Colleen Hoover – Was perfekt war

Posted on 10. Dezember 2019 by Dörte

25.10.19 | 304 Seiten | bold | Autorin | Leseprobe | Kaufen

Quinn und Graham lernen sich unter mehr als unglücklichen Umständen kennen und verlieben sich unsterblich ineinander. Kaum ein Jahr später sind sie glücklich miteinander verheiratet… Happily ever after?

Acht Jahre danach: Jemanden zu lieben, heißt nicht unbedingt, mit ihm glücklich zu sein. Das erkennt und erleidet Quinn Tag für Tag, denn obwohl sie und Graham sich weiterhin innigst lieben, gibt es ein Problem, das ihre Beziehung zu zerfressen droht …

 

 

 

Wie lange können sich zwei Menschen an eine Vergangenheit klammern, in der beide glücklich waren, um damit eine Gegenwart zu rechtfertigen, in der beide unglücklich sind?

 

 

Colleen Hoover, was machst du nur mit mir?! Das dachte ich schon während des Lesens und jetzt sogar immer noch. Wie schafft es eine Autorin mich so dermaßen zu zerreißen, mich zusammenzusetzen und mich dann erneut zu zerstören? „Was perfekt war“ war der perfekte Roman für mich und meine derzeitige Situation. Aufgebaut ist er in zwei Zeitebenen. In der einen erfahren wir, wie sich Quinn und Graham kennen-, und liebengelernt haben und in der anderen, wie sie sich aktuell immer weiter voneinander entfernen. Es geht um ein Thema, welches beide beschäftigt. Beide gehen jedoch komplett anders damit um. Während Graham aktiv versucht, seine Ehe zu retten, leidet Quinn so sehr, dass sie nicht die passenden Worte findet. Sie kann sich nicht ausdrücken und leidet so still weiter vor sich hin. Diese Qual, die die Protagonistin erlebte, wurde durch Colleen Hoover zu meiner eigenen. Die Autorin beschreibt so schonungslos und ehrlich von den Gefühlen Quinns, dass ich stellenweise nichts mehr sehen konnte, weil ich so sehr weinen musste. Ich konnte sie mit jeder Faser meines Körpers verstehen. Warum sie nicht mit Graham darüber reden kann, konnte ich total verstehen. Ich habe ihren Schmerz gefühlt, wie ihn nur jemand spüren kann, der das alles selbst schon einmal erlebt hat.

Das Herz meines Mannes ist mein sicherer Hafen, aber vor seiner Nähe fürchte ich mich.

Nicht nur die Tatsache, dass Quinn die gesamte Zeit über aus ihrer Sicht diese Geschichte erzählt hat dazu geführt, dass mich das alles so sehr getroffen hat, sondern auch, dass ich zum Teil weiß, wie es einem in so einer Situation geht. Wie es ist, mit dem Verlust klar kommen zu müssen. Was Quinn fühlt und was sie sich für Vorwürfe macht, kam absolut authentisch rüber. Ich habe ihr alles abgenommen, was sie gesagt und getan hat. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, dass es so nicht passieren kann, oder dass die Geschichte gerade zu weit hergeholt ist. Nein. Colleen Hoover ist ehrlich und direkt und spricht das Thema an, was stellenweise leider ein Tabuthema ist. Dabei ist es so wichtig darüber zu sprechen!
Die Sprache ist auch das große Problem was zwischen Quinn und Graham herrscht. Quinn kann ihre Gefühle nicht in Worte fassen und Graham kann dementsprechend nicht wissen, was seine Frau hat. Klar ist da von seiner Seite aus schon ein Verstehen da, die richtige Tiefe, die dieses Gespräch haben müsste, fehlt jedoch. Die Autorin zeigt auf, wie schnell es zu Missverständnissen kommen kann und wie schnell sich Risse zeigen können. Und das, nachdem alles so toll und harmonisch begonnen hat.

Man hat nicht unbedingt Einfluss auf das, wozu man durch äußere Umstände gemacht wird.

Wie es mit dem Ehepaar anfing, wird immer abwechselnd zum „Heute“ in den Kapiteln von „Damals“ erzählt. Es ist eine wirklich süße Geschichte, die jedes Herz zum Schmelzen bringt. Quinn und Graham sind das Paar überhaupt. Sie scheinen wie Seelenverwandte zu sein. Einige Szenen haben mir Herzklopfen bereitet und bei einigen musste ich lachen. Die Dialoge der beiden waren einfach zu erfrischend. Umso erschreckender ist dann der Schnitt, den es gibt, wenn man sich wieder in der Gegenwart befindet. So oft habe ich mich gefragt, wann es passiert ist, dass die Welt still stand und sich das Paar so veränderte.
Eine Sache hat mich letztendlich sehr überrascht und zum Weinen gebracht. Diese hat auch dazu geführt, dass Quinn sich eine, völlig nachvollziehbare, Auszeit nimmt. Und ab diesem Punkt war es bei mir dann auch ganz vorbei. Die Seiten danach haben mich in das Tal der Tränen katapultiert, weil jedes einzelne Wort von Colleen Hoover mich aufs Übelste getroffen hat. Besonders wie es letztendlich ausgeht war richtig hart für mich. Ich denke, wenn ich nicht alleine gewesen wäre, hätte sich mein Mann wirklich arge Sorgen gemacht. Damit will ich aber nicht sagen, dass ich es schlimm finde, so weinen zu müssen, sondern eher das genaue Gegenteil. Colleen Hoover, ich ziehe meinen Hut!

„Ich liebe es, dass du mich so sehr liebst, dass du manchmal vor lauter Liebe weinen musst.“

Es ist der absolute Wahnsinn, was dieses Buch mit mir angestellt hat. Ich kann mich nicht dran erinnern, wann ich überhaupt mal Rotz und Wasser beim Lesen geheult habe. Diese Geschichte ist so schonungslos ehrlich und wichtig, dass ich sie am liebsten jedem schenken würde, damit jeder sie lesen kann. Ich habe hiermit mein Lieblingsbuch 2019 gefunden. Dieses Buch ist nämlich, wie der Titel schon verrät: Perfekt!

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Weitere Rezension: Gedankenvielfalt

 

 

 

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2 Comments

  • HibiscusFlower 20. Dezember 2019 at 9:37

    Hallo Dörte,
    ich habe schon einige Bücher der Autorin gelesen, doch dieses hier fehlt mir noch.
    Nachdem ich deine Rezension gelesen habe, hoffe ich, dass ich dies bald ändern kann.
    Liebe Grüße, Hibi

    Reply
    • Dörte 28. Dezember 2019 at 22:13

      Liebe Hibi,
      ich habe „Was perfekt war“ absolut geliebt und gelebt. Es ist mein Highlight von 2019 und auch gleichzeitig mein liebstes Buch von Hoover. Wenn du es liest, lass mich bitte wissen, ob es dir ebenso gut gefallen hat. 🙂
      Alles Liebe
      Dörte

      Reply

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