Book Misery #14

Posted on 29. Juli 2018 by Dörte

Rezensionsexemplare: Fluch oder Segen?

 

Als ich mit dem Bloggen angefangen habe, hatte ich noch überhaupt keine Ahnung, dass es sie gibt: Rezensionsexemplare. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass als ich es schließlich wusste, ich mich darüber sehr gefreut habe, aber viel zu schüchtern war, um danach zu fragen. Irgendwann wurden sie allerdings ein Teil von mir und meinem Blog. So wie es bei eigentlich jedem läuft.
Nachdem ich nun aber schon fast sechs Jahre blogge, frage ich mich immer mehr, ob die Rezensionsexemplare, über die ich mich doch sonst immer so gefreut habe, doch nicht eher ein Fluch, denn ein Segen sind. Warum? Ich will es mal so erklären: Manche überschätzen sich einfach und bunkern die Exemplare, obwohl sie genau wissen, dass sie gerade mal nicht so viel Zeit haben werden, um sie zeitnah zu bearbeiten.

 

Rezensionen sind Arbeit

Eine Rezension zu schreiben bedeutet nicht, nur mal eben schnell das Buch zu lesen und anschließend mal eben zu sagen: Gefällt mir, oder gefällt mir nicht. Man macht vorher schöne Fotos vom Buch. Versucht, das Beste rauszuholen. Denkt drüber nach, was wohl am besten aussehen würde, um schließlich zig Bilder zu schießen. So geht es mir. Es dauert ewig, bis ich mit dem Bild zufrieden bin.
Dann macht man sich vielleicht beim Lesen noch Notizen. Ich markiere Zitate, die ich passend zum Buch finde, oder die mir anders gefallen. Zwei oder drei werden anschließend in meiner Rezension verwendet.
Und schon bin ich beim eigentlichen Teil: Der Bewertung an sich. Ich brauche manchmal mehrere Tage, bis ich überhaupt die passende Worte für ein Buch finde. Mal eben in zehn Minuten eine gesamte Bewertung runterzuschreiben? Davon bin ich sehr weit entfernt.
Aus diesen Gründen schaue ich immer sehr genau, ob ich gerade überhaupt genügend Zeit habe, um Exemplare anzunehmen, oder gar anzufragen. Ich finde es einfach unfair dem Autor und dem Verlag gegenüber, wenn man hortet und hortet, aber nicht hinterher kommt.

 

Oh mein Gott, wie stressig!

Das Bloggen hat mich eine Zeit lang echt ein bisschen gestresst. Hier habe ich Anfragen erhalten, dort kamen unangefordert Bücher bei mir an. Und wisst ihr, was ich dachte? Das ich wirklich alles lesen und rezensieren muss. Auf einige der Bücher hatte ich aber nicht wirklich Lust, und zwar nicht nur zu diesem Zeitpunkt, sondern weil es insgesamt überhaupt nicht meinem Geschmack entsprach. Besonders merkwürdig empfand ich es, dass ich in der Zeit, wo ich hier öffentlich ausdrücklich drauf hingewiesen hatte, derzeit keine Anfragen anzunehmen, regelrecht damit bombardiert wurde. Warum ist das so?! Wird sich mit dem Blog so wenig beschäftigt? Schickt man einfach Massen-Emails raus, in der Hoffnung, es wird sich schon jemand finden? Es tut mir leid, wenn ich das hier so offen sage, aber das ist einfach nichts für mich. Ich verstehe es schlicht nicht. Wenn jemand gerade nicht kann oder will, aus welchen Gründen auch immer, dann hat man das zu akzeptieren.

 

Und wie ist das heute?

Das Bloggen hat sich verändert und das Bloggen hat mich wohl auch ein Stück verändert. Ich kann mich gar nicht dran erinnern, welches Buch mein letztes Rezensionsexemplar gewesen ist. Schon über einen längeren Zeitraum habe ich keine mehr angenommen und angefragt, weil es mich einfach stresst. Dann habe ich vielleicht gerade mal Lust auf ein anderes Buch und kann das RezEx doch noch nicht lesen, oder es kommt einfach mal etwas dazwischen, ganz egal was. Da habe ich ein schlechtes Gewissen, also lasse ich es lieber. So sieht es auch mit Büchern aus, die mir einfach so zugeschickt werden. Wenn die hier sind, hatte ich immer ein blödes Gefühl. Ich wollte dem Autor und dem Verlag meinen Dank dafür ausdrücken, dass sie an mich gedacht haben, indem ich sie auch lese und rezensiere, aber bei manchen war es schlicht so, dass mich der Inhalt so gar nicht interessierte.
Jetzt sehe ich das alles entspannter. Wenn ich dankenswerterweise Überraschungspost bekomme, dann schaue ich erstmal, ob mich der Inhalt interessiert. Wenn nicht, dann nicht, wenn ja, dann lese ich es auch. Ich stresse mich da absolut nicht mehr.
Momentan konzentriere ich mich voll auf meinen SuB. Der ist nämlich ziemlich stark gewachsen, obwohl ich das eigentlich immer vermeiden wollte. 😉

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Was sagt ihr?
Sind Rezensionsexemplare Fluch oder Segen?

 

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1 Comment

  • Rückblick Juli - Books and Family 13. August 2018 at 13:03

    […] 🙂 Bevor ich es vergesse: Es gab im Juli auch mal wieder einen Beitrag in der „Book Misery“ Kategorie. Dort befasse ich mich mit Rezensionsexemplaren. Ich würde mich freuen, wenn ihr […]

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