Rezension:
Antonia Michaelis – Die Allee der verbotenen Fragen

Posted on 16. April 2016 by Dörte


Vielen Dank an den Knaur. Verlag, für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

01.04.16 | 384 Seiten | Knaur. | Autorin | Leseprobe | Kaufen

Ihr Spiegelbild in einer Schaufensterscheibe öffnet Akelei die Augen: Sie ist nicht mehr das junge Mädchen, dem die ganze Welt offen steht, sondern eine pummelige, mittelalte Frau im pastellgrünen Mantel. Als Finn, ihre Sandkastenliebe, als Spiegelung in der Scheibe hinter ihr auftaucht, kann sie es nicht glauben. Denn auf mysteriöse Weise verschwand er vor 18 Jahren aus Akeleis Leben. Sie erkennt ihre letzte Chance – auf Abenteuer, auf Glück, auf Liebe – und folgt Finn, ohne nachzudenken. Ohne zu wissen, wohin. So geht sie auch einen Weg zurück: in ihre Kindheit, in die Erinnerung und in die Allee der verbotenen Fragen.

»“Wichtig ist nicht die Vergangenheit, sondern die Gegenwart. Alle Leute in dieser Geschichte leben viel zu sehr in der Vergangenheit.“«
Zitat aus: „Die Allee der verbotenen Fragen“

Meine Meinung:

Charaktere

Akelei ist in den 30ern und hat seit sie verheiratet ist, den Platz der Hausfrau ohne zu murren angenommen, dabei wünscht sie sich etwas völlig anderes von ihrem Leben. Diese Wünsche hat sie jedoch komplett auf Eis gelegt. Schon in ihrer Kindheit wurde ihr vorgelebt, wie ihr eigenes Leben auszusehen hat. Niemals hat sie dies in Frage gestellt, bis zu einem bestimmten Ereignis…
Finn wuchs weniger behütet als Akelei auf und doch fanden die beiden zueinander. In seiner Familie war nicht immer alles so einfach. Finn hat ein Händchen für Musikinstrumente. Er beherrscht ein jedes, welches er in die Hände bekommt und zwar auf eine ganz besondere Art und Weise…

»Im Kindergarten hatte ich gelernt, dass alle Menschen Brüder waren und dass alles allen gehörte, […]«
Zitat aus: „Die Allee der verbotenen Fragen“

Gesamt
Kennt ihr dieses Gefühl, welches einen überkommt, das sagt: „Hier kommt etwas Großartiges auf dich zu“, wenn man ein Buch angefangen hat? So erging es mir, als ich die ersten Seiten von Die Allee der verbotenen Fragen gelesen hatte. Antonia Michaelis schaffte es erneut mich am Kragen zu packen und mich in ihre Geschichte zu ziehen. Ohne groß nachzufragen und ohne mich darum bitten zu müssen. Ich nahm dies sehr gerne an und verschmolz, wie eh und je, ebenfalls mit ihrer neuesten Geschichte. Nicht nur das Setting hatte ich vor Augen, sondern auch die mit so viel Liebe gezeichneten Figuren, die fortan zu meinen Freunden werden sollten. Allen voran natürlich Akelei, die sich mit einem Huhn auf ein regelrechtes Abenteuer begibt, als sie meint ihre Jugendliebe wiederzusehen…
Im Grunde genommen ist es schwer zu beschreiben, was für Emotionen ich beim Lesen durchlebt habe, da ich natürlich auch nicht zu viel vom Inhalt verraten möchte.  Was ich sagen kann ist, dass ich alle möglichen Gefühle gefühlt habe, die es auf der Welt gibt. Ich war traurig, als ich Hintergründe erfahren habe, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Glücklich, als etwas bestimmtes ans Licht kam, um daraufhin auf den nächsten Seiten wieder zu Tode betrübt zu sein, als mich erneut eine absolute Überraschung heimsuchte. Zudem sorgt die Autorin auch immer mal wieder für einen Lacher, wenn sie beschreibt, wie Akelei mit dem Huhn spricht und es schon als Freundin sieht. Sie füttert und wäscht es und baut somit eine richtig große Bindung zu dem Tier auf, was für mich sehr witzig, aber auch schön zu lesen war.

»“Allerliebste Akelei. Es kann gefährlich sein, Dinge zu finden. Manche verlorenen Dinge haben scharfe Kanten. Man kann sich an ihnen verletzen.“«
Zitat aus: „Die Allee der verbotenen Fragen“
Jede einzelne Zeile Michaelis´ berührt. Wie bei jedem anderen Buch, welches ich bisher von der Autorin gelesen habe, verwendet sie auch hier zauberhafte Worte, die einen wirklich zu Herzen gehen. Sie spricht Dinge an, die von menschlichen Abgründen handeln und schafft es so, den Leser zum Nachdenken zu bringen. In wie weit würde man selbst so weit gehen? Hätte man an einer bestimmten Stelle vielleicht eine andere Abzweigung genommen?
Hinzu kommt, dass es mich sehr berührte zu lesen, wie Akelei immer mehr aus sich herauskam. Wie sie auf der Suche sich selbst zu finden stets authentisch blieb. Ich konnte mich zu jeder Zeit mit ihr identifizieren und habe sie immer verstanden, egal, was sie tat und egal, was sie sagte.
Besonders hervorheben möchte ich, dass es sich um Die Allee der verbotenen Fragen nicht einfach „nur“ um einen Roman handelt, sondern dass in dieser Geschichte mehrere Genre vereint werden. Vom humoristischen, bis hin zur Romantik, ja sogar ein bisschen Krimi ist hier vorhanden. Dabei wirkte es aber nicht zu aufgesetzt und zu utopisch, sondern immer sehr realitätsnah.
Flüssig gingen auch die verschiedenen Erzählperspektiven, sowie die Zeitsprünge vonstatten, die den Leser wie ein treuer Hund in diesem Buch begleiten. So erfährt man nicht nur wie sich das Präsens entwickelt, sondern wie es dazu überhaupt kommen konnte, da die Vergangenheit ebenfalls immer wieder, zum Beispiel in Form von Flashbacks Akeleis, aufgearbeitet wird.
Das Ende ist alles andere als vorhersehbar, was mir sehr gut gefallen hat. Es passte einfach alles.
In Kürze:
Positiv
Viel Tempo
und Spannung.
Verschiedene Sichtweisen 
und Zeitsprünge, die
niemals abgehackt, sondern flüssig vonstatten gehen.
Ich habe sowohl Empathie, als auch Sympathie für beide Protas empfunden.
Überraschende Wendungen.
Verschiedene Genre in einer Geschichte vereint.
Regt zum Nachdenken an.
Negativ 
Nichts.

Fazit:
Der Leser wird durch eine hinreißende, immer authentisch bleibende, sympathische Protagonistin durch Die Allee der verbotenen Fragen geführt, die auf der Suche nach sich selbst ist. Mit viel Liebe und wahnsinnig vielen Emotionen vereint die Autorin hier verschiedene Genres, sowie zwei verschiedene Handlungsstränge, die irgendwann zu einem Ganzen verschmelzen. Absolute Empfehlung!



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Habt einen wundervollen Tag, ihr Lieben. ♥

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8 Comments

  • Alisia Mikata 16. April 2016 at 23:50

    Hey 🙂

    Eine wirklich schöne Rezension (soll jetzt nicht so plump klingen aber das wurde so schon so oft abgenutzt von Leuten die eine Rezension nicht durchlesen sondern einfach nur Werbung für sich machen wollen …)
    Von der Autorin hab ich bis jetzt nichts gehört aber das ändert sich bald 😀
    Ich habe seit kurzem beschlossen mein Horizont etwas zu erweitern und nicht mehr nur Jugendbücher und Fantasy bzw Romantasy/ Distopien zu lesen sondern auch mal solche Bücher.
    vom Inhalt her hat es mich jetzt anfangs nicht direkt angesprochen (bzw. dass ich dachte ich muss es jetzt unbedingt kaufen oder so) aber so begeistert wie du vom Buch bist, MUSS es gut sein! Vor allem mag ich es, wenn der Schreibstil etwas besonders hat und alles nicht so vorausschauend ist 🙂 Vor allem mag ich es aber, wenn man mit dem Buch mitfühlt und das scheint ja hier der Fall zu sein.
    Lange Rede kurzer Sinn: Kommt jetzt auf der Stelle auf meine Wunschliste 🙂

    Liebe Grüße und schönen Sonntag noch!

    Alisia

    ps. dein Blog gefällt mir total! Ich mag so helle Blogs. Es hat eine sehr ruhige Ausstrahlung und man bekommt auch keine Augenschmerzen, wenn man hier länger drauf starrt 😛

    Reply
    • Kitty 17. April 2016 at 13:07

      Vielen Dank, liebe Alisia. 🙂
      Also ich kann mit der Autorin ehrlich gesagt nur etwas anfangen, wenn es sich bei dem Titel, zu welchem ich greife nicht um ein Jugendbuch handelt. Diese mag ich irgendwie nicht besonders. Aber alles, was nicht für Jugendliche geschrieben wurde, hat mir stets total gut gefallen. Ich werde auf jeden Fall ihre anderen Romane ebenfalls noch lesen. Sie schreibt einfach so poetisch, wie ich finde. ♥
      Ich möchte auch meinen Horizont erweitern. Habe überraschender Weise aus dem Knaur. Verlag Winterhonig zugeschickt bekommen, was ich mir ehrlich gesagt niemals gekauft, oder auch nur angesehen hätte, da es historisch ist. Aber ich werde ein Experiment draus machen und mal schauen, ob es mir nicht vielleicht doch liegt. Ein bisschen Abwechslung kann schließlich auch nicht schaden, oder? 😉
      GlG und dir auch noch einen schönen Sonntag.
      Kitty ♥
      P.S. Aaaawwwww, vielen, vielen Dank. ♥

      Reply
  • Jacy Green 17. April 2016 at 8:45

    Guten Morgen 🙂

    Oh wie schön, eine neues Buch von Michaelis 🙂 Vielleicht sollte ich mal anfangen, mich über geplante Neuerscheinungen zu informieren, bisher lasse ich mich immer überraschen was ich auf Blogs und in den Buchhandlungen finde… Hat aber auch etwas, wenn man dann Sonntagmorgens nichtsahnend auf solch eine tolle Rezension zu einem interessant klingenen Buch stößt. Vielen Dank dafür, das Buch steht jetzt auf meiner Wunschliste.

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag
    Liebe Grüße
    Jacy

    Reply
    • Kitty 17. April 2016 at 13:09

      Wenn ich wegen der Challange nicht in regelmäßigen Abständen die Neuerscheinungen durchstöbern würde, wäre dies bestimmt auch an mir vorbei gegangen. Also tröste dich. 🙂 Umso mehr freut es mich jetzt natürlich, dass ich dich darauf aufmerksam machen und dich sogar dazu bringen konnte, dieses Buch auf deine WuLi zu schreiben. 🙂 Es lohnt sich auf jeden Fall. 🙂
      Danke, den wünsche ich dir auch. 🙂
      GlG
      Kitty ♥

      Reply
  • Katharina P. 17. April 2016 at 10:53

    Hallo Kitty,
    wirklich eine wunderschöne Rezension. Du hast mich grade unglaublich neugierig auf das Buch gemacht. Von Antonia Michaelis hat mir damals "Das Institut der letzten Wünsche" sehr gefallen und "Der Märchenerzähler" (der so ganz anders war) war ziemlich überraschend. Bin gespannt, wie mir dieses Buch gefallen wird 🙂

    Liebe Grüße,
    Katha
    http://www.svenjasbookchallenge.blogspot.de

    Reply
    • Kitty 17. April 2016 at 13:11

      Vielen Dank, liebe Katha. 🙂 es freut mich, dass ich dich neugierig machen konnte. 🙂 Das Institut der letzten Wünsche hat mir auch richtig gut gefallen. Ich liebe es. ♥ Der Märchenerzähler hingegen mag ich so gar nicht. -.- Ich habe allgemein festgestellt, dass mir die Jugendbücher von Michaelis eher nicht liegen, also werde ich mich jetzt einfach weiter auf die Romane konzentrieren. Diese gefallen mir nämlich richtig, richtig gut.
      GlG
      Kitty ♥

      Reply
  • Petra's Papier und Tintenwelten 17. April 2016 at 16:34

    Hallo Kitty,
    das ist wirklich eine schöne Rezension! Danke dafür! Ich habe das Buch auch schon hier und freue mich nun noch umso mehr darauf!
    Liebe Grüße, Petra

    Reply
    • Kitty 19. April 2016 at 8:36

      Vielen Dank, liebe Petra. 🙂 Lass dich von der Geschichte verzaubern. Hach, es war so schön, Akelei zu begleiten. Ich bin ein bisschen neidisch, dass du es noch vor dir hast. 😉
      GlG
      Kitty ♥

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