Rezension:
Sebastian Fitzek – AchtNacht

Posted on 27. März 2017 by Dörte


Vielen Dank an den Knaur. Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

14.03.17 | 416 Seiten | Knaur. | Autor | Leseprobe | Kaufen  

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten – und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!

»“Kann man die Menschen glauben machen, sie dürften ungestraft töten?“«
Zitat aus: „AchtNacht“

Meine Meinung:

Der Einstieg in die „AchtNacht“ ist mir sehr gut gelungen. Der Prolog, der nach der „AchtNacht“ spielt, macht Lust auf mehr und auch neugierig darauf, wie es wohl dazu kommen mag. Ich habe bei diesen ersten Seiten schon gedacht, dass ich erneut einen richtig guten Thriller meines Lieblingsautors in den Händen halten würde, doch schon auf den nächsten Seiten machte sich die Ernüchterung breit.
Bis auf den, wie gewohnt, sehr guten Schreibstil Fitzeks, habe ich ansonsten nichts von seiner Stärke, mich an seine Geschichte zu fesseln spüren können.
Zuerst ist da Ben, einer der ziemlich vielen Protagonisten dieser Geschichte. Mir fehlte es bei ihm an Farbe. Er hat seine Frau an einen anderen verloren und ist allgemein ein eher unzufriedener Mensch. Identifizieren konnte ich mich weder mit ihm, noch mit den anderen, zu zahlreichen Protagonisten.
Hier hatte ich sehr oft das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ im Kopf, denn durch die Anzahl an Figuren hatte ich das Gefühl, dass sich Fitzek so nicht richtig an die feinen Linien der Charakter machen konnte. Sie waren allesamt zu blass, was bei einer kleineren Anzahl vielleicht besser hätte umgesetzt werden können.

»Sie war klein und etwas mollig doch das leichte Übergewicht passte zu ihrem vollen Mund, bevor das Reisebüro namens Schicksal ihr ein One-Way-Ticket in die Hölle ausgestellt hatte.«
Zitat aus: „AchtNacht“
Bedauerlicherweise blieb es aber nicht nur dabei, dass ich mit den Figuren gar nichts anfangen konnte. Auch die Geschichte konnte mich zu keiner Zeit so richtig packen. Nach dem doch sehr vielversprechenden Prolog und dem äußerst interessant klingendem Plot, wurde sie von Seite zu Seite immer langweiliger für mich. Die vielen Figuren und die dazugehörigen Sprünge verwirrten mich und ließen keinen richtigen Lesefluss aufkommen, von Spannung ganz zu schweigen. Wie sich die Dinge in der „AchtNacht“ entwickeln und was zwei der Figuren alles anstellen, um es noch schwieriger für die Protagonisten zu machen, empfand ich zumeist als überzogen und absolut nicht nachvollziehbar.
Auf Überraschungen, die Sebastian Fitzek sonst stets für seine Leser parat hält, habe ich hier vergebens gewartet. Ich hatte nicht einen „Wow-Effekt“ und wurde nicht ein einziges Mal überrascht, was daran lag, dass ich alles sehr vorhersehbar fand. Es ist mir tatsächlich zum ersten Mal passiert, dass ich das Ende eines Fitzek Thrillers vorausgesehen habe, was ich super schade finde.

In Kürze:
Positiv
Der Plot war vielversprechend.
Der Prolog lässt vieles erhoffen.
Negativ 
Vorhersehbar.
Zu langweilig.
Keine Identifizierung mit den Protagonisten möglich.
Zu viel von allem.
Keinerlei Überraschungen.
Die Spannung hat mir total gefehlt.

Fazit:

Es tut mir total leid, dass ich nichts anderes sagen kann, aber für mich ist „Achtnacht“ das bisher schlechteste Werk von Sebastian Fitzek. Keine Spannung, keine Überraschungen, dafür aber sehr vorhersehbar und leider auch ziemlich langweilig. Ich musste mich regelrecht zwingen weiterzulesen, was mir bis dato bei einem seiner Werke noch nie passiert ist.

Weitere Rezensionen:

Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥

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12 Comments

  • Lottasbuecher 27. März 2017 at 13:56

    Liebe Kitty,
    Jetzt bin ich ein bisschen schockiert, das ist die erste Rezension, die ich zu diesem Buch lese, die nicht im guten bis sehr gutem Bereich liegt. O:
    Ich hattegehofft, dass du auch begeistert sein würdest. Verdammt. Das wollte ich eigentlich als Nächstes lesen .. na mal sehen.

    Liebst, Lotta

    Reply
    • Kitty 27. März 2017 at 14:01

      Glaub mir, Liebes, ich hatte auch gehofft, dass mir dieses Buch besser gefallen würde. Bin ebenfalls total geschockt, weil ich das so einfach nicht kenne. Vor allen Dingen, dass ich das Ende erahne und es dann auch wirklich so ist…
      Es tut mir ehrlich leid, aber für mich war der neue Fitzek leider so gar nichts. Ich hoffe sehr, dass es beim nächsten wieder besser wird und vor allem hoffe ich, dass wir hier mal nicht einer Meinung sein werden.
      Ich drück dir die Daumen, dass du begeistert sein wirst. 🙂
      Alles Liebe
      Kitty ♥

      Reply
  • Nicole Wagner 27. März 2017 at 16:59

    Hallo Kitty,

    gut zu wissen! Mit Fitzek habe ich mir schon immer schwer getan, aber ich werde dann doch jedes Mal auf die neuen Bücher neugierig. Diesmal werde ich es wirklich von Vornherein sein lassen, das reizt mich alles weniger. Dankeschön für deinen Leseeindruck!

    Liebe Grüße,
    Nicole

    Reply
    • Kitty 28. März 2017 at 3:14

      Gerne doch, liebe Nicole.
      Ich wünschte echt, ich hätte etwas anderes über dieses Buch sagen können. 🙁
      Alles Liebe
      Kitty ♥

      Reply
  • Ascari 27. März 2017 at 20:23

    Hey 🙂

    Für mich war dieses Buch der erste Fitzek seit bestimmt zehn Jahren … Und mir ging es eigentlich großteils wie dir. Obwohl die Geschichte spannend erzählt wird, konnte ich mich nicht so wirklich von ihr mitreißen lassen. Weder von der Entwicklung der Handlung noch von den Figuren, mit denen ich nicht mitzittern konnte … Am Ende kam mir tatsächlich der Gedanke, dass diesem Buch ein Herz / eine Seele fehlt, auch wenn das vielleicht ein bisschen übertrieben klingen mag. Da war für mich keine Leidenschaft für die Geschichte, sondern einfach nur Routine beim Schreiben zu spüren.

    Liebe Grüße
    Ascari

    Reply
    • Kitty 28. März 2017 at 3:16

      Ich bin gerade ein bisschen erleichtert, liebe Ascari, dass ich augenscheinlich doch nicht alleine mit meiner Meinung dastehe. Dachte schon, ich sei irgendwie "anders", weil ich diese ganzen positiven Rezensionen nicht so wirklich verstehen konnte.
      Du hast Recht, es fehlte wirklich irgendwie Herz und nein, das hört sich nicht übertrieben an.
      Besonders deinen letzten Satz kann ich unterschreiben. Bei mir war es ebenso.
      Ich hoffe sehr, dass das nächste Buch von ihm wieder besser wird.
      Alles Liebe
      Kitty ♥

      Reply
  • HibiscusFlower 30. März 2017 at 6:07

    Hallo Kitty,
    ich weiß gerade nicht, ob ich erleichtert sein soll, weil ich bisher noch nicht dazu gekommen bin, das Buch zu kaufen oder etwas traurig, weil das neue Buch eher weniger überzeugend daherkommt ?!
    Bei LB hatte ich schon gesehen, dass die Meinungen sehr auseinandergehen. Daher gefällt es mir sehr, dass du auf weitere Rezensionen verweist, bei dem die LeserInnen das Buch anders wahrgenommen haben.
    Ich habe schon das eine oder andere Buch des Autors gelesen, muss aber auch gestehen, dass ich zwischendurch auch mal ein Buch auslasse (Das Joshua-Profil z.B.) und ich glaube, auch dieses Buch wird dazugehören, denn "Routine" – wie es Ascari so schön beschrieben hat – mag ich eher weniger.
    Danke für deine offene Rezension.
    Liebste Grüße, Hibi

    Reply
    • Kitty 10. April 2017 at 11:11

      Ich lege sehr viel Wert drauf, liebe Hibi, dass ich grundsätzlich immer auf andere Rezensionen verweise. Um zu zeigen, dass es eben auch Leser gibt, die das Buch mochten (oder andersherum). Es ist nun einmal einfach so, dass es Geschmacksache ist, ob einem eine Geschichte eher zusagt, oder aber nicht. Aus diesem Grund versuche ich immer verschiedenen Meinungen zu verlinken.
      *seufz* Es ist schade, dass "AchtNacht" so anders ist und bei mir das Schaurige, was in vielen Rezensionen angesprochen wird, so gar nicht spürbar gewesen ist. Ich muss sagen, dass ich es immer noch nicht glauben kann, das Buch nicht so abzufeiern, wie die letzten, die ich von Fitzek gelesen habe.
      "Routine" mag ich auch eher weniger. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, trifft es dieses Wort echt gut.
      Hab einen schönen Tag.
      Alles Liebe
      Kitty ♥

      Reply
  • Nellys Leseecke 30. März 2017 at 23:25

    Huhu liebste Kitty!
    Zuerst wollte ich Dich ja boykottieren 😀 Hab Dir ja schon auf Twitter geschrieben, dass ich das Buch wirklich auch gern mögen will und dann kommst Du… Hach, was soll ich da nur machen. Daher wollte ich Deine Rezension erst einmal nicht lesen, aber ich war zu neugierig. Und jetzt kann ich Deine Kritikpunkte (leider) auch nachvollziehen.
    Eigentlich sollte AchtNacht das nächste Buch sein, das im Einkaufskorb landet. Wird wohl eher nichts draus werden.
    Daher kann ich jetzt nur Danke sagen, dass Du mich frühzeitig gewarnt hast

    Alles Liebe, Nelly

    Reply
    • Kitty 10. April 2017 at 11:22

      Oh nein! Bitte, bitte nicht boykottieren, Liebes. 🙁 😉
      Hm, hast du dir auch andere Meinungen durchgelesen? Nicht, dass ich dir jetzt was ausgeredet habe, was dir vielleicht doch gefallen könnte? 😉
      Allerdings muss ich sagen, dass wir uns ja eigentlich meist sehr einig sind, oder? Also demnach: Gern geschehen. 😉
      Hab einen schönen Tag, Liebes. :*

      Reply
  • Tamara 5. Mai 2017 at 15:18

    Liebe Kitty,

    Leider ist es mir sehr ähnlich gegangen. Ich war ja einfach nur hin und weg vom Seelenbrecher, aber mittlerweile wird es von Fitzek zu Fitzek immer etwas vorhersehbarer. Vielleicht kennen wir ihn auch einfach schon zu gut? 🙂 Habe jetzt beschlossen nach älteren Werken zu suchen die ich von ihm noch nicht kenne. Und hoffe auf neue Bücher die mich so fesseln wie der Seelenbrecher.

    Ich muss gestehen nach so vielen guten Rezensionen bin ich fast etwas erleichtert, dass es nicht nur mir so geht mit der AchtNacht! 🙂

    Liebe Grüße, Tamara

    Reply
    • Kitty 16. Mai 2017 at 13:26

      Liebe Tamara,
      "Der Seelenbrecher" ist eines meiner liebsten Fitzek Büchern. Man kann es aber in keinster Weise mit dieser Geschichte vergleichen. Du hast schon Recht: Vielleicht kennen wir ihn wirklich schon zu gut. 😉
      Hast du "Die Therapie" und "Splitter" gelesen? Die gehören auch mit zu meinen liebsten. 🙂
      Nichtsdestotrotz werde ich dem neuen Thriller im Oktober auf jeden Fall noch eine Chance geben. In der Hoffnung, dass dieser wieder an die Anfänge anknüpfen kann.
      Ich bin übrigens auch erleichtert, dass ich augenscheinlich nicht die Einzige bin, die das Buch eher mau fand. 🙂
      Alles Liebe
      Kitty ♥

      Reply

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