Zara Cox – Mister Q

Posted on 12. April 2020 by Dörte

18.06.18 | 480 Seiten | Goldmann | Autorin

Elyse Gilbert, genannt Lucky, ist auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit. Völlig mittellos gelangt sie nach New York, wo sie auf eine Anzeige stößt, die ihre Rettung sein könnte. Eine Million Dollar für zehn Nächte mit dem mysteriösen Q, der sein Gesicht hinter einer Maske verbirgt. Q entführt Lucky in seine luxuriöse Villa und in eine dunkle Welt der Lust, nach der sie sich mit jeder weiteren Nacht mehr sehnt. Denn auch wenn die kalte Stimme hinter der Maske sie abstößt, berühren die gemeinsamen Stunden ihr Herz. Doch Lucky kann nicht ahnen, dass Q einer der reichsten Männer New Yorks ist und sie nur eine Figur in einem gefährlichen Spiel …

 

 

 

Aufgeben ist erstaunlich leicht, wenn man im Leben nichts mehr hat, worauf man sich freuen kann.

 

 

Mit einem so spannenden Erotikroman hatte ich nun nicht gerechnet, denn eigentlich kenne ich es so, dass Erotik nichts mit wahnsinnig viel Handlung zu tun hat. Nun, ich scheine definitiv die falschen Bücher aus dem Genre gelesen zu haben. „Mister Q“ besticht nicht nur durch eindeutige, schlüpfrige, heiße Szenen, wie man es natürlich erwartet, sondern kann ebenfalls noch mit einer äußerst spannenden Nebenhandlung punkten. Mit dieser habe ich so gar nicht gerechnet.
Ich habe selten Romane gelesen, in denen beide Protagonisten derart kaputt sind, wie in „Mister Q“. Q selbst ist dabei etwas zu planen, was an der Begegnung mit Lucky zu scheitern droht. Der gefühlskalte Mann spürt nämlich plötzlich Emotionen von denen er dachte, er würde sie gar nicht fühlen können. Der weibliche Part ist auf der Flucht, vor wem werde ich aber natürlich nicht verraten. So zieht es sich wie ein roter Faden durch die Geschichte, dass man als Leser nicht nur wissen möchte, wann die beiden nun „zur Sache“ kommen, sondern auch, welches dunkle Geheimnis Q verbirgt und warum Lucky auf der Flucht ist. Das, gepaart mit den Schwingungen, die man selbst als Leser zwischen den Protagonisten spüren kann, ist eine extrem gute Mischung.
Es hat mir gefallen, das mal der eine und mal der andere zu Wort gekommen ist. Ich habe so Einblicke bekommen, die ich beim  auktorialen Erzähler vielleicht nicht bekommen hätte.

Ich will ihre Seele nicht. Für ihr Herz habe ich keine Verwendung. Auch nicht für ihre Gefühle. Aber ihr Körper gehört mir.

Was ich außerordentlich toll finde ist, dass es in „Mister Q“ eben wie schon gesagt, nicht nur um sich aneinanderreihende Sexszenen handelt, die noch dazu absolut plump geschrieben sind, sondern eben auch jede Menge Handlung vorhanden ist. Zusätzlich sind die Figuren allesamt gut gezeichnet und weisen die Tiefe auf, die manch eine in einem solchen Roman nicht besitzen. Zu den pikanten Szenen muss ich sagen, dass sie schlicht gepasst haben. Es wurde nichts blumig umschrieben, sondern raus gehauen, wie es eben ist. Wer möchte in einem Erotikroman auch „Sexuelle Blümchensprache“ lesen? Ich jedenfalls nicht. Interessanterweise dauert es allerdings über einhundert Seiten, bis überhaupt etwas in der Richtung passiert. Davor lernen sich die Protagonisten erstmal kennen, jedenfalls so einigermaßen. Dazu kann ich leider auch nicht wirklich viel schreiben, ohne zu spoilern. Die Autorin hat das Geknister der beiden sehr gut übermitteln können. Das ist nämlich die gesamte Zeit zwischen ihnen vorhanden. Auch bevor überhaupt etwas zwischen ihnen passiert. Das hat das Tempo ziemlich vorangetrieben und auch die Spannung stets auf einem hohen Level gelassen.
Zum Ende hin überschlagen sich schließlich die Ereignisse, was mir jetzt ein bisschen zu schnell ging und auch ein bisschen utopisch klang, das hat meinen Lesespaß allerdings nicht getrübt.

Die Nachricht löst bei mir eine Reaktion aus, die mich daran zweifeln lässt, ob mein für tot geglaubtes Herz vielleicht doch noch irgendwo in er brodelnden Leere in mir am Leben ist.

Ich bin wirklich begeistert und positiv überrascht von „Mister Q“. Eigentlich hatte ich eher mit einem Erotikroman gerechnet, den man mal so zwischendurch liest und der keine wirkliche Handlung aufzuweisen hat. Doch „Mister Q“ lässt mich meine Vorurteile absolut vergessen. Ich werde nun häufiger mal zu einem Erotikroman greifen und hoffen, dass dieser ebenso gut geschrieben ist, wie es bei diesem zweifellos der Fall ist. 

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Weitere Rezension: Anikas Bücherwelt
Erotikroman,Mister Q

 

 

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