Rezension:
Brittainy C. Cherry – Wie die Stille unter Wasser

Posted on 8. Dezember 2018 by Dörte

Original: The Silent Waters
Romance Elements #3 | 26.01.18 | 400 Seiten | Lyx | Autorin | Leseprobe | Kaufen

 

Momente.
Die Menschen erinnern sich vor allem an Momente.
Denn das Leben ist eine Summe aus einer unendlichen Anzahl von Momenten. Manche sind grausam und voller Erinnerung an nicht vergangenen Schmerz. Manche sind unglaublich schön und voller Versprechen, die auf einen besseren Morgen hoffen lassen. Ich habe in meinem Leben viele solcher Momente erlebt. Momente, die mich veränderten, die mich herausforderten. Momente, die mir Angst machten und mich in die Tiefe rissen. Doch die größten Momente – die, die mir das Herz brachen und den Atem raubten – habe ich alle mit ihm erlebt.
Alles begann mit einem Nachtlicht, das aussah wie eine Rakete, und einem Jungen, der mich nicht lieben wollte.

 

 

 

„Du kannst mich nicht heilen, Maggie. Du musst mich ertrinken lassen.“

 

 

 

Brooks und Maggie lernen sich schon im Alter von sechs Jahren kennen. Maggies Vater zieht zu seiner neuen Freundin und deren unmittelbare Nachbarn sind Brooks Familie. Die erste Begegnung der Kinder ist schon eine ziemlich magische und diese Verbindung zieht sich durch das gesamte Buch. Dem Mädchen ist bereits in so jungen Jahren klar, das Brooks wie für sie gemacht ist. Dieser sieht das jedoch völlig anders. Dass sich schon längst ein unsichtbares Band zwischen ihnen befestigt hat, kann er nicht ahnen.
Zu Beginn wird die Geschichte aus der Sicht von Maggie erzählt. Dadurch, dass sie den Ich-Erzähler annimmt, bekommt man ihre Gedanken und Gefühle mit und gibt ihr sehr schnell einen Platz im Herzen. Ich hatte das Gefühl, dass mir wirklich ein kleines Mädchen ihre Geschichte erzählt und dabei auch nicht verschweigt, wie sehr sie Brooks mag. Sie weiß genau was sie will und versucht dies auch durchzusetzen. Gerade weil man so dicht an ihr dran ist, fühlt man das schreckliche Erlebnis, welches ihr widerfährt, am eigenen Leib. Ich habe geweint, als ich die Zeilen las und konnte mich erst gar nicht mehr beruhigen. Dass Maggie dadurch ihre Stimme verloren hat, kann ich absolut nachvollziehen.

Wie sich herausstellte, wurde es mit der Zeit nicht einfacher, einen Menschen zu vermissen. Nur leiser. Man lernte, mit dem Schmerz tief in seinem Innern zu leben. Man trauerte um die Momente, die man gemeinsam erlebt hatte, und manchmal überließ man sich dem Schmerz.
Nach dem Erlebnis ist nichts mehr, wie es vorher war. Mit eine der einzigen Konstanten im Leben von Maggie bleibt allerdings Brooks, der sie besucht, mit ihr spricht, eben immer für sie da ist. Die beiden werden älter, entwickeln sich zu starken Persönlichkeiten. Das Band reißt jedoch niemals ab. Ihre Verbindung hat die Autorin so gut rüber gebracht, dass man das Knistern zwischen den beiden beim Lesen förmlich spüren konnte.
Mir gefällt es außerordentlich gut, wie Brittainy C. Cherry es schafft, jegliche Emotionen ihrer perfekt gezeichneten Figuren auf den Leser zu übertragen. Wie sie den Schmerz projiziert und einen damit zum Weinen bringt.
Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass Maggie ihre Stimme wieder findet und alles gut ausgeht. Ich habe mich der emotionalen Achterbahnfahrt hingegeben. Bin über Überraschungen gestolpert, habe gelacht, sowie geweint, und musste am Ende des Buches einen Berg von Taschentüchern entsorgen. Genau das erwartet man, wenn man Bücher von Brittainy C. Cherry liest. Aber das ist auch gut so!
In dieser Nacht lernte ich ein paar Dinge über das Leben. Manchmal war der Regen angenehmer als die Sonne. Manchmal war der Schmerz erfüllender als das Gefühl zu heilen. Und manchmal waren die einzelnen Teile eines Puzzles schöner, wenn sie durcheinander lagen.

In „Wie die Stille unter Wasser“ zeigt Brittainy C. Cherry einmal mehr, wie gefühlvoll sie schreiben kann. Zu ihrer emotionsgeladenden Geschichte kommen perfekt ausgemalte Figuren, die man sofort ins Herz schließt. An Dramatik fehlt es diesem Buch eben sowenig, wie an einer guten Prise Humor.
Die Autorin ist ein Garant für tränenreiche Geschichten.
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Weitere Rezension: Kunterbunte Flaschenpost
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