Kurz-Rezension:
Vincent Kliesch – Der Todeszauberer

Posted on 21. August 2018 by Dörte

Julius Kern #2 | 18.04.11 | 352 Seiten | Blanvalet | Leseprobe | Kaufen

 

Eine verstümmelte Frauenleiche wird ans Havelufer geschwemmt, und Hauptkommissar Julius Kern steht vor einer neuen Herausforderung: Siebzehn Frauen hat der so genannte Schläfenmörder bereits getötet, und die Opfer haben nur eines gemeinsam – eine Schlagwunde an der rechten Schläfe. Inmitten der schwierigen Ermittlungen erhält Kern einen anonymen Brief von einem alten Bekannten: Tassilo Michaelis, freigesprochener Massenmörder und Kerns Erzfeind, scheint Informationen zu besitzen, die Kern auf die Fährte des Schläfenmörders führen könnten. Doch er verlangt dafür einen hohen Preis …

 

 

Der Prolog ließ auf einen sehr guten Thriller aus der Feder von Vincent Kiesch schließen. Damit hatte ich nach dem starken Debüt der Reihe: „Die Reinheit des Todes“ auch gerechnet. Der Beginn des Buches hinterließ ein merkwürdiges, beklemmendes Gefühl bei mir, da es mir so vorkam, als würde der „Todeszauberer“ nicht mit seinem nächsten Opfer, sondern mit mir sprechen. Bedauerlicherweise entschied ich mich in Gedanken ebenfalls für den Hammer, weiter ausführen werde ich diese Tatsache jedoch nicht, da ich ansonsten spoilern würde.
Vieles vom ersten Band hatte ich nicht mehr im Kopf, was beim weiteren Verlauf jedoch kein Problem darstellte. Die Geschichte beinhaltet einen in sich abgeschlossenen Fall, lediglich die Beziehung zu Tassilo sollte man im vorherigen Band gelesen haben, was allerdings ebenfalls kein absolutes Muss darstellt, da man den Thriller auch gut ohne Vorkenntnisse versteht.
Die kurzen Kapitel und der angenehme Schreibstil führten dazu, dass es wirklich nicht allzu lange dauert, bis man mit dem neuesten Fall von Julius Kern durch ist. Bedauerlicherweise ist dies und die Tatsache, dass Tassilo wieder eine zentrale Rolle spielt, das Einzige, was mir an diesem Buch gefallen hat.
Doch manchmal wiegt die Wahrnemung schwerer als die Fakten.
Julius Kern bekommt zur Unterstützung eine andere Ermittlerin aus München an seine Seite, die sich augenscheinlich für ihn zu interessieren scheint. Für mich hätte es dieses Tête-à-Tête nicht geben müssen. Ich fand es unnötig und total an den Haaren herbeigezogen. Nachdem, was im ersten Band mit seiner Frau gewesen ist, konnte ich diese Entwicklung weder verstehen, noch gut heißen.
Hinzu kommt, dass mir in genau diesen Abschnitten der Ermittler vorgekommen ist, wie ein Teenager, der seine Hormone nicht mehr im Griff hat. Ist diese Entwicklung wichtig für den Fall? Keinesfalls! Gefühlt wurde auch nicht wirklich etwas zum Lösen des Falles getan. Kern und Fuchs unterhalten sich, stellen sich Fragen, aber das mal etwas passiert? Nein!
Als wäre es nicht schon genug, dass die Ermittler in diesem Band viel von meiner Sympathie eingebüßt haben: Der Täter reißt dies auch nicht raus. Seine Taten sind grausig und weiß Gott nichts für schlechte Nerven. Aber die Stellen, in denen wieder mal etwas passiert, sind weder spannend, noch irgendwie überraschend. Der gesamte Thriller plätschert so vor sich hin und ist so durchsichtig wie ein Fenster. Man weiß als Leser schon sehr früh, wohin sich alles entwickeln wird. Gerade dieses Wissen raubt die Spannung, die just nach dem Prolog immer tiefer in den Keller fiel und sich davon auch nie erholen konnte.
Einziger Lichtblick waren die Kapitel mit Tassilo, der zumindest ein bisschen Neugierde bei mir wecken konnte.
„Es gibt Zeiten, in denen die Wahrheit schmerzlich ist. Sie tut den Menschen weh. Es gibt Zeiten, in denen Schweigen das Beste ist.“

Leider war dieser Band für mich ein totaler Schuss in den Ofen. Von Spannung ist nichts zu spüren und die Ermittlungen fanden nicht wirklich statt. Julius Kern hat einen Schritt zurück gemacht.
Der Thriller plätscherte nur so vor sich hin und war für mich nichts Besonderes. Ich war zusehends genervt. Selbst das Ende konnte mich überhaupt nicht überraschen.
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Weitere Rezension: Mörderzeilen
Die Reihe: Die Reinheit des Todes  | Der Todeszauberer  | Der Prophet des Todes

 

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