Rezension:
Linda Schipp – Memories to do, Allies Liste

Posted on 26. Februar 2018 by Dörte

 

09.07.16 | 296 Seiten | Drachenmond | Autorin | Kaufen
In ein Schwimmbad einbrechen, zu einem Candle-Light-Dinner ausgeführt werden, mich an meine Hochzeit erinnern … Eine seltene Form von Amnesie hat Allies Erinnerungen an die vergangenen 17 Jahre ausgelöscht. Im Herzen noch ein Teenager steht sie ahnungslos vor ihrem zweijährigen Sohn, einem Ehemann, den sie nicht liebt, siebenhundert unbekannten Facebook-Freunden und einem verdächtig dunklen Nebel, der sich über ihre Vergangenheit zieht. Im Leben der 34-jährigen Allie ist nichts mehr von dem übrig, was ihr als Teenager wichtig war nicht einmal ihr Name. Um den Geheimnissen der geschwärzten siebzehn Jahre auf die Spur zu kommen, reist sie zurück in die amerikanische Kleinstadt, in der ihre Erinnerungen enden. An ihrer Seite der Mensch, der ihr am nächsten und nach jahrelanger Trennung am fernsten zugleich ist: Luis. Nur ein Freund, wirklich. Ihr bester Freund. Damals zumindest.
»War eine Liebe das Warten überhaupt wert, wenn einer der beiden sich so leichtfertig entschied, den anderen für zwölf Jahre zu verlassen?«
Zitat aus: „Memories to do, Allies Liste“

Meine Meinung:

 

Charaktere

Allie hat ihr Gedächtnis verloren und möchte dies nun mit ihrem Jugendfreund wieder zurück erlangen. Sie ist untröstlich und kann nicht verstehen, wie es soweit kommen konnte. Allie ist eine emotionale Frau, die aufgrund ihrer Situation ziemlich ängstlich und verunsichert ist, aber dennoch wissen möchte, was sie vergessen hat.
Luis hat nie aufgehört Allie zu lieben, doch die Zwei gingen irgendwann getrennte Wege. Den Grund dafür möchte Luis Allie nicht preisgeben, zu groß ist seine Angst, dass er sie erneut verlieren könnte.
»Aber selbst ein unglücklicher Ausgang ist besser, als ein riesiges Lügengerüst.«
Zitat aus: „Memories to do, Allies Liste“
Gesamt
Aufmerksam auf dieses Buch bin ich durch das wundervolle Cover geworden. Als ich dann auch noch so viele gute Rezensionen dazu gelesen habe, war ich sogleich Feuer und Flamme und musste es einfach lesen. Geschichten, in denen die Protagonisten Listen abarbeiten, habe ich schon immer gerne gemocht und so konnte ich es kaum abwarten „Memories to do“ zu beginnen. Am Anfang konnte mich Linda Schipp mit ihrer Geschichte auch noch überzeugen. Ich fand es spannend zu lesen, wie die Sprache auf die Liste gekommen ist. Neugierig folgte ich dem weiteren Verlauf, doch schon sehr bald machte sich Ernüchterung breit. Zuerst möchte ich etwas zu Allie sagen: Sie ist mir die gesamte Zeit über kein bisschen ans Herz gewachsen. Für mich war sie einfach nur eine Hülle, die durch das Buch schwebte. Emotionen? Fehlanzeige! Ich habe es vermisst zu sehen, wie traurig und verzweifelt sie von ihrem Gedächtnisverlust ist. Selbst wenn derlei Regungen von ihr beschrieben wurden, habe ich ihr die überhaupt nicht abgenommen. Als sie erneut auf Luis, ihre Jugendliebe, trifft, benimmt sie sich wie eine läufige Hündin. Das war mir zu viel, zu überspitzt, zu krass dargestellt. Allgemein empfinde ich es als eher fragwürdig, dass der Ehemann seine Ehefrau mit ihrer Jugendliebe verreisen lässt. So geschehen in „Memories to do“. Allies Mann spricht zwar „ein ernstes Wort“ mit Luis, aber so wirklich um sie kämpfen tut er nicht.
»“Den du liebst, mit dem stehst du alles durch. Daran musst du immer denken, immer. Denn Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig. Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand. Die Liebe hört niemals auf.“«
Zitat aus: „Memories to do, Allies Liste“
All das sind Szenen, in denen man große Gefühle in die Geschichte mit einbringen kann, um sie lebendig werden zu lassen. Doch dies hat Linda Schipp leider nicht geschafft. Auf mich wirkte alles ein Stück lieblos und kalt. Die großen Gefühlsmomente blieben gänzlich auf der Strecke. Besonders enttäuscht bin ich darüber, dass die Liste, die so groß angepriesen wird, eher im Hintergrund „bearbeitet“ wird. Die Hauptstory behandelt die Bemühungen, dass Allie ihr Gedächtnis wiedererlangt.
Ich hätte mich vielleicht mit diesem anderen Verlauf anfreunden können, wenn es ansprechend und spannend umgesetzt worden wäre, doch leider zieht sich die Geschichte auf gerade mal 296 Seiten so dermaßen in die Länge, dass ich das Gefühl hatte, einen richtig dicken Schinken zu lesen und dabei nicht voran zu kommen. Mir fehlte nicht nur Tempo, sondern auch Spannung, und Überraschungen. Dazu wurde auch noch ständig erwähnt, dass Luis ja etwas so furchtbares getan hat und er das Allie auf keinen Fall sagen darf. Nachdem ich das so oft gelesen hatte, konnte ich es irgendwann nicht mehr ertragen. Ich denke, ich verrate nicht zuviel, wenn ich sage, dass es natürlich rauskommt und das es auch nicht toll ist, was er getan hat. Aber so wirklich schrecklich kam es nicht bei mir an. Es wirkte alles so konstruiert auf mich. Und ich denke genau aus diesem Grund prallte dieses Ereignis einfach so an mir ab.
Es tut mir leid, aber ich war sehr erleichtert, als ich endlich die letzte Seite hinter mich gebracht hatte.
In Kürze:
Positiv
Das Cover ist wunderschön.
Der Plot ist vielversprechend.
Negativ
Der Schreibstil ist etwas holprig.
Ich konnte mich nicht mit den Figuren identifizieren.
Die Geschichte hätte man, obwohl sie schon so kurz ist, noch weiter kürzen können.
Es zieht sich alles unnötig in die Länge.
Stellenweise vorhersehbar.
An den Haaren herbeigezogen.
Keinerlei Emotionen kamen bei mir an.
Viele Wiederholungen.
Die Liste läuft eher nebenbei.

 

Fazit:

Bedauerlicherweise konnte mich „Memories to do“ leider überhaupt nicht von sich überzeugen. Ich fand es zum Gähnen langweilig und habe mich durch die Seiten gequält. Von Emotionen keine Spur und die Liste ist auch eher eine Nebengeschichte. Ich hätte das Buch fast abgebrochen, habe mich aber drei Wochen lang gezwungen weiterzulesen.
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Weitere Rezension: Shanti M.C. Lunau

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2 Comments

  • _-Cinderella-_ 27. Februar 2018 at 0:55

    Hallo Maus,

    oh, das tut mir echt leid. Ich muss gestehen, dass mich das Buch aus dem Drachenmond Verlag wie ein paar andere so gar nicht reizt. Vielleicht auch gut so? Das Cover finde ich auch wunderschön, aber der Klappentext hat mich einfach nicht so angesprochen, dass ich es unbedingt haben und lesen wollte. Ich dachte eben noch vorm Lesen deiner Rezension: Oh, mal schauen, wie Kitty es findet. Vielleicht ist dir ja ein tolles Buch entgangen. Danke für deine Meinung und jetzt weiß ich, dass ich es mir nicht holen brauche 🙂

    Drück dich :*
    Jenny

    Reply
    • Kitty 2. März 2018 at 8:03

      Ich muss sagen, dass ich mir echt was anderes drunter vorgestellt habe. Und genau deshalb bin ich auch so enttäuscht. :/ Ich hoffe total, dass mir die Staubchroniken besser gefallen werden. Hast du es schon gelesen?
      Nein, hol es dir auf jeden Fall nicht. Eigentlich liegt es mir ja fern, jemanden ein Buch auszureden, weil die Geschmäcker verschieden sind. Aber bei uns ist es ja ziemlich gleich, oder?
      Drück dich
      Kitty

      Reply

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