Zoje Stage – Unschuldsengel

Posted on 9. Juni 2020 by Dörte

=======================================================

Original: Baby Teeth
01.10.19 | 448 Seiten | Knaur.| Autorin

In den Augen ihres Vaters Alex ist die achtjährige Hanna ein süßer Engel, der keiner Seele etwas zuleide tun würde. Doch in Mutter Suzette wächst die Sorge: Hanna spricht kein Wort und verhält sich immer aggressiver, vor allem ihr gegenüber. Eines Tages hält Suzette statt der erwarteten Hausaufgaben plötzlich Hass-Briefe in der Hand. Verstört flüchtet sie ins Badezimmer. Bis es an der Tür klopft, wieder und wieder. Als Suzette endlich öffnet, steht ihr kleines Mädchen im Türrahmen. Nur das Weiße ihrer Augen ist zu sehen, und sie spricht die ersten Worte ihres Lebens: »Ich bin nicht Hanna … «

=============================================

 

 

 

Hannah sprach ihre Worte nicht aus, weil sie ihr Macht verliehen.

 

 

Als Horrorthriller wird dieses Buch angepriesen, doch davon habe ich nichts bemerkt. Schon, die ersten Seiten waren ziemlich vielversprechend, weil ich darauf hingefiebert habe, wie sich wohl alles entwickeln wird, doch das große Feuer, was ich erwartet habe, blieb aus. Zuerst ist da Suzette. Sie ist krank und diese Tatsache wird zig Mal im Buch erwähnt. Sie leidet an einer Darmerkrankung, die sie schon ziemlich oft ins Krankenhaus befördert und zig Operationen beschert hat. Auf den ersten Seiten leidet man noch mit der Protagonistin, aber je mehr man voranschreitet und je öfter man gelesen hat, dass sie eben eine Darmerkrankung hat, umso nerviger wurde es. Ihr Mann Alex war mir auch nicht sonderlich sympathisch. Er hat eine rosarote Brille auf und sieht in seiner Tochter den Engel schlechthin. Was das Mädchen allerdings für grausame Dinge anstellt, will er einfach nicht einsehen. Ich kann es mir bei aller Liebe absolut nicht erklären, wie man in einer funktionierenden Partnerschaft die Worte seines Partners, seiner Partnerin, wenn es um die Kinder geht (und nicht nur dort) anzweifelt. Alex glaubt seiner Frau schlicht nicht. Dabei ist es auch völlig egal, worum es geht. Hannah ist seine Prinzessin. Er hat sie auf ein Podest gestellt und dort einbetoniert.
Wenn ich an Hannah denke, bekomme ich das kalte Grausen. Ich habe in meinem Leben noch nie ein solch boshaftiges Kind erlebt. Wobei ich die Tatsache, dass sie erst sieben Jahre alt ist, arg übertrieben finde.

Worte waren unzuverlässig. Sie waren keine Freunde.

Ich habe mich oft gefragt, wie es sein kann, dass eine siebenjährige solche Dinge denkt und solche Handlungen verübt. Das war mir leider alles viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Bedauerlicherweise ziehen sich meine negativen Aspekte durch die gesamte Rezension. Ich kann dem Buch leider absolut nichts Positives abgewinnen. Selbst an Spannung mangelt es dem „Thriller“ und wenn ich es nicht im Zuge einer Challenge gelesen hätte, hätte ich es sicherlich schon nach der Hälfte an die Wand geworfen. Es klingt alles so konstruiert, so gewollt, aber nicht gekonnt. Was die Mutter alles durchstehen muss, was sich Hannah alles ausdenkt, das ist einfach viel zu viel. In meinen Augen ist da nichts, was mich geflashed hat, was mir eine Gänsehaut beschert hat. Das Einzige, was mir passierte ist, dass ich mich gefragt habe, wann es denn nun gruselig wird. Von Grusel und Nervenkitzel war rein gar nichts in diesem Roman vorhanden. Er besticht leider durch absolute Absurdität. Und das, obwohl der Plot wirklich Potenzial hatte. Die Umsetzung ist allerdings absolut nicht geglückt. Es geschieht alles viel zu schnell, ohne spannend zu sein oder realistisch zu wirken. Ständig wurde noch einen drauf gesetzt, ohne darauf zu achten, ob es nicht doch jetzt mal gut ist. Alle Handlungen sind viel zu überspitzt und somit absolut nicht nachvollziehbar. Am Schlimmsten fand ich das Ende, denn dieses ist so offen, dass ich wirklich die Befürchtung habe, es wird einen zweiten Band geben. Sorry, den braucht es absolut nicht.

„Mutter zu sein ist der härteste Job der Welt. Jede Mutter versteht das.“

„Unschuldsengel“ sollte mir Angst machen. Doch das einzige, was ich beim Lesen gespürt habe, war Langeweile und Ungeduld, wann es endlich vorbei ist. Die Protagonisten sind total blass und unsympathisch und Hannah wird einfach viel zu überspitzt dargestellt. Es fehlt an Spannung und an Tempo. Kurz gesagt: Die Geschichte in eine Aneinanderreihung von Absurditäten. 

************************************************************************************************************************

 

Weitere Rezension: Schlunzenbücher

 

 

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann mach doch auch andere darauf aufmerksam!

No Comments

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.