Morgane Moncomble – Never too close

Posted on 10. Februar 2020 by Dörte

Original: Viens, on s’aime
Never #1 | 30.09.19 |464 Seiten | Lyx | Autorin

Wenn aus besten Freunden plötzlich mehr wird …

Seit sie gemeinsam in einem Aufzug eingeschlossen waren, sind Loan und Violette beste Freunde. Das zwischen ihnen ist vollkommen platonisch – zumindest bis jetzt. Denn als Violette beschließt, dass sie nicht länger Jungfrau sein will, ist es Loan, den sie bittet, ihr auszuhelfen. Schließlich vertraut sie niemandem so sehr wie ihrem besten Freund. Loan ist von der Idee zunächst alles andere als begeistert, doch schließlich willigt er ein. Es ist ja nur dieses eine Mal … oder?

 

 

 

“ […] Du bist wie eine Blume, die sich öffnen und aufblühen sollte – nicht sich in ihre Blütenblätter zurückziehen. Willst du dich dein Leben lang bremsen? […] „

 

 

Gibt es platonische Freundschaften zwischen Mann und Frau? Viele werden jetzt sicherlich sagen, dass es nicht möglich ist, weil es meistens dazu kommt, dass einer von beiden doch mehr in dem anderen sieht als Freundschaft. Loan und Violette zeigen, zumindest zu Beginn, dass es doch funktionieren kann und das auf eine wirklich wunderschöne Art und Weise. Dabei ist der Umstand, bei dem sie sich kennenlernen kein gewöhnlicher. Beide stecken in einem Aufzug fest und kommen so ins Gespräch. Violettes lockere, verpeilte Art mag Loan sofort, wenngleich er es aber nicht zugeben möchte und auch Violette hat gleich Gefallen an dem Feuerwehrmann gefunden. So entsteht eine wirklich enge Freundschaft, bei der man als Leser schon merkt, dass es im Grunde genommen viel mehr ist. Ich habe mich oft gefragt, warum die Protagonisten das nicht selbst sehen. Zu denen kann ich sagen, dass mir insbesondere Loan sehr gut gefallen hat. Er ist bodenständig, ehrlich und sehr charismatisch. Zudem hat er sein Herz am rechten Fleck, womit er bei mir absolut punkten konnte. Loan bleibt die gesamte Geschichte über absolut authentisch und ist ein echter Sympathieträger. Bei Violette hingegen kippte es ab der Frage aller Fragen. Ich fand sie zusehends nervig und naiv. Ihre Ansicht, dass sie sich nur ein bisschen leichter bekleiden muss, damit Loan schon einknickt und sein Okay gibt, fand ich absolut daneben. Solche Werte möchte ich einfach nicht lesen.
Bis zur Frage, ob Loan Violettes erster Mann sein möchte, hat mir die Geschichte außerordentlich gut gefallen. Sie ist sehr spannend, und angenehm zu lesen. Stets ist da ein hohes Tempo, welches auch nicht weniger wird.

 

Warum sollte man sich den Menschen öffnen, wenn sie einen schließlich doch zerstören?

Ich habe es sehr genossen zu lesen, wie die Protagonisten miteinander umgehen, aber auch wie ihre Beziehungen zu den Nebenfiguren ist. Die Freundschaft, die allgemein zwischen allen Figuren herrscht, ist eine richtig große und richtig feste. Das hat mir sehr gut gefallen. Der Einbruch kam, wie ich schon erwähnte, als Violette Loan schließlich fragte, ob er sie entjungfern möchte. Da büßte sie etwas von ihrer Sympathie ein, weil sie sich unter aller Kanone verhielt. Ich konnte es sehr gut verstehen, wie Loan darauf reagierte, Violette hingegen überhaupt nicht. Wie sie zu der Zeit um ihn herumscharwenzelt ist, war mir stellenweise zuwider. Und auch, wie sich die Geschichte und die Freundschaft der beiden ab diesem Zeitpunkt veränderte. Vieles konnte ich da nicht mehr nachvollziehen. Ich verstand weder das Verhalten von einem, noch vom anderen Protagonisten. Zusätzlich dazu wurde die Geschichte dann auch noch künstlich in die Länge gezogen. Es wurden Dinge angesprochen, die für mich nicht relevant waren. Oft dachte ich, dass man doch jetzt auch noch mal zum Ende kommen könnte. Doch davor gab es noch einen Paukenschlag, der für mich eher ein kleiner Gong gewesen ist. Die großen Emotionen, die dieses Ereignis auslösen sollte, kamen bei mir absolut nicht an. Dafür aber das Knistern in der Luft, wenn Loan und Violette zusammen waren. Das spürte ich von Anfang an.
Das Ende kam dann (leider) genau so, wie ich es vorhergesehen habe. Es war klar, dass es so laufen wird und das hat mich enttäuscht. Muss es in so einer Geschichte immer dasselbe Ende geben? Warum nicht mal aus der Reihe tanzen?

Um unersetzlich zu sein, muss man sich von anderen unterscheiden.

„Never too close“ beginnt stark, um dann immer mehr vom Tempo und der Spannung einzubüßen. Positiv sind vor allem die Emotionen der Protagonisten, die ich auf jeder Seite gespürt habe. Auf den „Knall“ kurz vor Ende hätte ich allerdings verzichten können, da er für mich eher nebensächlich war. Leider reihen sich hier die Klischees. Besonders das Ende ist 0815 und wurde von mir so erwartet.

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Weitere Rezension: Corinnas World of Books

Die Reihe: Never too close | Never too late (27.03.2020)

 

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