Rachael Lippincott mit Mikki Daughtry, Tobias Iaconis – Drei Schritte zu dir

Posted on 24. April 2020 by Dörte

Original: Five Feet Apart
24.05.19 | 304 Seiten | DtV | Autorin | Autor | Autor

Stellas einzige Überlebenschance ist eine neue Lunge. Bis es soweit ist, muss sie sich von allem und jedem fernhalten, um ihr ohnehin schwaches Immunsystem nicht zu gefährden. Ohne Ausnahme.
Will ist ganz anders – er lässt sich nicht unterkriegen und ist bereit, auf volles Risiko zu gehen. Sobald er 18 ist, wird er dem Krankenhaus den Rücken kehren, um endlich mehr von der Welt zu sehen.
Vor allem aber ist Will jemand, von dem Stella sich fernhalten muss. Wenn er sie auch nur anpustet, könnte sie infiziert werden. Beide könnten sterben. Aber je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen ihnen wie eine Strafe an. Wäre ein bisschen mehr Nähe wirklich so tödlich – vor allem, wenn sie verhindert, dass ihre Herzen brechen?

 

 

 

Wer Muko hat, gewöhnt sich irgendwann an den Gedanken, jung zu sterben.

 

 

Mukoviszidose (Muko), eine Krankheit, über die man selten spricht. Dabei sollte man drüber sprechen können. Dies dachten sich auch Mikki Daughtry und Tobias Iaconis, die ein Drehbuch schrieben und anschließend Rachael Lippincott, die den Roman ins Leben rief. Ich wurde zuerst auf den Film aufmerksam. Schon alleine vom Anschauen des Trailers, bekam ich eine dicke Gänsehaut. Somit war es für mich klar, dass dieser gesehen werden musste. Doch zuerst lese ich grundsätzlich immer das Buch. Hier soll das auch keine Ausnahme sein.
Zuerst muss ich sagen, dass mir die Unterteilung der Geschichte sehr gut gefällt. Stella und Will wechseln sich immer mit dem Erzählen ab und sprechen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Ich finde es äußerst positiv, wie es der Autorin gelungen ist, zwei Jugendliche zu erschaffen, die furchtbar echt auf mich wirkten. Ich hatte das Gefühl, dass mir die beiden ihre Geschichte wirklich gerade von Angesicht zu Angesicht erzählen.
Der Schreibstil ist leicht, locker und flüssig, wie es für ein Jugendbuch stets verwendet wird. Es ist alles leicht verständlich erklärt und lässt sich sehr gut weg lesen. Der Plot ist gut, wenn nicht sogar sehr gut. Daraus hätte man einen Roman mit Taschentuchgarantie machen können, doch leider ist gerade dies der Autorin nicht ganz gelungen.

Wenn ich schon sterben muss, dann will ich wenigstens vorher gelebt haben.

Die Thematik bietet es an, dass man sich so richtig in die Figuren rein denken kann und natürlich auch mit ihnen mitleidet. Bedauerlicherweise kratzen die Emotionen bei mir immer nur an der Oberfläche, ohne wirklich zu mir durchzudringen. So empfand ich die Geschichte zwar als traurig, wenn nicht sogar tragisch, wirklich berühren konnte sie mich jedoch nicht. Auch das Thema „Muko“ hätte meiner Meinung nach ruhig noch ein bisschen tiefer behandelt werden können. Das war mir ein bisschen zu oberflächlich gehandhabt. Die Liebesgeschichte der Protagonisten steht hier mehr im Fokus.
Will und Stella sind so verschieden, und doch so gleich. Mir hat es imponiert, wie Stella Will wieder etwas mehr Lebensmut geben konnte. Wie sie beide miteinander umgegangen sind. Ich mochte den Verlauf sehr, das Knistern zwischen ihnen war stets vorhanden. Gerade aus diesem Grund finde ich es so bedauerlich, dass es mich  nicht in der Gänze berühren konnte.
Als gut gelungen empfinde ich auch das Ende. Es ist nicht zu viel, sondern genau richtig gewählt. Hier kann man sich selbst aussuchen, wie die Geschichte wohl weiter gehen wird, da es zwar an sich abgeschlossen ist, aber trotzdem noch viel Platz für Spekulationen bietet.

Das Einzige, was noch schlimmer ist, als nicht mit ihr zusammen zu sein, ihr nahe zu sein, wäre, in einer Welt zu leben, in der es sie überhaupt nicht gibt.

Zusammengefasst hat mir „Drei Schritte zu dir“ schon ganz gut gefallen, richtig ans Herz ging es jedoch nicht und genau das erwarte ich von einem solchen Roman. Die Schreibe ist sehr flüssig und hat mir ebenso gut gefallen, wie die Entwicklung der Beziehung und das Ende des Romans. Was die Emotionen angeht und auch die Informationen über Muko, bleibt jedoch noch viel Luft nach oben.

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Weitere Rezension: Liebe dein Buch
Muko | Drei Schritte zu dir | Jugendbuch

 

 

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