Rezension:
Michael Tsokos – Zersetzt

Posted on 15. April 2016 by Dörte

Vielen Dank an den Knaur. Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

 

Fred Abel #2
01.04.16 | 432 Seiten | Knaur. | Autor | Kaufen

BKA-Rechtsmediziner Dr. Fred Abel arbeitet unter Hochdruck an einem großen Fall: Ein winziger Einstich in der Kniekehle eines Toten verrät ihm, dass einer der gefährlichsten Killer der letzten Zeit weiterhin sein Unwesen treibt. Doch bevor Abel ihn stoppen kann, wird er in heikler Mission in den osteuropäischen Pseudostaat Transnistrien geschickt. Dort soll er zwei Mordopfer identifizieren, die in Kalkfässern gelagert wurden und fast vollständig zersetzt sind. Plötzlich steht Abel im Fadenkreuz eines politischen Komplotts. Während einer mörderischen Verfolgungsjagd durch das transnistrische Grenzland muss er seine ganz besonderen Fähigkeiten einsetzen. Und gleichzeitig kämpft in Deutschland das jüngste Opfer des Psychopathen in einem Keller um sein Leben …

»Zersetzen, ging es Abel durch den Kopf. das geht also auch ohne ungelöschten Kalk.«
Zitat aus: „Zersetzt“

Meine Meinung:

 

Cover/Gestaltung

Das Cover fühlt sich ein bisschen rau an, was mir sehr gut gefallen hat, da es mal etwas anderes ist. Der Titel, sowie der Name des Autors steht ein bisschen ab, so dass man ihn „fühlen“ kann, wenn man drüber streicht. Die Farbkombinationen sind ebenfalls richtig gut gewählt. Es passt alles sehr gut zusammen und harmoniert miteinander. Ein rundum gelungenes Buch. Außen, wie innen.
»Vadik setzte die gezähnten Backen der Zange an Tjomas linker Brustwarze an und kniff zu.«
Zitat aus: „Zersetzt“
Gesamt
Nach dem sehr gemeinen Cliffhanger vom ersten Band Zerschunden, war ich gespannt zu erfahren, wie es mit dem überaus sympathischen Rechtsmediziner weitergehen würde. Gleich zu Beginn wird der Leser jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass die Geschichte rund um Zersetzt nicht nach, sondern ziemlich genau zehn Monate vor Zerschunden spielt.
Ich wusste genau, dass vieles von dem, was ich las, der Wahrheit entsprach, was mir des Öfteren ein ziemlich beklemmendes Gefühl bescherte. Tsokos beschreibt wirklich sehr, sehr detailliert, was für eher sensible Menschen wohl schon zu heftig sein könnte. Deswegen empfehle ich diese Reihe rund um Fred Abel nur solchen, denen es nichts ausmacht das Gefühl zu haben, bei einer Autopsie live mit dabei zu sein, was stellenweise schon ziemlich ekelig ist.
Tsokos zeigt dieses Mal ganze drei Handlungsstränge, die allesamt sehr spannend zu lesen sind. Im ersten begleiten wir Abel nach Transnistrien, wo er zwei Leichen autopsieren soll, was sich als ziemlich schwer erweist. Während dieser Handlung nimmt der Autor auch noch Bezug zur Politik, was ich sehr interessant fand. Auch die ganzen Ungereimtheiten, sowie der gesamte Verlauf während Abels Aufenthalt, hat mich gefangen genommen und die Seiten regelrecht verschlingen lassen.
»Ein menschliches Gesicht, das durch ungelöschten Kalk und durch fortgeschrittene Verwesung so weitgehend zersetzt war, wies kaum mehr individuelle Züge auf.«
Zitat aus: „Zersetzt“
Der zweite Handlungsstrang, in dem es um einen äußerst kranken Serienkiller geht, hat mir persönlich am Besten gefallen. Ich konnte es stets kaum erwarten, bis ich erneut in einem solchen Kapitel angelangt war.
Tsokos nimmt abwechselnd Bezug zu den einzelnen Handlungen. So beschreibt er erst, wie es Abel in Transnistrien ergeht, um im nächsten Kapitel zum Serienkiller zu springen. Diese Art der Erzählung lässt die Spannungskurve niemals abflachen. Sie bewegt sich stets auf obersten Niveau, was sich während der gesamten Geschichte niemals ändert. Es geschieht so viel, auch Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat.
Besonders zu der Zeit, als sich Abel in Transnistrien befunden hat, waren mir einige Dinge ein bisschen zu viel. Wie sich der Protagonist dort bewegte war mir zu aufgesetzt. Zwar waren diese Szenen voller Spannung und Dramatik, aber nach meinem Empfinden ein bisschen zu realitätsfern. Dies ist allerdings das Einzige, was ich zu bemängeln habe und ändert dementsprechend auch nichts an der Tatsache, dass ich sehr neugierig auf den dritten Band bin.
In Kürze:
Positiv
Perspektivenwechsel.
Alles geht fließend ineinander über.
Spannend von der ersten bis zur letzten Seite.
Temporeich.
Gute Identifikation zum Protagonisten.
Erschreckend.
Macht Gänsehaut.
Wahre und fiktive Verbrechen werden gemischt.
Drei Handlungen werden erzählt.
Auktoriale Erzähler.
Negativ
Manche Situationen waren mir zu viel.

 

Fazit:
Zersetzt ist von vorne bis hinten spannend und voller unvorhersehbaren Überraschungen. Tsokos sorgt mit wahren und fiktiven Elementen definitiv für Spannung, sowie Gänsehaut und hat mit Fred Abel einen zutiefst sympathischen Protagonisten erschaffen, den ich erneut gern begleitet habe.

Weitere Rezensionen:
Bislang keine weiteren Rezensionen gefunden.

Die Reihe:
1. Zerschunden
2. Zersetzt
3. Zerbrochen
Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥

 

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7 Comments

  • Jacqueline Oestringer 15. April 2016 at 15:49

    Huhu Kitty,

    und schon wieder ein gemeinsames Buch 😀
    Kommt bei mir hoffentlich die Tage an, freu mich schon sehr drauf.

    Eine tolle Rezi Liebes !

    LG
    Jacqueline

    Reply
    • Jacqueline Oestringer 15. April 2016 at 18:00

      P.S. Wenn du nochmal von vorne anfangen würdest, würdest du zuerst Band 1 oder 2 lesen? Wenn Band 2 zeitlich vorher spielt, macht es dann Sinn zu drehen, oder fehlt dann Wissen?

      LG

      Reply
    • Kitty 16. April 2016 at 3:19

      Wir lesen echt sehr oft dasselbe. 🙂 Vielleicht sollten wir mal eine Leserunde starten? 🙂
      Also im Grunde genommen ist es völlig egal, ob du zuerst Band 1, oder Band 2 liest. Es baut nicht wirklich was ineinander auf und Wissen fehlt meines Erachtens auch nicht. Ich würde es wieder in der Reihenfolge lesen, wie ich es ohnehin schon getan habe. Eben, weil der Mensch ein "Gewohnheitstier" ist und ich immer erst bei Band 1 anfange. 🙂
      Hab ein schönes Wochenende.
      GlG
      Kitty ♥

      Reply
  • Martin Hanns Buchwellenreiter 15. April 2016 at 17:36

    Hi Kitty 🙂

    tolle Rezension 🙂

    Ich habe den ersten Band der Reihe in Frankfurt signiert bekommen. Leider hab ich es noch nicht gelesen. Aber das wird jetzt bald auf die TO DO LISTE wandern. Und wenn ich damit fertig bin, werde ich mir ZERSETZT auf die Lehne meines Lesesessels holen ^^

    Deine Rezi hat mich jedenfalls sehr neugierig gemacht. Da bin ich nun total motiviert, endlich die Reihe zu beginnen.

    Liebe Grüße
    Martin

    Reply
    • Kitty 16. April 2016 at 3:20

      Ach, da bin ich ja ein bisschen neidisch. 😉 Hätte auch gern ein signiertes Exemplar. 🙂 Du hast das echt noch aufm SuB? Schäm dich! 😉 Sofort rauskramen und lesen. Du wirst es echt nicht bereuen!
      Vielen Dank für deine lieben Worte. Es freut mich sehr, dass ich dich motivieren konnte. 🙂
      Hab ein schönes Wochenende.
      GlG
      Kitty ♥

      Reply
  • Nicole Wagner 16. April 2016 at 15:34

    Hallo Kitty,

    ich bin ewig um Michael Tsokos herumgeschlichen, aber so richtig habe ich mich nicht getraut und jetzt bestätigst du meine Befürchtung. Dieses "zu viel" und die "Realitätsferne" gehen mir in letzter Zeit bei Thrillern so richtig auf die Nerven. Wahrscheinlich werde ich es deshalb lassen, obwohl mich deine Rezension schon neugierig macht.

    Liebe Grüße & schönes Wochenende,
    Nicole

    Reply
    • Kitty 19. April 2016 at 8:38

      Verdammt, jetzt habe ich dir das Buch madig gemacht. Das wollte ich nicht. 🙁 Also diese überspitzten Szenen kommt ja nicht ausschließlich vor. Das meiste ist ja wirklich geschehen. Nur eben so ein paar Kleinigkeiten empfand ich persönlich als zuviel, was ja nicht heißen muss, dass es dir ebenso ergeht.
      Meinst du, du willst es nicht doch mal versuchen? 🙂 Es lohnt sich!

      Reply

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