Kurz-Rezension:
Caroline Eriksson – Die Vermissten

Posted on 13. Juni 2018 by Dörte

Original: De Försvunna
08.08.16 | 272 Seiten | Penguin | Autorin |  Kaufen

 

Das grünschwarze Wasser leuchtet geheimnisvoll in der untergehenden Sommersonne. Der Abend könnte nicht schöner sein, als Greta, Alex und Tochter Smilla mit dem Boot zur kleinen Insel in der Mitte des Sees fahren. Greta bleibt am Ufer, während die anderen beiden neugierig auf Entdeckungstour gehen. Aber sie kommen nicht mehr zurück. Beunruhigt macht sich Greta auf die Suche – doch von Alex und Smilla fehlt jede Spur … In ihrer wachsenden Verzweiflung wendet sie sich an die Polizei. Schnell wird klar, dass Gretas eigene Geschichte ebenso große Rätsel aufwirft wie das Verschwinden ihrer Lieben. Und die Frage: Hat sie etwas damit zu tun?

 

 

Am Anfang war ich noch begeistert. Die düstere Stimmung, die diese Geschichte umgibt, hat mich sofort gepackt. Ich war neugierig, wie sich alles entwickeln würde. Werden Alex und Smilla gefunden, oder sind sie gar einer schrecklichen Tat zum Opfer gefallen? Diese Fragen haben mich bei der Stange gehalten. Jedoch hielt meine Begeisterung nicht sehr lange an. Denn zuerst ist die Geschichte ziemlich wirr und chaotisch. Der Schreibstil passt sich diesem Wirrwarr auch noch an. Irgendwann wusste ich selbst nicht mehr genau, was mir die Autorin überhaupt sagen möchte. Natürlich kann man an dieser Stelle sagen, dass es gewollt ist. Schließlich ist Greta selbst auch durcheinander. Für mich war es allerdings von allem zuviel. Dadurch wirkte vieles sehr gestellt und unrealistisch auf mich.
Ein erwachsener Mann und ein vierjähriges Mädchen können nicht einfach vom Erdboden verschluckt werden. Nein, nicht vom Erdboden, sondern vom See, von diesem Wasser, das durch und durch vom Bösen durchdrungen ist.
Manche Stellen hätten man getrost noch vergessen können. Besonders Szenen, denen die Jugendlichen der Insel gewidmet wurden fand ich als schmückendes, aber auf keinen Fall als nötiges Beiwerk.
An Spannung macht dieser Roman allerdings wieder einiges wett, was ich bisher bemängeln musste. Ich war sehr neugierig darauf, wie sich alles auflösen würde und hatte natürlich auch so meine Gedanken und Ideen. Letztendlich bin ich auf die Auflösung nicht gekommen, was man eigentlich als Positiv werten könnte. Das Ende war jedoch so an den Haaren herbeigezogen, dass selbst diese überraschende Wendung für mich den persönlichen Wert dieses Buches nicht mehr aufwerten konnte.
Sie war mein Anker, aber seit das Tau gekappt worden ist, zerbricht alles.

Die Vermissten“ schien ein wirklich guter Thriller zu sein, der einem eine Gänsehaut bereiten wird. Allerdings ist die gesamte Story so wirr und so an den Haaren herbeigezogen, dass ich eher enttäuscht davon gewesen bin.

 

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Weitere Rezension: Wortwichtel

 

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