(Kurz) Rezension:
Lea Coplin – Nichts ist gut. Ohne dich.

Posted on 8. Oktober 2018 by Dörte

Original: The Silent Waters
20.04.18 | 352 Seiten | DtV | Autorin | Leseprobe | Kaufen

 

Sechs Jahre lang haben sich Jana und Leander nicht gesehen. Als Kinder waren sie unzertrennlich – bis zu diesem einen, verhängnisvollen Abend im August, als Janas Bruder Tim bei einem Autounfall ums Leben kam. Leander fuhr den Wagen. Und verschwand danach aus Janas Leben. Kein Wort haben sie seitdem gewechselt, wissen nichts mehr voneinander. Und jetzt steht er plötzlich vor ihr. Mit seinen hellblauen Augen. Und die Anziehungskraft ist so viel größer als Jana wahrhaben will. Sechs Jahre hat sie versucht, ihn zu hassen. Und nun ist er da, aus einem wirklich guten Grund: Er ist hier, damit sie ihn rettet. Nur weiß er das selbst noch nicht.

 

 

 

Wenn du die Schreie nicht hören willst, solltest du gewisse Türen nicht öffnen.

 

 

Wenn ich Lea Coplins Werk mit nur einem Wort beschreiben müsste, würde ich „Vorhersehbar“ nennen. Tatsächlich sagte ich schon nach wenigen Seiten zu meinem Mann: „Ich wette, es geht so und so aus.“ Und bis auf die Einzelheiten kam es dann auch so.
Zum Inhalt der Geschichte gibt es nicht viel zu sagen. Auf der einen Seite ist Jana, auf der anderen Seite Leander. Beide kennen sich schon aus ihrer Kindheit, haben sich jedoch aufgrund eines Schicksalsschlages aus den Augen verloren. Der Schmerz sitzt vor allem bei Jana sehr tief, was die Autorin zwar verständlich, jedoch nicht emotional rüber bringen konnte. Leanders Innenleben blieb mir auch gänzlich fremd. Es kam bei mir ebenso wenig an, wie alle anderen Gefühle der Protagonisten. Wie Leander Kontakt zu Lea aufnimmt, war mir zu glatt. Ich habe es besonders dem weiblichen Part überhaupt nicht abgenommen, wie sie reagiert. Ihre Wut, die sie zum Ausdruck bringt, fühlte sich für mich unecht an.
Das Leben kann lautlos sein, wenn man es lässt.
Die Geschichte rund um die Vergangenheit der Protagonisten bietet genau so wenig Überraschungen, wie die Gegenwart, in der sich beide befinden. Sie machen alles komplizierter, als es in Wirklichkeit ist. Ich habe mich beim Lesen häufiger gefragt, ob das jetzt wirklich ihr Ernst ist. Leider bewirken auch die Nebenfiguren nicht, dass ich etwas mehr Begeisterung für das Buch aufbringen kann. Sie waren für mich überzeichnet und sehr anstrengend. Besonders die Fehde zwischen Leanders Mitbewohnern ließ mich den Kopf schütteln. Das kam bei mir äußerst kindisch und unreif an. Im Grunde genommen hätte ich es mir sparen können, das Buch zu Ende zu lesen, denn ich wusste schon grob am Anfang, wie es ausgehen wird. Dennoch hatte ich stets die Hoffnung, dass mich die Handlung, oder die Emotionen doch noch packen würden. Dass ich vielleicht überrascht werde und schließlich denke, wie gut diese Wendung gewesen ist. Schließlich ist das Potenzial absolut vorhanden. Der gute Plot wurde aber bedauerlicherweise nicht gut, sondern eher langweilig umgesetzt.
Ich wüsste zu gern, wer ich bin. Und wann ich mich verloren habe. […] Ich fühle mich leblos. Wie tot. […] Nein, das stimmte nicht ganz. Ich fühlte mich wie eine atmende Tote bis zu dem Augenblick, in dem Leander vor mir stand.

Das einzig positive an dieser Geschichte war für mich, dass sie sich recht schnell lesen lässt. Ansonsten kann ich weder über eine unfassbare Spannung, noch über Gefühle, oder irgendwelche großen Überraschungen sprechen. „Nichts ist gut. Ohne dich.“ plätschert so dahin. Ein Buch das man lesen kann. Man verpasst allerdings auch nichts, wenn man es nicht tut.
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