Kurz-Rezension:
C.J. Tudor – Der Kreidemann

Posted on 8. Juli 2018 by Dörte

Original: The Chalk Man
29.05.18 | 384 Seiten | Goldmann | Autorin | Leseprobe | Kaufen

 

Alles begann an dem Tag, an dem sie auf den Jahrmarkt gingen. Als der zwölfjährige Eddie den Kreidemann zum ersten Mal traf. Der Kreidemann war es auch, der Eddie auf die Idee mit den Zeichnungen brachte: eine Möglichkeit für ihn und seine Freunde, sich geheime Botschaften zukommen zu lassen. Und erst einmal hat es Spaß gemacht – bis die Figuren sie zur Leiche eines jungen Mädchens führten. Das ist dreißig Jahre her, und Eddie dachte, die Vergangenheit liegt hinter ihm. Dann bekommt er einen Brief, der nur zwei Dinge enthält: ein Stück Kreide und die Zeichnung eines Strichmännchens. Und als die Geschichte beginnt, sich zu wiederholen, begreift Eddie, dass das Spiel nie zu Ende war …

 

„Der Kreidemann“ wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zuerst befinden wir uns in der Gegenwart im Jahre 2016. Anschließend machen wir einen Sprung ins Jahr 1986, wo wir Eddie und seine Freunde auf Schritt und Tritt begleiten. Die Freunde befinden sich mitten in der Pubertät, und haben Probleme, die man mit zwölf Jahren eben hat.
In der Kleinstadt, in der sie leben, ist nicht besonders viel los und das macht sich auch beim Lesen bemerkbar. Es passiert einfach nichts. Ja, die Clique übermittelt sich mit Kreide geheime Botschaften und ja, sie haben auch eine Leiche gefunden. Das jedoch erst, nachdem ein dreiviertel des Buches gelesen ist und man sich bis dahin gelangweilt hat. Ich war überrascht, wie man auf zig Seiten so viel schreiben kann, ohne die Geschichte voranzutreiben. Spannung? Nicht vorhanden. Zumindest auf ein bisschen Grusel hatte ich gehofft, aber davon war „Der Kreidemann“ weit entfernt. Als einen Thriller möchte ich dieses Buch auch nicht bezeichnen. Eher als einen Roman, der ein paar Krimielemente aufzuweisen hat.

[…] Wie Dinge sich von einer Sekunde zur anderen ändern können. Wie uns alles, was wir für selbstverständlich halten, mit einem Schlag genommen werden kann.
Der Roman hat mich sehr an Stephen Kings „Es“ erinnert. Besonders die Geschichte rund um 1986. Die Freunde, die kleine „Abenteuer“ miteinander erleben und auch das ganze Drumherum. Mir war es zuviel des Drumherums. Ich habe auf die große Spannung gewartet, die angekündigt wurde. Diese fing jedoch nur mal kurz am Ende vieler Kapitel zu lodern an, bevor sie nach nur wenigen Seiten im neuen Kapitel wieder erlosch. Selbst die Zeit im neuen Jahrtausend bot nichts Weltbewegendes. Eddie erzählt auch in der Gegenwart seine Geschichte selbst.  Er hat nichts erreicht und trinkt zudem auch noch viel zu viel Alkohol. Ein funktionierendes Sozialleben ist schlicht nicht existent. Wirklich sympathisch war er mir weder als Mann mittleren Alters, noch als Kind. Aber so erging es mir mit jeder einzelnen Figur, die ich in diesem Buch kennengelernt habe. Keiner von ihnen kann mit Sympathie, oder mit irgendwas anderem punkten. Keiner bleibt irgendwie im Gedächtnis.
Auf wirkliche Überraschungen habe ich vergebens gewartet. Im Gegenteil, ich hatte eher das Gefühl, das auf Teufel komm raus an einigen Stellen eine „Überraschung“ inszeniert werden sollte, was jedoch absolut fehl schlug. Bestes Beispiel sind die letzten Seiten. Ich war weder geschockt, noch sonderlich beeindruckt. Auch mit der Auflösung habe ich schon ziemlich früh gerechnet.
Manche Dinge im Leben kann man ändern […] , bei anderen hingegen hilft alles […] nicht. Und diese Dinge sind es, die uns formen. Nicht die, an denen wir etwas ändern können, sondern die, an denen wir nichts ändern können.
Zusammengefasst muss ich leider sagen, dass mir in „Der Kreidemann“ zu viel versucht wurde, aber nicht wirklich etwas erreicht werden konnte. Die Figuren sind keine Sympathieträger, die Geschichte ist langweilig und auf wirkliche Spannung und Überraschungen wartet man ebenfalls vergebens. Zudem ist vieles absolut vorhersehbar. Fans von Stephen King werden sicherlich ihre Freude mit diesem Buch haben, ich kann den Hype um diese Geschichte jedoch nicht verstehen.

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Weitere Rezension: Zeit für neue Genres

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2 Comments

  • Joel 17. Juli 2018 at 22:21

    Schade, dass dir das Buch nicht gefallen hat. Mir fiel das Cover zunächst positiv auf, doch bei dem Titel wurde ich irgendwie skeptisch. Nun weiß ich aber, dass es die richtige Entscheidung war es nicht zu kaufen..)
    Mit freundlichen Grüßen
    Joel von Bücher Vergleich

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    • Dörte 19. Juli 2018 at 9:54

      Lieber Joel,
      mir fiel das Cover auch positiv auf. Anschließend hagelte es auch fast durchweg positive Rezensionen. Umso neugieriger wurde ich und um so höhere Erwartungen hatte ich an die Geschichte. Ich finde es selbst schade, dass es mir nicht zugesagt hab, aber nun denn. Es kann einem ja auch nicht alles gefallen. 😉
      Dir einen schönen Tag.
      Alles Liebe
      Dörte

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