Rezension:
Dani Atkins – Der Klang deines Lächelns

Posted on 21. Dezember 2016 by Dörte

 

Vielen Dank an den Knaur. Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

Original: Our Song
02.11.16 | 464 Seiten | Knaur. | Autorin | Kaufen

 

Ally und Charlotte haben sich seit 7 Jahren nicht gesehen. Ausgerechnet auf der Intensiv-Station eines Krankenhauses treffen die beiden wieder aufeinander. Ally bangt um das Leben ihres Mannes Joe, der einen Jungen aus einem zugefrorenen See vor dem sicheren Tod rettete, und nun im Koma liegt. Charlotte hingegen betet für ihren Verlobten David, dessen Herz nach einer Virusinfektion schwer geschädigt ist. Während beide Frauen auf ein Wunder hoffen, prasseln Erinnerungen auf sie ein – an ihre gemeinsame Studentenzeit, an Partys, an endlose Sommernächte. Aber auch an Verrat, an Untreue und daran, dass sie beide David geliebt haben.
In der dunkelsten Stunde der Nacht müssen Ally und Charlotte eine folgenschwere Entscheidung treffen. Werden Sie mit der Vergangenheit Frieden schließen können? Von dieser Frage hängt am Ende alles ab – sogar das Leben von Joe und David.

 

 

Ally hat in ihrer Vergangenheit einiges erlebt. Alles hat sie Joe berichtet, vieles davon weiß nur er und niemand sonst. Ally ist eher eine Einzelgängerin und auch ziemlich zerbrechlich – gibt dies aber nicht gerne zu.
Joe ist total selbstlos. Er denkt erst an andere, bevor er sich um sich selbst kümmert. Seine Frau und seinen kleinen Sohn liebt er abgöttisch. Seine Empathie ist immens groß.
Charlotte wirkt ein bisschen abgehoben, womit man als Leser allerdings total falsch liegt. Sie liebt teure Dinge und ist gern auf Reisen, an erster Stelle steht bei ihr allerdings David, den sie über alles liebt.
David hat etwas aus seinem Leben gemacht. Nach vielen „Geschichten“ hat er seinen Platz neben Charlotte gefunden und will diesen auch nicht mehr hergeben. Er ist ein Mann, der weiß was er will un dies auch durchsetzt. Er verwöhnt Charlotte gerne mit kleinen Aufmerksamkeiten.
»Im Laufe eines Lebens verabschiedet man sich Tausende Male von den Menschen, die man liebt. Jedes Mal, wenn sie aus dem Haus gehen. Jedes Mal, wenn man ein Telefonat beendet. Jedes Mal, wenn man ihnen zum Abschied zuwinkt. Man weiß bloß nicht, wann eine dieser Verabschiedungen womöglich die letzte ist.«
Dani Atkins steht für große Emotionen. In ihren anderen Büchern schreibt sie über diese, doch damit nicht genug: Sie werden allesamt auch auf ihre Leser übertragen. Sollte sie dieses Phänomen auch bei ihrem neuesten Werk „Der Klang deines Lächelns“ schaffen? Dazu kann ich kurz und knackig sagen: Ja! Und ob! Und wie!
Schon auf den ersten Seiten wird der Leser in ihre Geschichte geworfen, ob man sich nun wehrt, oder nicht, man hat keine Chance. Ich habe mich auf einem Notenblatt wiedergefunden und tauchte ein in die Melodie, die die Autorin für ihren Roman erschaffen hat. Dabei ging es an einigen Stellen sehr leise zu, aber im nächsten Moment meldete sich plötzlich das Schlagzeug und alles wurde sehr, sehr laut, emotional und absolut schlimm. Dadurch, dass man mit den Figuren unweigerlich mitleiden muss, weil sie so authentisch und sensationell gezeichnet sind, befindet man sich mitten drin. Ich habe mit gelitten, zig Taschentücher verbraucht und mich einfach treiben lassen.
»Es ist ein menschliches Bedürfnis, einander beizustehen und füreinander da zu sein, wenn etwas Schreckliches auf einen zukommt. Doch manchmal ist es gleichgültig, wie viele geliebte Menschen für einen da sind, man kann den Schmerz nicht aufhalten, der einen zu Boden schleudert.«
Dani Atkins schreibt sehr flüssig, gibt ihren Figuren ein Herz, was sie lebendig macht und beschreibt das Setting so, dass man sich gleich an Bord fühlt. Ich war selbst im Krankenhaus und habe gebetet, dass alles gut ausgehen wird.
Ihre Protagonisten Charlotte und Ally erzählen die Geschichte aus ihrer Sicht in der Ich-Form. Dabei beschreiben sie die Situation im Hier und Jetzt, zeigen, wie sie sich fühlen. Aber sie sprechen auch über ihre Vergangenheit. Wie sie ihre Männer kennenlernten, und sich alles entwickelte. Mir hat diese Struktur sehr gut gefallen, da man sich so natürlich immens mit den beiden identifizieren kann. Ich kann auch gar nicht sagen, wer von beiden mir mehr ans Herz gewachsen ist. Beide haben ihre Stärken und Schwächen, was sie beide gleichermaßen liebenswert macht.
Mit jeder Seite steigt die Spannung, denn wie alles ausgehen mag, kann niemand vorher auch nur erahnen. Ich hatte ein paar Szenarien im Kopf, die allesamt nichts mit dem wahren Ende des Buches auf sich hatten. Ich wurde überrascht und musste am Schluss gleich wieder Tränen vergießen, weil mich alles so unfassbar berührt hat.
»Es ist seltsam, wie gewisse Dinge sich manchmal ereignen. Wie alles aus einem bestimmten Grund geschieht.«
Wie auch schon in ihren anderen Büchern beweist Dani Atkins auch hier, dass sie wahnsinnig gut schreiben kann. Mit tollen Figuren, die man gern als seine Freunde haben möchte, viel Einfühlungsvermögen und noch mehr Emotionen, die allesamt auf den Leser schwappen, fesselt Dani Atkins die Leser an ihre Geschichten und schafft es, dass erneut kein Auge trocken bleibt. Diese Geschichte trifft einen mitten ins Herz!
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Weitere Rezension: Die Rabenmutti

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2 Comments

  • Ela 21. Dezember 2016 at 17:09

    Hallo Kitty,
    so eine wunderbare Rezension! Ich freue mich, dass auch Dir das Buch so gut gefallen hat.
    Wahnsinn wie bewegend die Autorin schreiben und welche Emotionen sie auslösen kann. 🙂
    Danke übrigens auch fürs verlinken!
    Frohe Feiertage wünscht Dir
    Ela

    Reply
    • Kitty 22. Dezember 2016 at 12:13

      Dankeschön, liebe Ela. 🙂
      Ich habe dich gerne verlinkt. 🙂
      Genau so geht es mir auch: Ich weiß genau, was ich "geliefert" bekomme, fange ich ein neues Buch der Autorin an. Jedes Mal bin ich aufs Neue davon erstaunt, wie eine Autorin so bewegend und emotional schreiben kann. Am Ende war ich auch am Ende. Ich kann es immer noch nicht glauben. 😉
      Danke, die wünsche ich dir auch. 🙂
      GlG
      Kitty ♥

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