Rezension:
Colleen Hoover – Nur noch ein einziges Mal

Posted on 20. Februar 2018 by Dörte

 

Original: It Ends With Us
10.11.17 | 416 Seiten | DtV | Autorin | Leseprobe | Kaufen
Eine Achterbahn der GefühleAls Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …

»Auch erwachsene Frauen brauchen manchmal den Trost ihrer Mutter, um sich ein bisschen davon erholen zu können, immer stark sein zu müssen.«
Zitat aus: „Nur noch ein einziges Mal“

Meine Meinung:

 

Charaktere

Lily fängt in einer neuen Stadt noch einmal von vorne an. Nachdem sie in den vergangenen Jahren ziemlich viel Schlechtes erlebt hat, ist sie überglücklich, als ihr der Start in der neuen Stadt so leicht fällt. Mit einem neuen Job bekam sie gleich noch eine neue Freundin und einen neuen Freund. Doch hinter ihrer Fröhlichkeit und Offenheit verbirgt sich einiges mehr, was es noch zu entdecken gibt.
Ryle ist charmant und weiß genau, wie er diese Eigenschaft für sich einsetzen kann. Als er Lily kennenlernt ist er gleich Feuer und Flamme. Ryle hat mehrere Geheimnisse…
Atlas hat es nicht leicht gehabt. Wäre Lily nicht gewesen, hätte sich bestimmt vieles nicht so positiv entwickeln können. Als die Zwei erneut aufeinander treffen, bricht ein kleines Gefühlschaos aus. Atlas ist ein Mann, in den man sich nur verlieben kann. Er war mir gleich auf den ersten Seite sehr sympathisch und wächst einem total ans Herz.
Allysa wird zu Lilys bester Freundin. Sie ist witzig und auf sie ist Verlass. Eigentlich müsste sie gar nicht arbeiten, da sie einen reichen Mann hat, sie sagt allerdings von sich, dass sie sich sonst langweilen würde und aus diesem Grund sehr gerne hilft. Allysa ist eine tolle Freundin. Jeder sollte so eine Freundin haben.
»Ich denke darüber nach, wie leicht man sich einbildet, das Leben würde sich in eine bestimmte Richtung entwickeln, und plötzlich rollt eine riesige Welle heran und reißt einem fort von allem.«
Zitat aus: „Nur noch ein einziges Mal“
Gesamt
Bei den Romanen von Colleen Hoover denkt man sofort an richtig gute Liebesgeschichten, doch dann hat man „Nur noch ein einziges Mal“ in der Hand und bekommt etwas geliefert, womit man wirklich niemals gerechnet hätte. Ich kann und werde euch nicht sagen, welches Thema die Autorin in ihrem Werk behandelt, das müsst ihr schon selbst herausfinden. Würde ich es verraten, wäre dies für den Leser ein nicht so intensives Erlebnis selbst in der Geschichte zu versinken. In der Welt von Lily und Ryle abzutauchen. Sie und alle anderen Figuren kennen- und lieben zu lernen…
Gerade dass ich über das Thema nicht sprechen kann, bzw. schreiben werde, macht mir diese Rezension schwer. So schwer, das ich tatsächlich Wochen gebraucht habe, um sie überhaupt erst anzufangen. Ich werde es jetzt einfach mal versuchen.
Colleen Hoover hat mich mit diesem Buch sehr berührt. Ich habe vieles hinterfragt, auf alles eine Antwort bekommen und war so drin in der Geschichte, das ich sämtlich existierende Emotionen gespürt und gelebt habe. War ich auf der einen Seite noch entzückt über so viel Charme von Atlas, war ich im nächsten Atemzug erschüttert über den weiteren Verlauf der Geschichte. Hoover lässt grundsätzlich alles immer echt erscheinen, sie schreibt flott und zeichnet ihre Figuren sehr liebevoll.
Besonders gut gefällt mir, dass es immer mal wieder Sprünge in die Vergangenheit gibt. So lernt man auch Atlas sehr gut kennen und schließt ihn fest ins Herz. Wie Lily mit ihm umgegangen ist, rührte mich sehr. Lily ist allgemein eine sehr gute Protagonistin. Zwar kann man manche ihrer Handlungen vielleicht nicht auf der Stelle nachvollziehen, bei näherer Betrachtung jedoch schon.
»Man begegnet im Leben so vielen Menschen. […] Sie sind wie Wellen, die auf einen zuströmen und sich wieder zurückziehen. Darunter gibt es welche, die höher sind als andere und eine viel stärkere Welle haben. Manche bringen Dinge […] an die Oberfläche und schleudern sie an den Strand, wo sie liegen bleiben. Spuren im Sand, die noch lange, […] daran erinnern, dass sie da waren.«
Zitat aus: „Nur noch ein einziges Mal“
Ich habe mit ihr mitgefiebert, mich mit ihr gefreut, mit ihr geweint. Eigentlich war ich genau wie Allysa stets an ihrer Seite und habe jede auch mal nicht so schöne Aktion von ihr miterlebt. An manchen Stellen war ich sprachlos, an manchen wütend und manchmal einfach nur traurig.Colleen Hoover zerstört mich emotional mit jedem ihrer Bücher. Sie lässt einem die Figuren, allen voran natürlich die Protagonistin, so nahe kommen, dass man in dessen Rolle schlüpft und somit denkt, man würde das alles selbst erleben. Man kann sich nicht dagegen wehren, diese Emotionen stets mit voller Wucht abzubekommen. Sie erschafft eine Geschichte, die absolut unter die Haut geht und mehr als nur eine Träne fließen lässt.

Als ich das Buch beendet hatte, war ich wie taub. Ich wusste nicht wohin mit meinen Gefühlen. Ich musste gleich über das Gelesene sprechen, was ich auch tat. Dieser Moment ist schon sehr lange her und doch hallt der Roman noch in mir nach. Mir haben immer die Worte gefehlt um dieses Werk endlich zu rezensieren. Nun hoffe ich, ich konnte euch meine Begeisterung in irgendeiner Art und Weise so nahe bringen, dass ihr diese Geschichte kauft, euch in sie verliert und sie gleichermaßen hasst und liebt, wie ich es tue.

In Kürze:
Positiv
Flüssiger Schreibstil.
„Sogwirkung“ Man kann nicht mehr aufhören zu lesen.
Spannung
Authentische Charaktere.
Toller Plot.
Überraschende Wendungen.
Emotionen werden gut übermittelt.
Schwieriges Thema sehr gut umgesetzt.
Teilweise wirklich so geschehen.
Passendes Ende.
Lily handelt nachvollziehbar.
Negativ
Nichts!

 

Fazit:
„Nur noch ein einziges Mal“ ist mein Jahreshighlight 2017 geworden. Colleen Hoover hat sich mit diesem Roman an ein sehr schwieriges Thema gewagt und dieses sehr gut umgesetzt. Dabei nimmt sie kein Blatt vor den Mund und beschönigt nichts. Ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, musste die ein oder andere Träne vergießen und habe den Roman, trotz des ernsten Themas, sehr genossen. „Nur noch ein einziges Mal“ ist ein echtes Meisterwerk!
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2 Comments

  • Piglet 25. Februar 2018 at 8:35

    Ich fand das Buch auch so toll und kann deine ganzen Gefühle total nachempfinden. Vor allem das Ende hat mich auch so sehr gepackt und irgendwie steht man dann da, die letzte Seite ist gelesen und weiß nicht wie man das jetzt in Worte fassen soll. Es war ja mein erstes Coolen Hoover Buch, aber ganz bestimmt nicht mein letztes.

    LG Piglet <3

    Reply
    • Kitty 7. März 2018 at 13:26

      Du sprichst mir aus der Seele! Genau so habe ich empfunden. Und so geht es mir bei jedem einzelnen Buch von Hoover. Ich bin ein bisschen neidisch, dass dieses dein erstes Buch von ihr gewesen ist und du somit noch so viele vor dir hast. 😉
      Ich bin sehr gespannt, ob sie dich mit ihren anderen Werken ebenso überzeugen kann, wie mich. 🙂
      Alles Liebe
      Kitty

      Reply

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