Lotte Römer – Leuchtturmliebe

Posted on 6. November 2019 by Dörte

Liebe auf Norderney #1 | 29.01.19 | 240 Seiten | Montlake | AutorinKaufen

Nina ist schwer enttäuscht, als ihr Freund sie betrügt – gerade jetzt, wo sie erfahren hat, dass sie keine Kinder bekommen kann. Doch sie ist kein Mensch, der einfach aufgibt. Sie lässt alles hinter sich und eröffnet ihr eigenes Süßwarengeschäft auf Norderney. Künftig sollen köstliche Pralinen, Leuchttürme aus Marzipan und zarter Blätterkrokant ihr Leben bestimmen. Von Männern hat sie die Schnauze voll!

Dem sportlichen Surfer Finn ist Nina ein Dorn im Auge. Er hätte sich für den Laden eine ganz andere Bestimmung gewünscht. Doch als Finn zu Ninas Lebensretter wird, funkt es gewaltig zwischen den beiden. Alles könnte so schön sein – würden da nicht plötzlich Finns Frau und das gemeinsame Kind auftauchen …

 

“ […] In jedem Fall hat es doch immer Sinn, das Gespräch zu suchen und sich der Sicht des Anderen nicht zu verschließen.“

Da ich immer mit dem Positiven eine Rezension beginne, fiel es mir bei „Leuchtturmliebe“ sehr schwer, einen Anfang zu finden. Bedauerlicherweise konnte mich die Geschichte zu keiner Zeit abholen. Zuerst ist da die wirklich naive und schrecklich nervige Nina, mit der ich nie warm wurde. Sie war mir gänzlich unsympathisch und kam auch sehr unglaubwürdig rüber mit allem, was sie sagte oder tat. Bei Finn sah ich am Anfang noch Licht am Horizont, da mir der Protagonist authentisch vorkam. Dies relativierte sich im Laufe der Geschichte jedoch wieder, was ich dem allgemeinen Inhalt zuschreibe. Alles, wirklich alles an „Leuchtturmliebe“ erinnert mich an einen Groschenroman. Egal um was es geht, es ist vorhersehbar. Von den Figuren, die sich in genau die Richtung entwickeln, die man sich denken kann, bis hin zum Ende weiß man sofort was passieren wird.

 

Er dachte an Nina, verpasste Gelegenheiten und daran, wie dämlich es war, wenn man sich seinen Schwierigkeiten nicht gleich stellte.

Ich hatte tatsächlich einige Stellen, die ich schon wortwörtlich vorhergesehen habe, obwohl ich sie noch nicht mal gelesen hatte. Diese Vorhersehbarkeit führte dazu, dass natürlich keinerlei Spannung aufkam. Eher das ganze Gegenteil: Ich habe mich ganz furchtbar gelangweilt und habe vor Unglauben sehr oft die Augen verdreht. An mehreren Stellen dachte ich mir: „Im Ernst jetzt? Im Ernst?“ Ja, es war alles ganz genau so, wie ich es zuvor schon wusste.
Dabei ist die Idee an sich wirklich gut. Es hätte eine tolle Geschichte werden können, wenn es nicht an der Umsetzung gemangelt hätte. Ein bisschen weniger Klischees, besser ausgearbeitete Figuren, und schon wäre es, für mich,  vielleicht ein bisschen interessanter gewesen. So muss ich bedauerlicherweise sagen, dass ich die Geschichte absolut belanglos und langweilig fand.

 

Wer sich auf Liebe einließ, entkam offenbar dieser Art Verwundung nicht, davor gab es kein Entkommen, nur die Hoffnung, dass das offene Fleisch irgendwann vernarbte und unempfindlicher wurde.

„Leuchtturmliebe“ konnte mich zu keiner Zeit abholen. Die Geschichte ist schrecklich vorhersehbar und kann noch nicht mal mit sympathischen, authentischen Figuren punkten. Einzig die Landschaft kann man vielleicht noch positiv bewerten, wenn sie von der Autorin pittoresk beschrieben worden wäre. Es tut mir sehr Leid, aber ich bereue es, dieses Buch zu Ende gelesen zu haben.

************************************************************************************************************************

 

Weitere Rezension: Lesen im Dunkeln

Die Reihe: Leuchtturmliebe | Strandkorbliebe

 

Dir hat der Beitrag gefallen? Dann mach doch auch andere darauf aufmerksam!

1 Comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.