Ava Reed – Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen

Posted on 1. April 2019 by Dörte

15.02.19 | 320 Seiten | Ueberreuter | Autorin | Leseprobe | Kaufen

Der Abschluss. So viele Dinge, die zu tun sind.
Und danach? Ein Studium? Eine Ausbildung? Reisen?
Leni ist ein normales und glückliches Mädchen voller Träume. Bis ein Moment alles verändert und etwas in ihr aus dem Gleichgewicht gerät. Es beginnt mit zu vielen Gedanken und wächst zu Übelkeit, Panikattacken, Angst vor der Angst. All das ist plötzlich da und führt zu einer Diagnose, die Leni zu zerbrechen droht. Sie weiß, sie muss Hilfe annehmen, aber sie verliert Tag um Tag mehr Hoffnung. Nichts scheint zu funktionieren, keine Therapie, keine Medikation. Bis sie Matti trifft, der ein ganz anderes Päckchen zu tragen hat, und ihn auf eine Reise begleitet, die sie nie antreten wollte …

 

Leni ist ein glückliches Mädchen und steht mit beiden Beiden im Leben. Sie und ihre beste Freundin Emma befinden sich in ihrem letzten Schuljahr. Die beiden Freundinnen sind sehr offenherzig und gehen durch dick und dünn. Umso verwunderter ist Emma, als sich Leni ihr entzieht. Diese weiß aber selbst überhaupt nicht, was mit ihr los ist. Sie zweifelt und verzweifelt. Sie macht sich Gedanken, kommt jedoch nicht zu einem Ergebnis. Leni zerbricht jeden Tag ein bisschen mehr, was sehr schlimm mit anzusehen ist.

„Man hat immer irgendwas. Selbst deine Krankheit ist etwas. Zwischen Alles und Nichts liegt ziemlich viel dazwischen, wenn du mich fragst.“
Ich bin ein großer Fan von Ava Reeds Geschichten, denn sie schafft es stets, mich mit einzubeziehen und mir das Gefühl zu geben, als wäre ich ein großer Teil davon. Zusätzlich transportiert sie die Emotionen ihrer Figuren mit einer solchen Wucht auf mich, dass ich teilweise das Gefühl habe, unter der Last wegzuknicken. So auch in ihrem neuesten Werk „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“. Zu Beginn lernt man Leni, die Protagonistin ein bisschen kennen. Sie ist so schön gezeichnet, dass sie mir sehr echt vorkam. Im Grunde genommen geht es ihr ziemlich gut. Sie befindet sich jetzt in ihrem letzten Schuljahr und ist natürlich sehr aufgeregt wegen dem, was auf sie zukommen wird. Die Emotionen und Gedanken die sie durchlebt, sind absolut nachvollziehbar.
Der schleichende Prozess, der währenddessen stattfindet ist ebenfalls greifbar. Leni weiß nicht mehr, was mit ihr nicht stimmt. Sie kapselt sich ab, kann niemanden mehr um sich haben. Sie würde es gerne verstehen, aber es will einfach nicht funktionieren. Die Verzweiflung, die Kraftlosigkeit. All das ist so realistisch, dass sich auch in mir ein bedrückendes Gefühl breit gemacht hat.
„Du machst mir Angst, Leni“, flüsterte sie mit gebrochener Stimme, während sie mir über die Haare streicht und leise schnieft.
Ich mir auch, Emma. Ich mir auch.

Was die Protagonistin durch machen musste, konnte ich so gut verstehen, und hätte ihr so gerne geholfen.
Ava Reed ist es jedoch nicht nur wunderbar gelungen, ihre Hauptfigur zu formen und ihr Leben einzuhauchen. Auch die Nebenfiguren sind einem als Leser durchaus nahe. Allen voran muss ich hier Emma, Lenis beste Freundin erwähnen. Sie möchte natürlich helfen, weiß aber nicht, wie. Niemand weiß schließlich, was in Leni vorgeht, was mit ihr geschieht. Zudem stößt die Protagonistin ihr Umfeld auch vor den Kopf. Aber nicht, weil sie das möchte, sondern weil die Krankheit dies mit ihr gemacht hat. Ich habe wirklich jede einzelne Regung, jede Handlung total verstanden. Allen voran ihre Gedanken und ihre Gefühle. Das spricht erneut für die tolle Arbeit der Autorin. Ava Reed versteht ihr Handwerk!
Zusätzlich zu dieser ganzen Begeisterung, die ich bislang schon ausgesprochen habe, muss ich unbedingt auch noch die Tagebucheinträge von Leni erwähnen, die allesamt von der Autorin selbst geschrieben und gezeichnet wurden. Sie geben dem ganzen Buch noch eine persönlichere Note, was mir außerordentlich gut gefallen hat.

„Ich gebe Mum keine Schuld, sie hatte nur das beste im Sinn. Ich gebe sie mir, weil ich ihr nie gesagt habe, dass ihr Bestes meine Hölle ist.“

„Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen“ ist ein sehr wichtiges Buch. Es gibt einen tiefen Einblick in die Seele eines psychisch kranken Menschen und zeigt auf, was dieser durchlebt. Ich finde es äußerst wichtig, dass Depressionen und andere Krankheiten, die „unsichtbar“ sind, auch endlich von der gesamten Gesellschaft als solche angesehen werden. Dieses Buch ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Ich habe es gelebt und ich liebe es. Weiter so, liebe Ava Reed!

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3 Comments

  • Vikky von Vikky's Bücherwelt 12. April 2019 at 16:56

    Hallo Dörte,
    ich habe dieses Buch schon auf anderen Blogs gesehen. Ich möchte dieses Buch umbedingt lesen und freue mich schon sehr darauf.

    LG Vikky von Vikky’s Bücherblog

    Reply
    • Dörte 16. April 2019 at 11:33

      Liebe Vikky,
      ich hoffe sehr, dass dir das Buch ebenso gut gefallen wird, wie mir. Aber eigentlich mache ich mir da gar keine Sorgen, denn es ist einfach toll. 🙂
      Alles Liebe
      Dörte

      Reply
  • Rückblick März - Books and Family 8. November 2019 at 15:23

    […] Beide Bücher sind einfach nur toll ♥ Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen […]

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