Katy Mahood – Die Wege, die wir kreuzen

Posted on 31. Januar 2019 by Dörte

Original: Entanglement
11.01.19 | 304 Seiten | Knaur. | Autorin | Leseprobe | Kaufen

 

Zwei Paare, drei Jahrzehnte: Immer wieder kreuzen sich in diesem Roman von Katy Mahood die Lebenswege von John und Stella mit denen von Charlie und Beth in den Straßen Londons, wo der Puls der Welt schlägt. Obwohl sie es nicht wissen, sich nicht einmal kennen, werden diese Begegnungen nicht ohne Folgen bleiben. Während manche Pläne gelingen und andere scheitern, während die Liebe sich wandelt, schwindet oder um so stärker zurückkehrt, zieht das Leben seine Kreise um die vier und ihre Kinder.
Und immer bleibt die Frage, wie wir wurden, wer wir sind – und wie selbst scheinbar unbedeutende zufällige Begegnungen unser Leben und unsere Beziehungen beeinflussen.


Danke an den Knaur. Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

 

 

Stella möchte sehr gerne Karriere machen, allerdings ist sie schwanger und muss aus diesem Grund ihr Vorhaben erst einmal aufs Eis legen, während ihr Freund
John ein anerkannter und erfolgreicher Physiker ist und in seinem Beruf total aufgeht. Er hat mit seiner Arbeit sehr viel zu tun, wobei seine Familie sehr häufig zu kurz kommt.
Charly verliert nach mehreren Schicksalsschlägen den Boden unter den Füßen. Seiner Ehe mit
Beth tut dies natürlich auch nicht gut. Er gerät immer mehr vom richtigen Weg ab, während seine Frau versucht, ihn irgendwie wieder in die Spur zu bringen. Nur ob dies gelingt?

Stellas rotes Kleid bauschte sich im Wind […]. Als sie aufsah, trafen sich ihr Blick und der des verletzten Mannes. […] Sein Blick war so intensiv, dass sie einen unheimlichen Moment lang hätte schwören können, dass er sie kannte.
Die Geschichte ist am Anfang wie ein riesiges Gemälde. Es ist alles total detailliert ausgemalt und hat zig Schnörkel. Da bleibt kein Platz mehr für die eigene Fantasie. Man wird förmlich mit den ganzen Einzelheiten erschlagen. Jede Figur ist präzise gezeichnet, doch trotz dieser Präzision, waren sie mir zu keiner Zeit richtig nah. Sie existieren zwar, aber leben irgendwie nicht. Die Verbindung hat mir ebenso gefehlt, wie eine gewisse Sympathie. Dies und die Tatsache, dass der Schreibstil mehr als gewöhnungsbedürftig ist, hat mir zunächst nur den Start sehr erschwert.  Auch im weiteren Verlauf verliert sich Katy Mahood  in den Beschreibungen und lässt keine richtiges Tempo aufkommen. Ihre Geschichte zu lesen, erinnerte mich etwas an einen Motor, der ständig ins Stocken gerät, was es mir sehr erschwert hat, überhaupt weiter lesen zu wollen. Hinderlich daran war ebenfalls die ständigen Erzählersprünge.
Charlie hob den Arm, winkte, bog um die Ecke der schmalen Gasse und verdrängte das plötzliche Bedürfnis, die Stufen hinauf zurückzulaufen und Annie mitzunehmen.

Alles, wirklich alles an „Die Wege, die wir kreuzen“ ist äußerst düster und deprimierend. Egal, an welcher Stelle man ankommt, es gibt auf jeden Fall etwas, was einen selbst als Leser total runterzieht. Da ist nichts, was die düstere Stimmung mal aufhellt. Kein Licht am Horizont erkennbar. Nur absolut Düsternis, Gewitterwolken und jede Menge Regen. Ich habe es noch nie erlebt, dass mich ein Buch derart runter zieht. Dass ich keine Lust habe, die Geschichte weiter zu lesen, weil ich genau weiß, dass die Figuren eh nur aneinander vorbei leben, keiner mit sich selbst oder dem anderen zufrieden ist und eigentlich eh alles nur schlimm ist. Ich hätte mir mehr Hoffnung gewünscht. Dass der Schleier abgezogen wird und die bunten Farben wieder zum Erleuchten gebracht werden. Aber das passiert auf keine der 304 Seiten. Bei mir kam leider überhaupt nichts an. Weder irgendwelche Emotionen, wenn etwas Schlimmes geschehen ist, und davon passiert hier einiges, noch der Sinn hinter dieser ganzen Geschichte. Zwar treffen sich die Paare immer mal wieder flüchtig, dies hat allerdings keinerlei Auswirkung auf ihr weiteres Leben.

Unentbehrlich zu sein gab ihr ein Gefühl der Macht. Mehr noch: Sie fühlte sich dadurch lebendig.

„Die Wege, die wir Kreuzen“ ist ein sehr düsterer Roman, der einen zutiefst deprimiert. Die Geschichte lässt sich sehr schwer lesen. Zudem ist es der Autorin zu keiner Zeit gelungen, mir ihre Figuren oder deren Gefühle nahe zu bringen.
Die Aussage: „Dass die Begegnungen der Protagonisten nicht ohne Folgen bleiben“, erschließt sich mir ebenso wenig. Ich hätte mir weitaus mehr hierzu gewünscht.

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Weitere Rezension: Litterae-artesque

 

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4 Comments

  • Martinas Buchwelten 31. Januar 2019 at 19:51

    Oh, das hört sich alles andere als gut an bzw. erwartet man sich hier eine eher andere Geschichte. Wie du liebe ich ja „Zwei an einem Tag“ und bis jetzt hat es kein Buch mit ähnlichem Thema nur ein bisschen daran heranzukommen.
    Gut, dass ich momentan keine Zeit für die gemeinsame LR hier hatte….gerne möchte ich aber ein anderes Mal mitlesen.
    Liebe Grüße
    Martina

    Reply
    • Dörte 4. Februar 2019 at 11:47

      Liebe Martina,
      gerade weil es so angepriesen wurde, dass es wie „Zwei an einem Tag“ sein soll, musste ich es einfach lesen. Aber ehrlich? Es hat damit absolut gar nichts zu tun. Null. Meiner Meinung nach hast du nichts verpasst. 🙁
      Ich freue mich auf eine Leserunde mit dir. 🙂
      Alles Liebe
      Dörte

      Reply
  • Anne Parden 1. Februar 2019 at 0:44

    Du weißt ja, dass das Buch auf mich einen ganz anderen Eindruck gemacht hat. Mir hat es letztlich richtig gut gefallen! Aber so empfindet eben jeder Romane anders…

    Schön, dass Du meine Rezension oben noch verlinkt hast, danke sehr! ♥

    Möge das nächste Buch uns beiden gefallen…

    Liebe Grüße,

    Anne

    Reply
    • Dörte 4. Februar 2019 at 11:54

      Liebe Anne,
      wie schon gesagt: Gerade deshalb mag ich Leserunden auch so: Da gibt es zig verschiedene Ansichten, weil jeder etwas anderes empfindet. Das ist toll! Ich finde es total schade, dass mir die Geschichte so gar nicht gefallen hat. Es war einfach nicht mein Buch. 🙁
      Ach, ich hab dich gerne verlinkt. Ich mag es sehr, in einer Rezension eine zu verlinken, die das genaue Gegenteil von meiner eigenen ist. 🙂
      Alles Liebe
      Dörte

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