Chris Carter – Der Vollstrecker

Posted on 10. Oktober 2019 by Dörte

Original: The Executioner
Robert Hunter #2 | 15.07.11 | 496 Seiten | Ullstein | Autor | Leseprobe | Kaufen

Ein Priester wird geköpft, seiner Leiche ein Hundekopf aufgesetzt. Eine Frau verbrennt bei lebendigem Leibe in einem verlassenen Haus. Eine weitere wird an den Füßen aufgehängt und in ihrer eigenen Badewanne ertränkt. Detective Robert Hunter und sein Kollege Garcia sind auf der Jagd nach einem brutalen und gewissenlosen Killer. Ein Killer ohne Erbarmen, der weiß, was seine Opfer am meisten fürchten.

 

„Was wir hier haben, ist …“ […] “ … ein Meisterwerk des Bösen. Wer auch immer dieser Mörder ist, er muss die arme Frau mit jeder Faser seines Wesens gehasst haben.“

 

Stell dir die Sache vor, vor der du am meisten Angst hast, so wirst du sterben! Beängstigend? Ja, total! Chris Carter spielt mit den Ängsten seiner Figuren und mit denen seiner Leser gleichermaßen. Ich weiß nicht, wie oft ich angewidert erstmal Luft holen musste, bevor ich überhaupt weiter lesen konnte. Detailliert und grausam zeigt der Autor wie schrecklich seine Opfer zu Tode kommen und brachte mich so selbst sehr oft an meine Grenzen. Ich dachte immer, dass ich schon einiges gelesen habe und somit auch nicht wirklich zart besaitet bin, was eine solche Lektüre angeht, doch dann kommt ein Carter um die Ecke und lacht sich tot, während ich mit mir kämpfe.
Schon der Beginn, der erste Mord ist sehr detailliert beschrieben und birgt viel Stoff zum Überlegen. Ist es ein Ritualmord? Bevor man sich damit richtig auseinander setzen kann, passiert der zweite Mord und es wird unbewusst auf die Reset-Taste gedrückt. Hunter und Garcia tappen total im Dunklen und auch mir als Leser ging es nicht anders.

„Vielleicht macht er bloß so lange weiter, bis das Monster in ihm Ruhe gibt. Das ist nicht ungewöhnlich.“

Zwischen den Fällen erlebt man die leichte Entwicklung der Protagonisten. Garcia ist mir gleichermaßen sympathisch, wie auch Hunter. Ich mag die Dialoge die sie miteinander führen, wie sie denken und handeln. Jeder bringt etwas zum Fall bei, was am Ende das große Puzzle zusammenfügen wird, doch bis dahin erlebt man eine sehr rasante Reise, die an Spannung nicht zu überbieten ist. Ich wollte wissen, was los ist, wer so grausam mordet und was dahinter steckt. Warum werden die Opfer vom Täter so sehr gehasst? Oder gibt es vielleicht auch gar keine Verbindung zwischen den einzelnen Opfern?
Ich kann sagen, dass ich das gesamte Buch verschlungen habe. Der Schluss ist so grausam, wie genial und ich muss mal wieder gestehen, dass ich die Emotionen des Täters verstanden habe, es aber natürlich keinesfalls gut heiße, was passiert ist.

„Sie sah von dem Buch auf, […] und schenkte ihm ein warmes Willkommenslächeln – ein Lächeln, das ihm jedes Mal sein Herz höherschlagen ließ und ihm weiche Knie verursachte.

Chris Carter ist einer der besten Thriller Autoren, was er in „Der Vollstrecker“ auch wieder bewiesen hat. An Spannung fehlt es diesem Thriller ebenso wenig, wie an Tempo. Einmal drin, legt man das Buch nicht mehr aus der Hand. Für zart besaitete Seelen sind diese Thriller jedoch nichts, da die Tatortszenen sehr blutig und detailliert beschrieben sind.

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Weitere Rezension: Fluchtpunkt Lesen

Die Reihe: Der Kruzifix Killer | Der Vollstrecker | Der Knochenbrecher | Totenkünstler | Der Totschläger | Die stille Bestie | I am Death, Der Totmacher | Death Call, Er bringt den Tod | Blutrausch, Er muss töten | Jagd auf die Bestie

 

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2 Comments

  • j125 12. Oktober 2019 at 14:42

    Hallo Dörte,

    dieser Band ist bei mir ja schon eine ganze Weile her, anderthalb Jahre ungefähr, daher kann ich weniger zu diesem Buch Vergleiche ziehen, als mehr zu den späteren Fällen.

    Da habe ich es nämlich leider zunehmend so empfunden, dass Garcia gar nicht so viel zur Auflösung beiträgt. Er fragt immer wieder bei Hunter bei nach und muss sich alles von ihm erklären lassen. Wenn er was beiträgt ist es Zufall oder durch Laufarbeit entstanden. Was ich eigentlich Schade finde, weil er weder dumm noch unsympathisch ist. Er hätte es mal verdient seinen Beitrag zu leisten.

    Ansonsten stimme ich dir was die Brutalität und die Detailiertheit der Morde angeht absolut zu. Da muss man sich auf einiges einstellen und da unterscheidet sich Carter auf jeden Fall von anderen Autoren.

    Ich überlege momentan, ob ich heute den fünften Fall anfangen soll, oder ob ich doch eher Lust auf einen Liebesroman habe 😀

    Liebe Grüße
    Julia

    Reply
    • Dörte 17. Oktober 2019 at 12:09

      Liebe Julia,
      und? Hast du den 5. Teil angefangen, oder doch einen Liebesroman? Ich muss beim nächsten Band mal drauf achten, ob es mir genauso geht mit Hunter und Garcia. Da bin ich jetzt echt gespannt drauf.
      Mal sehen, wann ich den dritten lese. Ich komme momentan leider nicht so zum Lesen, wie ich gerne hätte. 😐
      Hab einen wundervollen Tag.
      Alles Liebe
      Dörte

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