Linda Castillo – Brennendes Grab

Posted on 5. September 2019 by Dörte

Original: A Gathering of Secrets
Kate Burkholder #10 | 24.07.19 | 352 Seiten | Fischer | Autorin | Leseprobe | Kaufen

Der 18-jährige Sohn der Familie Gingerich wurde bei lebendigem Leib verbrannt. Er starb eingeschlossen in einer brennenden Scheune. Daniel galt als tüchtig, freundlich und zuverlässig. Doch die Ermittlungen bringen auch eine dunkle Seite von ihm ans Licht. Eine Seite, von der die amische Gemeinde nichts wissen will, nur hinter vorgehaltener Hand wird getuschelt. Als Kate Burkholder den Dingen auf den Grund geht, finden sich plötzlich mehr Verdächtige, als ihr lieb ist. Jemand muss Daniel Gingerich grenzenlos gehasst haben. So sehr, dass er ihn in die Scheune lockte und sie anschließend anzündete.

 

„Gott hat immer einen Plan.“ Sie flüstert die Worte, doch sie klingt nicht überzeugt. „Doch manchmal verstehen wir ihn nicht.“

Ein kleines Jubiläum feiert Linda Castillo mit ihrem nunmehr zehnten Fall aus der Kate Burkholder Reihe. Ich war sehr gespannt auf diesen Fall, hatte ich bei ihrem vorherigen Buch doch schon ein paar eher negative Dinge, die ich ansprechen musste. Umso neugieriger war ich natürlich, wie mir „Brennendes Grab“ gefallen würde.
Schon auf den ersten Seiten spürt man den allzeit bekannten Sog, den Linda Castillo mit ihren Amisch-Büchern stets erschafft und über die Länge des Buches aufrecht erhält. Wie sie es macht, dass man von Beginn an wie ein Magnet an ihrer Geschichte haftet, ist mir absolut schleierhaft, interessiert mich allerdings auch nicht mehr. Wichtig ist, dass sie ihr Handwerk insoweit versteht und ihren Lesern stets aufs Neue diese unbändige Spannung bietet.
Daniel ist 18 Jahre, als er in einer verhängnisvollen Nacht in der Scheune verbrennt. Er freute sich auf ein „Stelldichein“ mit einem Mädchen, doch er bezahlte mit seinem Leben. Die Gründe dafür erfährt man natürlich erst am Ende des Buches. Bis dahin begleitet man Kate, John und alle anderen bekannten Figuren auf einer äußerst temporeichen Reise. Ich bemerkte, wie ich selbst miträtselte, was die Gründe für diesen Tod sein könnten. War es Mord, oder nur ein tragischer Unfall? Wer sollte so einem netten und tüchtigen Jungen überhaupt etwas antun wollen?!

Aber vor allem denke ich an Tomasetti. Selbst im Todeskampf, mitten in diesem sinnlosen Horror, ist er das Licht im Dunkel. Ich liebe ihn so sehr, dass diese Liebe weiterlebt, auch wenn ich heute sterbe.

Lange Zeit schaffte es die Autorin mich im Dunkeln tappen zu lassen, doch kurz bevor die Auflösung kam, ahnte ich sie bereits. Hat mich dies gestört? Nein! In keinster Weise hat es meinen Lesefluss, oder Lesespaß beeinträchtigt. Der Weg zum Ende, der Weg zum Ziel ist dennoch sehr facettenreich und äußerst interessant zu lesen. Ich mag die Schreibe Castillos sehr. Ihre Figuren, besonders Kate, habe ich mittlerweile so sehr ins Herz geschlossen, dass ich mich einfach „Zu Hause“ fühle, wenn ich ihre Bücher aufschlage und mich erneut in Painters Mill befinde, wo sie ihre Ermittlungen aufnimmt. Im letzten Band haben mich ein paar Dinge an der Entwicklung der Protagonistin gestört. Ihre kopflose Handlungsweise ist mir sauer aufgestoßen, weil ich der Meinung bin, man lernt aus seinen Fehlern. Davon war bei Kate nie etwas zu spüren. Umso glücklicher bin ich über die Tatsache, dass davon in „Brennendes Grab“ absolut nichts vorhanden ist. Kate scheint gestärkt, gewachsen. Auch ihre Beziehung zu John fühlt sich anders an. Ich kann allerdings nicht benennen, wo sie stattgefunden hat. Dies ist aber kein Kritikpunkt, denn die Veränderung stimmt mich sehr glücklich, da so nicht gleich alles nach Schema F abläuft, sondern sich dadurch, dass sich auch die Figuren weiter entwickeln, immer noch Überraschungen auftreten können. Von denen gibt es in „Brennedes Grab“ übrigens so einige … Nichts ist so, wie es scheint.

„Manchmal verlaufen sich Menschen an einen dunklen Ort und finden nicht mehr heraus“, sage ich. „Manchmal können wir sie nicht retten, sosehr wir sie auch lieben.“

Mit „Brennendes Grab“ ist Linda Castillo ein grandioses Jubiläum gelungen. Mit der allzeit bekannten Spannung und einem enormen Tempo rasen wir Leser durch die Geschichte und erleben einige Überraschungen. Besonders positiv ist, dass sich Kate weiter entwickelt hat und auch mal hinterfragt, was sie tut. Für mich ist dieses Exemplar ihr bisher bestes Buch aus ihrer Amisch-Reihe. Thriller Fans kommen an dieser Reihe einfach nicht vorbei!

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Hier könnte dein Rezensionslink stehen …

Die Reihe: Die Zahlen der Toten  | Blutige Stille  | Wenn die Nacht verstummt  | Tödliche Wut  | Teuflisches Spiel  | Mörderische Angst  | Grausame Nacht  | Böse Seelen  | Ewige Schuld | Brennendes Grab

 

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2 Comments

  • j125 6. September 2019 at 18:20

    Hallo liebe Dörte,

    ich hab das Buch eigentlich noch um ein paar Wochen nach hinten geschoben, weil ich vor ein paar Tagen bei der Taschenbuchjagd zugeschlagen habe und erstmal ein bisschen was weglesen wollte. Du bringst mich ein bisschen in Bedrängnis 😀

    Es hört sich toll an, was du über den zehnten Fall berichtest und ich freue mich sehr aufs weiterlesen. Mich irritiert allerdings der Name des Toten. Es kommt mir so vor, als hätte Linda Castillo schon mal über einen Daniel Gingerich geschrieben. Aber das ist wohl eher unwahrscheinlich 😀

    Liebe Grüße
    Julia

    Reply
    • Dörte 11. September 2019 at 10:11

      Liebe Julia,
      lach, tut mir Leid, dass ich dich jetzt in Bedrängnis gebracht habe. 😉 Es lohnt sich allerdings auf jeden Fall „Brennendes Grab“ vorher zu lesen. Es ist eh so spannend, dass du bestimmt nicht lange dafür brauchen wirst. 😉
      Ich bin mir gerade unsicher, ob mir der Name jetzt nur bekannt vor kommt, weil ich eben „Brennendes Grab“ gelesen habe, oder ob ich ihn vorher schon mal gesehen habe. Vielleicht war es in einem anderen Buch mal eine Nebenfigur?
      Ich bin sehr gespannt, wie dir der neue Fall gefallen wird. 🙂
      Alles Liebe
      Dörte

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