Jessica Park – 180 Seconds, Und meine Welt ist deine

Posted on 11. Mai 2020 by Dörte

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Original: 180 Seconds
20.12.19 | 384 Seiten | Lyx | Autorin

Nachdem sie als Kind von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht wurde, glaubt Allison nicht mehr daran, dass irgendetwas im Leben von Dauer ist. Sie verbringt ihre Zeit am College zurückgezogen und meidet den Kontakt zu anderen. Das ändert sich, als sie zufällig Teil eines sozialen Experiments wird: 180 Sekunden soll sie Augenkontakt mit einem Fremden halten. Doch weder sie noch Esben, der Social-Media-Star, der ihr gegenübersitzt, rechnen damit, dass dies ihr Leben für immer verändert …

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Ich habe so hart gearbeitet, um mir ein Leben aufzubauen, mit dem ich klarkomme, und es hat nur drei Minuten gedauert, alles zunichtezumachen.

 

 

Mit einer solchen Hilfe hätte niemand gerechnet. Ich auch nicht, denn ich hatte mich vorher nicht so damit beschäftigt, worum es in „180 Seconds“ geht. Ich habe es blind gekauft, weil ich viel Gutes darüber gehört und ich einfach Lust drauf hatte.
Die ersten Seiten haben mich dann auch nicht enttäuscht. Die Geschichte lässt sich sehr flott lesen und punktet mit wirklich toll gezeichneten Figuren. Besonders Allison habe ich auf der Stelle in mein Herz geschlossen. Sie wirkt zerbrechlich und unsicher, hat aber trotzdem schon einiges erreicht. Ihre und die Hintergrundgeschichte ihrer besten Freundin fand ich sehr traurig. Sie haben mich berührt. Ich konnte mich sehr gut mit der Protagonistin identifizieren und habe es sehr gemocht, dass die Autorin sie als Erzählerin gewählt hat.
Als der männliche Part die Bühne betritt, ziehen Tempo und Spannung noch einmal an. Besonders die magische Szene, als sie sich für 180 Sekunden gegenübersitzen zeigt dem Leser, wie die Funken zwischen ihnen fliegen. Ich muss nicht erwähnen, dass mir auch das gefallen hat, oder? Besonders an dieser Geschichte finde ich, was Esben mit seinen Social Media Accounts alles erreicht. Wie vielen Menschen er hilft. Es imponierte mir allgemein, was für ein guter Mensch die männliche Hauptrolle ist. Sehr oft dachte ich beim Lesen, dass es viel mehr Menschen geben sollte, die so gut und so zuvorkommend sind, wie Espen. Jeder sollte so jemanden haben. Ein jeder sollte einen Espen „haben“.

“ […] In einem Meer von Liebe siehst du nur den einen Menschen, der gerade ertrinkt.“

Auch die Szenen mit Allisons Adoptivvater haben mir wirklich gut gefallen. Die Autorin zeigt, wie schwer es Allison fällt, so richtig Vertrauen aufzubauen. Nicht nur bei ihrem Vater Simon, sondern auch bei Espen. Im Laufe der Geschichte erfährt man immer mehr zu den Hintergründen und kann somit das Verhalten und die Gefühlswelt der Protagonistin auch sehr gut verstehen. Ihr Wandel, wenn sie sich auf Espen und sein Liebe einlässt, ist wirklich enorm, nachvollziehbar und absolut süß zu lesen.
Wie ihr seht, hat mir „180 Seconds“ wirklich sehr gut gefallen und mitgerissen, doch dann gab es einen Plot twist, der mir das Buch ein bisschen verhagelt hat. Natürlich werde ich diesen nicht verraten, aber schon darauf eingehen, warum genau ich davon eher negativ, als positiv überrascht war.
Ab diesem Zeitpunkt war mir die Geschichte zu konstruiert. Mir kam es plötzlich zu gestellt vor. Die Natürlichkeit, das Echte der ersten Seiten verschwand. Der Zauber verpuffte. Ich hatte das Gefühl, das Jessica Park letztendlich viel zu viel wollte und mit dieser Dramatik das Buch, ohne es zu wollen, ein bisschen kaputt gemacht hat. Es erinnerte mich an einen kurzen Roadtrip und dort passieren Dinge, die wirklich absolut drüber sind. Die Emotionen, die diese Wendung auslösen sollten, waren bei mir andere als gewünscht: Ich fand es nervig und unnötig, dabei sollte es wohl die Spitze des „Traurigkeit-Eisberges“ sein.

 „Du gibst Menschen Hoffnung … und schenkst ihnen Freude“, sagte ich ungläubig, „und Trost in einer normalerweise echt beschissenen Welt.“

Ich bin ein echt enttäuscht vom Plot twist, der mir „180 Seconds“ tatsächlich madig gemacht hat. Bis dahin mochte ich einfach alles an diesem Buch, doch dann war ich genervt und bemerkte mich dabei, wie ich am liebsten ein paar Seiten übersprungen hätte, weil es so unrealistisch wurde. Jessica Park hat damit die Magie, die ich beim Lesen dieses Romans hatte, einfach verschwinden lassen. Schade!

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Weitere Rezension: Heaven of books
180 Seconds - Und meine Welt ist deine

 

 

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