Emma Scott – All In, Tausend Augenblicke

Posted on 10. Mai 2019 by Dörte

Original: Full Tilt
Full Tilt #1 | 26.10.18 | 432 Seiten | Lyx | Autorin | Leseprobe | Kaufen

Kaceys Leben als Rockstar ist ein Tanz auf dem Vulkan, den sie nicht überlebt hätte, wäre Jonah Fletcher nicht in ihr Leben getreten. Ihn zu lieben ist ein Sprung ins Ungewisse, der größtes Glück oder größten Schmerz bringen kann. Doch ganz gleich, was kommt, Kacey weiß, dass sie nicht mehr zurück kann – und dass Jonah es wert ist, alles zu riskieren …

 

Das Beängstigende an Erinnerungen ist, dass man an seinen Gedanken zerbrechen kann.

Kacey könnte von ihrem Erfolg begeistert sein. Sie verdient mit ihrer Band Millionen, ist gerade auf Tour und hat all das, was sich andere vielleicht wünschen. Doch glücklich ist sie keinesfalls. Kacey hat ihr Päckchen zu tragen. Durch Alkohol versucht sie es leichter werden zu lassen, doch so wirklich gelingen wird ihr das natürlich nicht. Kacey hat ihren Platz noch nicht so richtig gefunden und ist weiterhin auf der Suche nach sich selbst und nach dem, was sie wirklich möchte in ihrem Leben.
Jonah möchte unbedingt seinen Zeitplan erfüllen und kann Kacey dahingegen überhaupt nicht gebrauchen, denn der Wirbelwind bringt alles  total durcheinander. Jonah wirkt sehr ernst, aber auch er hat an etwas zu knabbern, was einen als Leser total erschüttern wird. Beide Schicksale haben mich sehr berührt.

Ich frage mich, ob die Verstorbenen wussten, was ihre Hinterbliebenen darum geben würden, nur noch ein einziges Mal ihre Stimmen zu hören.
Wow. Das ist das Wort, was mir sofort einfällt, wenn ich an „All in, Tausend Augenblicke“ denke. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann mich eine Geschichte das letzte Mal so tief berührt und gleichzeitig so zerrissen hat. Zu Beginn hatte ich etwas Bedenken, dass mir besonders Kaceys Geschichte zu überspitzt und klischeehaft vorkommen könnte. Ein Rockstar, der Drogen nimmt, alles kaputt macht, total zerstört ist, nach außen hin aber seine Maske wart. Glücklicherweise habe ich mich getäuscht, denn ich habe ihr alles abgenommen und konnte sogar verstehen, warum sie so unentschlossen ist und sich selbst noch nicht gefunden hat.
Wie sich die Geschichte aufbaut hat mir ebenso gut gefallen, wie die Verbindung die gleich zwischen den Protagonisten zu spüren ist. Das Knistern hört überhaupt nicht mehr auf. Dabei hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, dass die Geschichte gerade zu schnell voranschreitet. Emma Scott lässt sich genug Zeit die Protas einander nahe zu bringen und doch merkt man als Leser sofort, dass da eine ganz besondere Verbindung besteht.
„Weil man fast glücklich ist, wenn man so tut. […] Denn das Härteste ist, jeden Tag eine Maske zu tragen. Nach einer Weile bekommt man es mit der Angst zu tun, hinter dieser Maske zu verschwinden.“

Jonahs Schicksal hat mich regelmäßig zum Weinen gebracht. Da ich ein sehr empathischer Mensch bin, habe ich mich sowohl in ihn, als auch in Kacey hineinversetzen können und das hat mich ein kleines bisschen zerstört. Ich weiß, dass das sehr große Worte sind, aber anders kann ich es keinesfalls beschreiben. Schon sehr lange habe ich nicht mehr so sehr weinen müssen, wie bei diesem Roman. Es ist herzzerreißend, schlimm, aber auch so wunderschön, wie sehr die beiden sich lieben. So eine Liebe sollte einfach jeder Mensch einmal erleben dürfen.
Die Verbindung, die auch ich zu dem Protas hatte, liegt auch daran, dass Emma Scott beide abwechselnd zu Wort kommen lässt. So beschreibt mal Jonah und mal Kacey ihre Sicht der Dinge aus der Ich-Perspektive. Ich war irgendwann so sehr mit den beiden verbunden, dass ich wirklich dachte, ich sei diejenige, die da gerade ihre Geschichte erzählt und all ihre Emotionen mit hineinbringt. Und davon gibt es eine ganze Menge. Man rast von einem Gefühl zum nächsten und dabei lässt einem die Autorin auch noch nicht mal etwas Zeit um durchatmen zu können. Es hat mich beeindruckt, wie Emma Scott es geschafft hat, ein solches Thema so wunderbar umzusetzen.

„Wenn man sich nach einem Schlag entschuldigt, geht der blaue Fleck davon auch nicht weg.“

„All in, Tausend Augenblicke“ hat mich emotional zerstückelt und auch zerstört. Die Emotionen trafen mich mit voller Wucht und haben mich sehr oft zum Weinen gebracht. Die Figuren sind authentisch, liebenswert und mit so viel Tiefe beschrieben, dass man meint mit ihnen befreundet zu sein. Diese Geschichte wird euer Herz brechen!

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