muss man nicht verstehen, sie kommen und gehen. […]“

 

Ich liebe die Jugendbücher von Ava Reed und habe eine Schwäche für New Adult. Diese Verbindung ist also sehr vielversprechend für mich und natürlich musste „Truly“ demnach auch am Erscheinungstag bei mir einziehen. Ich machte mich gleich über die ersten Seiten her und fühlte mich wohl. Klar, es ist nichts Neues, dass die Protagonistin einen Schicksalsschlag erleiden musste und am Studieren ist. Mit dieser Thematik bin ich mehr als vertraut. Was die Autorin aus diesem doch sehr beliebten Grundgerüst macht ist genau das, was mich interessiert.
Andie war mir gleich sympathisch. Sie ist ein bisschen chaotisch, aber absolut liebenswert. Wen ich ziemlich suspekt und drüber fand, war ihre beste Freundin June. Sie ist mir von allem zuviel. Zu laut, zu schräg, zu temperamentvoll, etc. Aber hier sollte es ja um Andie gehen, so versuchte ich ihre beste Freundin in den Schatten zu rücken. Dies erwies sich als nicht so leicht, denn natürlich taucht sie immer wieder an der Seite der Protagonistin auf und auch die Tatsache, dass sich Andies Chef sehr für die junge Frau interessiert, bringt sie wieder ein Stückchen mehr auf die Bühne. Im Laufe des Buches nahm mir die Geschichte um June und Mason viel zu viel Platz ein. Ich verstand eher, die Anziehungskraft zwischen den beiden, als zwischen Cooper und Andie, die hier doch eigentlich die erste Geige spielen sollten und Juli und Mason in „Madly“, der Fortsetzung, die Ende September diesen Jahres erscheinen wird.

„Glücklich sein und Gesundheit. Diese beiden Dinge sollten wir den Menschen, die wir lieben, wünschen.“

Die Protagonisten erzählen ihre Geschichte abwechselnd aus ihrer Sicht, was mir sehr gut gefallen hat. Emotionen kamen so vereinzelt bei mir an. Wirklich verstanden, warum sie sich so schnell ineinander verliebten, habe ich jedoch nicht. Klar, dass eine gewisse Anziehungskraft herrschen kann verstehe ich vollkommen. Sich allerdings so holterdiepolter ineinander zu verlieben, fand ich absolut unschlüssig. Besonders, weil die zwei vielleicht so richtige drei Sätze miteinander gesprochen haben und schon sehen sie rosarote Wolken. Das gefiel mir leider nicht so gut. An dieser Stelle muss ich bedauerlicherweise wieder anmerken, dass ich da die Emotionen von den eigentlichen Nebenfiguren Mason und June besser verstehen und nachempfinden konnte. Sie erschienen mir schlüssiger und realer.
An Spannung mangelt es „Truly“ zu Beginn überhaupt nicht. Ich wollte wissen, was mit Cooper passiert ist, dass er jetzt so zurückhaltend ist. Show don´t tell hat Ava Reed wirklich perfekt drauf. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Ständig habe ich mich gefragt, was denn nur geschehen ist. Besonders, als die Sprache auf eine gewisse „Zoey“ kam. Wer ist das nur und in welcher Verbindung steht sie zu Cooper? Wird sie vielleicht zwischen dem Liebespaar stehen?

Gibt es ein zu sehr, wenn man trauert? Und wenn ja, wer entscheidet das? Wer hat das Recht dazu?

Ich hatte schon so eine Vermutung, aber dringend gehofft, ich möge mich täuschen. Erst neulich habe ich ein Buch gelesen, in denen der Protagonist genau dasselbe „Problem“, wie Cooper hat und das fand ich schade. Erstmal, weil es nichts Neues war und auch, weil ich ihn in diesem Zusammenhang nicht verstehen konnte. Deshalb zieht er sich zurück und will sich auf keine Beziehung einlassen? Für mich unverständlich. Zum Glück ist Ava Reed aber nicht auf den „Klischee-Zug“ aufgesprungen, wie es in dem anderen Buch der Fall war. Das hat mir so gar nicht gefallen. „Truly“ konnte mich dahingehend schon mehr überzeugen.
Auch wie die Autorin das Ende gezaubert hat, hat mir gefallen. Ich frage mich ständig, warum immer gleich geheiratet und eine Familie gegründet wird. Und die Kinder heißen dann, wie die/der verstorbene Mutter/verstorbener Vater. Glücklicherweise findet Ava Reed hier ein anderes Ende für Cooper und Andie und hat mich damit auch wieder versöhnt.

„Möchtest du hierbleiben, weil es einfacher ist, oder weil es für dich richtig ist? Das ist ein Unterschied. Das Eine kann dich weiterbringen, das andere bereust du irgendwann vielleicht.“

Die Idee ist gut, der Schreibstil wie gewohnt toll. Und doch haben mich Andie und Cooper nicht so berühren können, wie ich gehofft habe. Mason und Juni haben in „Truly“ viel zu viel Platz eingenommen und waren mir näher als die Hauptfiguren, obwohl sie nur die Nebenrolle spielen. Zudem konnte ich viele Dinge auch nicht nachvollziehen. Zuerst das „Verlieben“ der Protagonisten an sich und dann, warum Cooper sich nicht binden möchte, kann, oder wie auch immer. Ich hatte mir mehr erhofft und wurde leider enttäuscht.

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Die Reihe: Truly | Madly (ET. 30.09.2020) | Deeply (ET. 27.01.2021)

 

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