Rezension:
Amy Harmon – Unser Himmel in tausend Farben

Posted on 13. Juli 2016 by Dörte

Original: The Law of Moses
04.05.16 | 448 Seiten | Egmont INK | Autorin | Leseprobe | Kaufen

 

Georgia kennt Moses‘ Geschichte. Sie weiß, dass er als Baby von seiner Mutter im Waschsalon ausgesetzt wurde und keiner seiner Verwandten ihn haben wollte. Es heißt, er habe Halluzinationen und mache nur Ärger. Als Moses zu seiner Großmutter in das Haus neben Georgias Familie zieht, warnen ihre Eltern sie vor dem geheimnisvollen Jungen, um den sich so viele Gerüchte ranken. Doch Georgia ist siebzehn und kann Moses nicht ignorieren, selbst wenn sie es noch so sehr versucht. Er ist anders, aufregend und wunderschön. Noch nie hat ein Mann solche Gefühle in ihr hervorgerufen. Obwohl Georgia spürt, dass sie mit dem Feuer spielt, lässt sie sich auf Moses ein. Doch dann geschieht etwas, das niemand hätte vorhersagen können. Etwas, das alles verändert. Und Georgia muss erkennen, dass sie die falsche Entscheidung getroffen hat …
»“Du hast Angst vor der Wahrheit, Georgia. Leute, die Angst vor der Wahrheit haben, finden sie nie.“«
Zitat aus: „Unser Himmel in tausend Farben“

Meine Meinung:

 

Cover

Amy Harmons Romane sind allesamt auf dieselbe Art und Weise gestaltet. Es zeigt  die Protagonisten und harmoniert farblich wunderbar zusammen. Mir gefallen die verspielt-romantischen Cover sehr. Dadurch, dass jene Buchtitel stets gleich gehalten werden und sich nur in den Details und Farben voneinander unterscheiden, ist der Wiedererkennungswert natürlich enorm.
»Seit meiner Kindheit besuchte ich jeden Sonntag die Kirche und hörte mir Predigten über die Sünden und der Fleischeslust an.[…] Aber niemand […] hat mich darüber aufgeklärt, dass es genauso schwer ist, diesen Gefühlen zu widerstehen wie durch einen Strohhalm zu atmen. Es geht nicht. Es ist unmöglich. Unrealistisch.«
Zitat aus: „Unser Himmel in tausend Farben“
Gesamt
Bislang hat mich jedes der Bücher Amy Harmons mitten ins Herz getroffen. Ich litt mit ihren Figuren, lachte mit ihnen, bestaunte die unerwarteten Wendungen und vergoss die ein oder andere Träne. Diese ganzen positiven Dinge erwartete ich somit auch bei ihrem neuesten Werk und bin umso enttäuschter sagen zu müssen, dass die Autorin das Potenzial der Geschichte dieses Mal leider nicht ausschöpfen konnte. Aber der Reihe nach:
Der Anfang ist noch sehr interessant und kann auf jeden Fall überzeugen. Man nimmt sogleich die Rolle von Georgia an und verliebt sich ebenfalls ein bisschen in Moses, den männlichen Part dieser Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir, dass die einzelnen Kapitel mal aus der Sicht von Moses und mal aus der Sicht von Georgia geschrieben wurden. Beide bedienen sich der Ich-Form, was es dem Leser einfacher machen soll, sich mit den Figuren identifizieren zu können. Dies gelang mir allerdings nur im ersten Teil so richtig.
Neben dem eigentlichen Plot, nämlich dass Moses eine Gabe hat, die viele vielleicht als „Humbug“ bezeichnen, spielen in Unser Himmel in tausend Farben auch Pferde eine wichtige und zugleich große Rolle. Insbesondere im ersten Teil dieses Buches sind mir einige Stellen eher negativ aufgefallen, da sie mir zu sehr ins „Pferde-Detail“ gingen und sie somit die Protas, sowie den eigentlichen Plot, eher in den Hintergrund gerückt haben.
»“Wir können nicht vor uns selbst flüchten, Tagg. Ob hier oder dort, ob man bis ans Ende der Welt reist oder in einer psychiatrischen Klinik in Salt Lake City ist. … Also müssen wir uns unserem Selbst entweder hier stellen oder woanders. Aber wir müssen auf jeden Fall damit klarkommem. Und daran ändert auch der Tod nichts.“«
Zitat aus: „Unser Himmel in tausend Farben“
Außerdem muss ich zugeben, dass ich auch nicht wirklich ein Fan von Pferden bin, was es mir somit natürlich noch schwerer gemacht hat, die Bindung, die die Protas zu den Tieren haben, nachvollziehen zu können.
Im ersten Teil beschreibt die Autorin ihre Figuren, gibt ihnen die nötige Farbe, um sie lebendig erscheinen zu lassen. Die Bindung, die Moses und Georgia irgendwann zueinander entwickeln ist zwar schon ziemlich stark, aber doch sehr zerbrechlich. Man kann die Funken, die zwischen den beiden hin und her fliegen sehen und spüren, was mir sehr gut gefallen hat.
Die Geschichte, die hinter Moses steckt, ist eine sehr Besondere, die mich schon berührt hat. Speziell -fast- der gesamte erste Teil geht sehr zu Herzen, doch bedauerlicherweise kann Amy Harmon die hohe Messlatte nicht halten. Zu Beginn des zweiten Teils geht es stetig bergab. Die Figuren waren mir jetzt, da sie älter waren, nicht mehr so nahe, sogar eher fremd. Somit war die Bindung und die Empathie dahin. Die Geschichte an sich zog sich nun auch noch wie Kaugummi, wurde zusehends utopisch und bereitete mir so keine Freude mehr, was ich außerordentlich schade finde. Der fantastische Schreibstil der Autorin, der sich durch das gesamte Buch zieht, konnte mich gerade im zweiten Teil leider auch nicht über die nun eintönigen Protagonisten hinwegtrösten.
In Kürze:
Positiv
Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig zu lesen.
Gerade der erste Teil besticht durch Emotionen und
hält stets eine gewisse Spannung aufrecht.
Beide Protagonisten erzählen abwechselnd
in der Ich-Form.
Unvorhersehbares, wenn auch etwas zu überspitzt dargestelltes, Ende.
Negativ
Die zweite Hälfte zog sich wie Kaugummi und
hatte leider noch mehr Längen, als der erste Teil.
Das Pferde-Thema war mir leider zu detailliert, es hat mich schlicht nicht interessiert.
Ab der zweiten Hälfte war mir vieles zu utopisch.
Zu allem Überfluss konnte ich mich irgendwann nicht mehr mit den Protagonisten identifizieren.

 

Fazit:
Was gut begann endete leider nicht zufriedenstellend für mich. Amy Harmon hat wahrlich größeres Talent, als sie hier zeigt. Die Figuren waren zuerst zum Greifen nah und schön ausgemalt, verloren zu Beginn des zweiten Teils aber immer mehr von ihrer Farbe, bis sie irgendwann völlig durchsichtig wurden. Auch die Geschichte an sich bot ab Teil Zwei nicht mehr die Spannung und die Emotionen, die im ersten Teil vorhanden sind und die ich von diesem neuen Buch von Amy Harmon erwartet habe. Nichtsdestotrotz ist das Buch okay, wenngleich ich mehr erwartet habe.

 

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2 Comments

  • Lottasbuecher 18. Juli 2016 at 5:06

    Liebe Kitty,
    ich habe noch gar kein Buch von der Autorin gelesen, aber ich merke, dass es von Buch zu Buch "schlechter" wird – zumindest von den Bewertungen her. Beim ersten waren noch alle hell auf begeistert und konnte sich kaum halten vor Freude und dann wurden es in meiner Liste immer weniger, die geschwärmt haben. Ich glaube nicht, dass ich noch ein Buch von ihr lesen werde, auch wenn mich "Vor uns das Leben" immer gereizt hatte.. nun ja. So ist das eben.

    Liebst, Lotta
    PS: Aber die Cover sind unglaublich schön.

    Reply
    • Kitty 2. August 2016 at 16:41

      Ja die Cover sind echt unglaublich schön, aber im Grunde genommen ist auch der Inhalt der Bücher schön. Nur das Neue konnte mich eben nicht so wirklich überzeugen, aber darüber kann ich hinwegsehen. Es kann einem einfach nicht jedes Buch einer Autorin/eines Autors gefallen.
      Vor uns das Leben ist wirklich, wirklich toll. Bitte gib dem Buch eine Chance. Es ist soooooo schön. Aber auch die anderen Bücher kann ich dir nur empfehlen, wenn man von diesem hier mal absieht. Dazu muss ich aber sagen, dass ich momentan ja eh eine kleine bis mittelschwere Leseflaute habe und das bestimmt auch ein Grund dafür war, dass mich die Geschichte nicht so packen konnte, wie ich mir das gewünscht und erhofft hatte.
      GlG
      Kitty ♥

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