Bianca Iosivoni – Falling Fast

Posted on 4. Juli 2019 by Dörte

Hailee & Chase #1 | 27.05.19 | 480 Seiten | Lyx | Autorin | Leseprobe | Kaufen

Hailee DeLuca hat einen Plan: Die Zeit, in der sie sich zu Hause verkrochen und vor der Welt versteckt hat, ist vorbei. Sie will mutig sein und sich all die Dinge trauen, vor denen sie sich früher immer zu sehr gefürchtet hat. Doch dann lernt sie Chase Whittaker kennen – und weiß augenblicklich, dass sie ein Problem hat. Denn mit seiner charmanten Art weckt Chase Gefühle in ihr, die sie eigentlich niemals zulassen dürfte. Und nicht nur das. Er kommt damit ihrem dunkelsten Geheimnis viel zu nahe …

 

Hailee ist 21 Jahre alt und hat sich gerade eine Auszeit genommen. Diese nutzt sie dazu, um mit einem alten Honda umherzureisen. Sie ist eher zurückhaltend, was sie jedoch ändern möchte.
Chase ist aufgrund seines verstorbenen Freundes wieder in der Stadt. Er hat ein schlechtes Gewissen ihm gegenüber.  Chase ist sehr charmant und hilfsbereit. Ich mochte ihn am liebsten.
Für manche Menschen gibt es keine zweite Chance, kein Später und kein Morgen. Nur das Hier und Jetzt.

Hailee befindet sich auf einem Road Trip. Als in Fairwood plötzlich ihr Motor schlapp macht, muss sie wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und sich vorläufig dort niederlassen. In dieser beschauliche Stadt trifft sie auf Chase, mit dem sie eine Verbindung hat, von der beide noch nichts ahnen. Wie sich die Protagonisten dabei näher kommen, fand ich nachvollziehbar. Großes Plus an dieser Verbindung ist, dass die Emotionen der beiden stets bei mir ankamen. Dabei ist es egal, um welche Art der Emotion es sich handelte. Die Autorin hat es geschafft, sie mir allesamt sehr nahe zu bringen.
Die Geschichte ist ziemlich süß geschrieben. Auch die Umsetzung des Plots fand ich gelungen. Mal kommt Hailee, mal kommt Chase zu Wort. In unregelmäßigen Abständen erzählen sie in der Ich-Form, was sie mir greifbar gemacht hat. Zudem konnte ich die ein oder andere Szene so auch mal aus der anderen Perspektive nachlesen.
Zur Identifizierung der Protagonisten kann ich sagen, dass mir das sehr gut gelungen ist. Besonders Chase fand ich äußerst charmant und hilfsbereit. Er ist echt ein toller Mann, das kann ich nicht anders sagen. Bei Hailee ist es ein bisschen schwieriger gewesen. Ich fand sie erst ein bisschen undurchschaubar, letztendlich konnte ich mich aber schließlich auch in sie reinfühlen.
Was mir zusätzlich noch gut gefallen hat ist, dass die Spannung stets auf einem hohen Level bleibt und die Geschichte undurchschaubar ist. Man weiß nicht, in welche Richtung es sich entwickeln wird. Dazu muss ich sagen, dass ich die Triggerwarnung am Ende des Buches vorher nicht gelesen habe. Ich kann aus diesem Grund also nicht sagen, wie es sich verhalten hätte, wäre es anders gewesen.

Wieso halten wir uns selbst davon ab, die Dinge zu tun, die uns wichtig sind oder an denen wir Spaß haben könnten? Aus Angst vor dem was andere von uns denken könnten? Aus Angst davor, uns lächerlich zu machen? Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nur, dass ich es satthabe mich vor Sachen zu fürchten, die für andere selbstverständlich sind.

Eine Vermutung, die ich hatte, bestätigte sich. Gestört hat mich dies aber keinesfalls. In welche Richtung sich das Buch entwickeln würde, hatte ich etwas später auch auf dem Schirm. Das musste ich erstmal verpacken.
An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich ein bisschen auf den Inhalt eingehen werde und ich daher nicht auf Spoiler verzichten kann. Wer dieses Buch noch lesen möchte, liest also gleich beim Fazit weiter, oder nimmt dies hin und liest hier weiter.
Ich habe keinerlei Ahnung, wie ich das Buch bewerten soll. Zusammengefasst kann ich sagen, dass es mir  eigentlich sehr gut gefallen hat. Ich habe es inhaliert. Allerdings finde ich die Geschichte auch etwas bedenklich.  Der Ansatz ist gut, die Umsetzung mit dem „Mutig sein“ hingegen weniger. Dass Hailee sich das Leben nehmen möchte, setzte sich irgendwann in meinem Kopf zusammen. Und als ich damit Recht behielt, war ich erschüttert. Es gab Anzeichen, wie ich finde. Und das ist auch gar nicht der Punkt, warum ich das Ende bedenklich finde. Es geht mir darum, dass die ganze „Mutig sein“-Sache auch nach hinten losgehen kann. Wenn Betroffene dieses Buch lesen, könnten sie in die völlig falsche Richtung denken, was mit „Mut“ gemeint ist und das geht einfach nicht. Ich selbst fasse es nicht so auf, aber ich bin auch nicht betroffen. Hier wurde mir nicht mit dem nötigen Fingerspitzengefühl gearbeitet. Ich bin gespannt wie die Autorin das im zweiten Band lösen wird. Allerdings bin ich mir gerade noch unschlüssig welche Richtung ich mir tatsächlich wünschen würde, weil, ganz egal was passiert, irgendwie macht das alles für mich ziemlich unglaubwürdig.

Wie können so viele Erinnerungen einem einzigen Gegenstand stecken, wenn die Person, die diese Erinnerungen geschaffen hat, nicht mehr da ist?

„Falling fast“ ist ein emotional und spannendes Buch, gespickt mit einer wichtigen Thematik, die partiell gut umgesetzt wurde. Wenngleich ich das Ende schon bedenklich finde, weil es sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung gehen kann. Ich bin bei meiner Bewertung zwiegespalten. Auf der einen Seite fand ich es toll, auf der anderen Seite hinterlässt das Ende einen ziemlich faden Beigeschmack und bereitet mir Bauchschmerzen.

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Weitere Rezension: Inas little bakery
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2 Comments

  • j125 13. Juli 2019 at 15:06

    Hallo Dörte,

    Bianca Iosivoni hat ja ziemlich viele Fans und obwohl ich gern in dem Genre lese, habe ich noch keines ihrer gedruckten Bücher gelesen. Ich kenne nur die Promises of Forever Reihe, die ich gut, aber nicht überragend fand.

    Versteh ich das richtig, dass die Triggerwarnung am Ende des Buches steht? Das ist ja totaler Blödsinn. Wenn ich mit dem Buch durch bin, nützt die mir auch nichts mehr.

    Was du über das Ende erzählst, finde ich auch sehr bedenklich. Man ist nicht mutig, wenn man sich umbringt. Auch nicht feige, um das klarzustellen. Das ist auf jeden Fall nichts, was ich gern lesen möchte.

    Liebe Grüße
    Julia

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    • Dörte 27. Juli 2019 at 17:37

      Liebe Julia,
      entschuldige bitte, dass ich dir erst jetzt antworte, wir waren im Urlaub.
      Du wirst lachen: Ich habe mich immer dagegen gesträubt, etwas von Iosivoni zu lesen. Mir war der Hype um ihre Bücher einfach zu viel. Und da ich allgemein schlechte Erfahrungen mit so etwas gemacht habe, wollte ich eher Abstand nehmen. Wie das dann aber nun mal so ist: Natürlich hat meine Neugier trotzdem gesiegt und ich habe es bereut, nicht schon früher etwas von ihr gelesen zu haben. Am Montag kommt der zweite Band in die Läden und ich bin schon sehr gespannt, wie sie „das“ wieder drehen möchte.
      Ja, die Warnung steht hinten, es wird allerdings vorne drauf hingewiesen, wo sie steht. Allerdings auch mit der Warnung, dass darin Spoiler enthalten sind. Also eine „Spoilernde Triggerwarnung“, wenn man es genau nimmt.
      Ja diese Botschaft kann ziemlich falsch rüber kommen. Also die mit dem mutig sein. Deshalb fiel es mir auch so wahnsinnig schwer, das Buch zu bewerten. Ich bin da immer noch unsicher. Kennst du das, das du ein Buch eigentlich magst, aber Dinge darin bedenklich findest und deswegen nicht so wirklich weißt, wie du es bewerten sollst? Ist echt schwierig.
      Hab ein schönes Wochenende
      Alles Liebe
      Dörte

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