A. J. Grayson – Boy in the Park

Posted on 19. Februar 2020 by Dörte

Original: The Boy in the Park
01.08.16 |368 Seiten | Knaur. | Autorin

Ein kleiner Junge verschwindet. Am helllichten Tag wird er aus dem Botanischen Garten in San Francisco entführt. Der einzige Zeuge des Verbrechens ist Dylan, der dort eigentlich in Ruhe seine Mittagspause verbringen wollte. Die Polizei tappt im Dunkeln und so entschließt sich Dylan, auf eigene Faust nach dem Kind zu suchen. Je weiter er bei seiner Suche ins kalifornische Hinterland vordringt, je näher er dem Versteck zu kommen scheint, desto verstörender und blutiger werden seine nächtlichen Alpträume. Sie zwingen Dylan, sich seiner eigenen dunklen Vergangenheit zu stellen, die mit einem grausamen Doppelmord in Verbindung zu stehen scheint…

 

 

 

Jeder Junge hat es verdient, getröstet zu werden, wenn er sich weh getan hat. Tröstende Worte, einen Verband und Liebe, die dem Blut den Schrecken nehmen.

 

 

Was ist nur mit dem Jungen geschehen? Das und noch viel mehr fragt man sich, wenn man zu „Boy in the Park“ greift. Dylan sieht den Jungen jeden Tag in seiner Mittagspause. Er spielt mit einem Stock am Wasser und verlässt nach kurzer Zeit den Park wieder. Dylan fragt sich, was es mit ihm auf sich hat, denn wirklich gut schaut das Kind nicht aus. Eher vernachlässigt und als würde er Gewalt erfahren. Irgendwann taucht er schließlich nicht mehr auf, was den Protagonisten sehr beunruhigt. So sehr, dass er eine Vermisstenanzeige aufgibt. Zumindest hat er das vor. Wirklich ernst genommen wird er von der Polizei nämlich nicht.
Wenn man in dem Psychothriller versinkt, dann ist man verwirrt. Ich wusste beizeiten überhaupt nicht, was gerade passiert und mich haben auch die verschiedenen Sprünge sehr verwirrt. Im Nachhinein macht dieses Verwirrspiel allerdings absolut Sinn.
Auch der Schreibstil ist eher gewöhnungsbedürftig. Die Geschichte wirkt sehr konstruiert und wie ein Referat runtergeschrieben. 

Ich bin kein Irrer, aber, zum Teufel, nach der Show, die ich abgezogen habe, dürfte es schwerfallen, das Gegenteil zu beweisen.

Da ist nicht viel lebendiges, was mir auch die einzelnen Figuren nahe gebracht hätte. Zu keinem der Darsteller hatte ich eine Bindung aufgebaut. Selbst zu Dylan nicht und das, obwohl er natürlich das gesamte Buch über total präsent ist und die Geschichte auch aus seiner Sicht erzählt wird. Zwischen der gegenwärtigen Geschehnisse, wird auch immer mal wieder eine Therapiesitzung eingeworfen, die mir sogar noch besser gefallen haben, als der eigentliche Erzählstrang. Die Sitzungen haben mich dazu gebracht, überhaupt am Ball zu bleiben, weil sie mit vielen Fragen eine Spannung aufgebaut haben. Bedauerlicherweise kam ich schneller hinter die Antworten, als mir lieb war. Mir war schon früh klar, wohin mich der Psychothriller tragen würde und was mit dem Jungen geschehen ist. Der Weg dahin war ein bisschen holperig und stellenweise auch wieder sehr verwirrend. Auf der einen Seite kann ich verstehen, was passiert ist und wie alles endete, auf der anderen Seite fand ich es aber auch hanebüchen, in die Länge gezogen und einfach zu kompliziert ge-, und beschrieben. 

Erinnerungen sind etwas Sonderbares und unmöglich zu steuern.

Am Ende kann ich sagen, dass „Boy in the Park“ schon interessant ist und mich ganz gut unterhalten hat. Bedauerlicherweise kamen mir leider die Protas nicht sehr nahe und ich hätte mir ein höheres Tempo gewünscht. Auch der nicht ganz leichte Schreibstil und der eher kompliziert erklärte Verlauf konnten mich nicht überzeugen.

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Weitere Rezension: Lesezauber

 

 

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