Kurz-Rezension:
Lara Avery – Was von mir bleibt

Posted on 7. August 2018 by Dörte

Original: The Memory Book
30.11.17 | 400 Seiten | Carlsen | Leseprobe | AutorinKaufen

 

Sammie ist klug, selbstbewusst und hat nur ein Ziel: den besten Schulabschluss machen und ihrer Heimatstadt so schnell wie möglich den Rücken kehren. Wäre da nicht diese unheilbare Krankheit, die ihr – so sagen die Ärzte – nach und nach alle Erinnerungen rauben wird. Doch Sammie will sie festhalten: die Erinnerung an Stuart und ihren ersten Kuss. An Maddie und den großen Streit. Und an Cooper, der wie kein anderer Sammie zum Lachen bringt. Sammie schreibt, um eins niemals zu vergessen: dass sie ihr Leben gelebt hat, bis zum Schluss.

 

 

 

Mein Körper lässt mich im Stich, und ich weiß nicht, was ich dagegen tun soll.

 

 

Habt ihr  schon einmal etwas über „Kinder-Alzheimer“ gehört? Nein? Ich auch nicht. Aber dann fiel mir dieses Buch in die Hände und ich betrat eine völlig neue Welt aus einer völlig neuen Perspektive.
Sammie leidet unter der Krankheit Niemann-Pick Typ C, kurz NPC. Diese ist äußerst selten und tritt fast ausschließlich bei Kindern auf. Erkrankte büßen, unter anderem, immer mehr von ihrem Erinnerungsvermögen ein. Eine Heilung ist ausgeschlossen. NPC endet mit dem Tod.
Das Besondere an diesem Buch ist zweifellos, dass es wie ein Tagebuch geschrieben ist. Sammie schreibt sich selbst Erinnerungen auf. Dabei handelt es sich nicht nur um Ereignisse, die ihr besonders im Gedächtnis bleiben sollen, auch wenn die Krankheit weiter fortschreitet, sondern auch um alltägliche Dinge, die sie unter keinen Umständen vergessen möchte. Durch diese Gliederung ist die Geschichte äußerst persönlich. Ich hatte das Gefühl, als würde ich verbotener Weise in Sammies Tagebuch lesen.
Bevor mir wieder einfällt, wer Maddie ist, war ich haarscharf davor, auf dem Podium rumzusabbern und ihre Hand zu nehmen wie ein kleines Kind, […] damit sie mich nach Hause zu Mommy und Daddy bringt.
Am Anfang hatte ich leider Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Ich brauchte eine Weile um mich an den Stil zu gewöhnen. Doch als ich dies geschafft hatte, habe ich mich einfach treiben lassen und Sam mit großer Freude und mit einem noch größeren Respekt begleitet. Es hat mir schier imponiert, wie sie mit ihrer Krankheit umgeht und mit welchem Optimismus sie einzelne Etappen erreicht, die sie sich vorgenommen hat.
Das Buch geht zu Herzen. Es ist emotional bis zum geht nicht mehr. Dennoch stirbt eines niemals: Die Hoffnung. Sam ist so voll davon, das man einfach mit ihr mitfiebern muss. Die Tagebucheinträge sind absolut authentisch. Man bemerkt als Leser nicht nur, dass es sich bei den Schriften um einen Teenager handelt, sondern ebenfalls, in was für einem Zustand sich Sammie gerade befindet. Ein großes Lob an die Autorin, die das so perfekt umgesetzt hat.
Ich bin müde, aber nur in meinem Körper.
Überall sonst bin ich hellwach.

„Was von mir bleibt“ hat mich im positiven Sinne überrascht. Es handelt sich keinesfalls um „leichte Kost“, die man „mal eben weg lesen kann“. Man sollte sich Zeit für das Buch nehmen, um die Geschichte richtig wirken zu lassen. Die Geschichte von Sam ist sehr authentisch, voller Gefühl und geht somit absolut zu Herzen. Die Protagonistin ist für mich eine Heldin. Ihr Tagebuch ist ein ganz besonderes, welches mir noch sehr lange im Gedächtnis bleiben wird.
**************************************************************************************************************************************

 

Weitere Rezension: Lesezauber
Dir hat der Beitrag gefallen? Dann mach doch auch andere darauf aufmerksam!

No Comments

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.