Bianca Iosivoni – Die letzte erste Nacht

Posted on 23. Februar 2019 by Dörte

Firsts #3 | 25.05.18 | 400 Seiten | Lyx | Autorin | Leseprobe | Kaufen

 

Eine einzige Nacht kann dein ganzes Leben verändern …
Sie hätten niemals miteinander im Bett landen dürfen – das ist Tate und Trevor klar. Und schon gar nicht sollten sie den Wunsch verspüren, das Ganze zu wiederholen. Doch für die beiden ist es unmöglich, das Kribbeln zwischen ihnen zu ignorieren. Dabei kann Trevor auf keinen Fall erneut bei Tate schwach werden. Zu nah kommt die junge Studentin seinem dunkelsten Geheimnis: Während sie versucht, herauszufinden, warum ihr Bruder starb, setzt er alles daran, die Antwort auf diese Frage für immer vor ihr zu verbergen …

 

Das hier war keine Liebesgeschichte. Für uns beide gab es kein Happy End.

 

 

 

Tate mimt nach außen hin die Coole und Unnahbare, eine Frau, die nichts erschüttern kann und die Gefühle völlig kalt lassen, doch innerlich ist sie nach dem Tod ihres Bruder absolut zerrissen. Sie möchte vergessen und greift daher gerne mal zu Drogen, die ihr beim Vergessen helfen sollen.
Trevor ist eine der Drogen, die Tate beim Verdrängen der Ereignisse hilft. Im Grunde genommen sind die Zwei wie Feuer und Wasser, und doch werden sie wie magisch voneinander angezogen. Trevor schleppt ein Geheimnis mit sich rum, woran er schwer zu knabbern hat. In wie weit Tate darin verwickelt ist, zeigt sich im Laufe der Geschichte.

Tränen änderten nichts. Nichts an der Situation, nichts an den Problemen und vor allem würden sie niemanden zurückbringen. Wozu also seine Zeit damit verschwenden […]?
Wie gewohnt flott erzählt uns Bianca Iosivoni im dritten Band der „Firsts-Reihe“ die Geschichte von Tate und Trevor. Die beiden Protagonisten erzählen die Geschehnisse abwechselnd aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive, was es mir sehr leicht machte mich mit ihnen zu identifizieren. Die eher kürzeren Kapitel führten dazu, dass ich ziemlich schnell durch die Seiten gehuscht bin. Auch die stets auf demselben Level vorhandene Spannung bereitete mir großes Vergnügen.
Ich konnte mich mit beiden Protas sehr gut identifizieren, wenngleich meine Sympathie mehr auf Tates Seite gewesen ist. Ihre starke, aber doch schwache Art haben mir sehr gut gefallen. Es zeigt, dass man nicht nach Äußerlichkeiten gehen darf. Schließlich kann man in einen Menschen nicht hineinsehen. Einzig wie sie mit ihrer Wut und ihrer Trauer umgegangen ist, kann und konnte ich nicht gut heißen. Verstanden habe ich allerdings auch dies.
Bianca Iosivoni ist es erneut gelungen ihre Figuren lebendig erscheinen zu lassen. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass es sich um fiktive Charaktere handelt, sondern stets eine Bindung zu jedem einzelnen.
„Ich wollte vergessen. Einfach nur für ein paar Stunden vergessen …“ […] „Hat es funktioniert?“ […] „Nein. […] Das letzte Mal, dass es funktioniert hat, war mit dir.“

Die Clique erscheint mir so real. Es war für mich fast wie ein „Nach Hause kommen“, als ich das Buch öffnete und mich wieder einmal ganz in der Geschichte verlor und die schon bekannten Figuren erneut begleitete. Die Beziehung zwischen Tate und Trevor hat mich stellenweise berührt. Stellenweise sage ich, weil ich manche Dinge nicht nachvollziehen konnte und mich leider auch einige Dinge völlig kalt gelassen haben. Die großen Emotionen, die ich bei „Der letzte erste Kuss“ geliefert bekommen habe, waren hier leider nur spärlich vorhanden. Das finde ich sehr schade, da es für mich bei einem solchen Roman, bei einer solchen Thematik einfach dazugehört eine „Gefühls-Watsche“ zu bekommen. Bedauerlicherweise war dies hier aber nicht der Fall.
Die Geschichte ist sehr vorhersehbar, was bei weitem nicht so schlimm ist, wie der Weg dorthin. Wie es ausgeht hatte ich schon ziemlich früh im Kopf. Allerdings musste ich erst noch das Warum herausfinden. Und das hat mir leider so überhaupt nicht gefallen, weil es das Ende der Geschichte für mich unglaubwürdig gemacht hat. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, das ein Mensch so reagieren würde.

„Letzten Endes geht es gar nicht ums Vergeben und Vergessen.“ […] „Es geht  darum, ob du diesen Menschen weiterhin in deinem Leben haben willst oder nicht. Wenn du das ganz ehrlich beantworten kannst, dann stellt sich die Frage nach dem Verzeihen gar nicht mehr.“

„Die letzte erste Nacht“ lässt sich, wie von der Autorin gewohnt, sehr gut lesen. Ich konnte mich gut mit den Protas identifizieren und auch Spannung war stets vorhanden. Doch leider wurden mir hier die Emotionen nicht so auf dem Silbertablett serviert, wie ich das vom Vorgängerband kannte. Gerade bei einer solchen Thematik sind Gefühle aber das A und O. Auch der Ausgang der Geschichte war mir leider zu unrealistisch.

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Weitere Rezension: Kielfeder
Die Reihe: Der letzte erste Blick | Der letzte erste Kuss | Die letzte erste Nacht | Der letzte erste Song

 

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