Rezension:
Marissa Meyer – Wie Schnee so weiß

Posted on 9. Februar 2016 by Dörte

Luna Chroniken #4 | 848 Seiten |  Carlsen | Autorin | Leseprobe

 

Das kann Königin Levana, Herrscherin des Mondes, nicht dulden: Ihre Stieftochter, Prinzessin Winter, wird täglich schöner und ihr Zauber immer mächtiger! Wütend zwingt die böse Königin sie dazu, sich das Gesicht mit Schnitten zu verunstalten – doch die Narben können Winters Schönheit nichts anhaben. Schließlich versucht Levana sogar, sie umbringen zu lassen. Da fasst Winter einen verzweifelten Plan: Sie muss die rechtmäßige Thronfolgerin Selene finden, um gemeinsam mit ihr die böse Königin zu stürzen …

 

 

»“Sie ist unsere tote Prinzessin. Und sie kommt nach Hause zurück.“«
Zitat aus: „Wie Schnee so weiß“
Meine Meinung:

 

Charaktere

Winter leidet darunter und wird krank davon, dass sie ihre Gabe nicht einsetzt, doch es wiederstrebt ihr einfach, die Kontrolle anderer Menschen zu übernehmen. Winter ist ziemlich verletzlich und auch ein wenig schüchtern und trotz einer Narbe in ihrem Gesicht wunderschön.
Levana setzt alles daran, weiterhin auf ihrem Thron sitzen zu bleiben. Sie geht über Leichen und dabei ist ihr auch völlig egal, ob sie dabei Unschuldigen das Leben nimmt. Levana ist das personifizierte Böse in einer perfekten, hübschen Hülle.Außerdem gibt es natürlich auch ein Wiedersehen mit allen anderen Figuren, die wir im Laufe der Reihe kennen -, und lieben gelernt haben.
»“Ich brauche ihn genauso, wie er mich braucht. Aber das heißt noch lange nicht, dass es Liebe ist.“
Winter sah auf den Boden. „Im Gegenteil, meine liebe Freundin. Genau das ist Liebe.“«
Zitat aus: „Wie Schnee so weiß“
Gesamt
Ich hatte Angst vor diesem dicken Wälzer. Nicht nur, weil am Schluss hiermit auch die gesamte Reihe zum Ende kommen würde, sondern auch, weil ich aufgrund der Seitenzahl Angst vor etwas längeren Stellen hatte. Diese sollte sich aber zum Glück in keinster Weise bestätigen. Ganz im Gegenteil. Auch im großen Showdown der Luna-Chroniken kommt niemals Langweile auf. Die gesamte Geschichte besticht durch ihre genial gezeichneten Charakteren, sowie einer mit den Händen greifbaren Spannung, die niemals abbricht, sondern eher von Seite zu Seite noch an Fahrt aufnimmt.
In Wie Schnee so weiß, begleiten wir dieses Mal Winter, die Stieftochter der bösen Königin Levana. Winter ist eine Person, die man einfach mögen muss. Sie ist zerbrechlich, nicht perfekt, wunderschön und zerbricht ein bisschen an der Tatsache, dass sie ihre Gabe nicht einsetzen möchte, denn aufgrund dessen wird sie krank. Trotz ihrer Naivität wird sie vom Volk geliebt – mehr als ihre Stiefmutter und mehr, als gerade jene es ertragen kann. Die Beziehung dieser beiden Figuren ist für mich total nachvollziehbar dargestellt worden. Besonders bei Winter habe ich einen enormen Beschützerinstinkt entwickelt und bei Levana, nun, sie ist mit Abstand die von mir am meisten verhasste Antagonistin. Da es sich bei den gesamten Luna-Chroniken um eine Märchenadaption handelt, kommt jene, dieses Mal von Schneewittchen, natürlich auch im finalen Band nicht zu kurz. Ich muss sagen, dass ich jedes Mal entzückt davon war, wenn ich erneut eine Gemeinsamkeit des Märchens in diesem Roman gefunden hatte. Die Umsetzung ist Marissa Meyer absolut fantastisch gelungen. Es macht einfach Spaß, jede einzelne Szene in sich aufzusaugen und gespannt darauf zu warten, was wohl als nächstes passieren, und inwieweit es sich dem Märchen ähneln wird.

 

»“Ich weiß, dass du dir sicher sein willst; das Gefühl haben willst, bereit zu sein. Aber, Cinder … dieses Gefühl werden wir nie haben. Irgendwann müssen wir aufhören zu planen und anfangen zu handeln. Und ich glaube, jetzt ist es so weit.“«
Zitat aus: „Wie Schnee so weiß“
Natürlich finden auch alle anderen Charaktere ihren Platz auf dieser finalen Bühne. Allen voran natürlich Cress, die darauf aus ist, ihre Mission endlich zu beenden und den Thron von Luna zu besteigen. Es ist für mich eine Freude gewesen zu sehen, wie sie sich entwickelt hat. Was in der Zwischenzeit alles passierte, bis sie sich alle auf Luna wiederfinden. Scarlet, Cress, Wolf, alle haben ihre eigene Geschichte, die aber anschließend auch noch zum eigentlichen Plot hinzugefügt wird. Es verschmilzt letztendlich alles zu einem großen, epischen Ganzen und zwar ohne jegliche Ecken und Kanten. Es geht alles fließend ineinander über und lässt einen nicht mehr los.
Mir gefällt die gesamte Welt, die Marissa Meyer nicht nur hier, sondern in der gesamten Reihe erschaffen hat. Ich konnte mir alles sehr gut vor Augen führen und habe mich mit jeder einzelnen Figur angefreundet. Dadurch, dass sich jedes Buch um einen anderen Protagonisten kümmert, schließt man jeden einzelnen total in sein Herz, weil man sie besser kennen gelernt hat. Am Ende treffen sich alle wieder, um für das „Große Ganze“ zu kämpfen und dies hat es in sich. Die Szenen sind häufig sehr actionreich, überraschend, aber an einigen Stellen hatte ich auch einen dicken Kloß im Hals, weil sie mich so sehr berührten.
Was mir erneut sehr gut gefallen hat ist, dass Marissa Meyer immer mal wieder eine andere Figur auktorial zu Wort kommen lässt. Hat man im ersten Moment noch mit Winter zutun, springt die Erzählweise beim nächsten Kapitel zum Beispiel zu Cress, was zusätzlich zu diesem Sichtwechsel auch noch einen Settingwechsel mit sich bringt. Ich war stets mitten drin in der Geschichte jeder einzelnen Figur und meist etwas ungehalten, weil am Ende irgendetwas geschah, was ich noch weiter erfahren wollte, doch dann switchte die Sicht und ich begleitete wieder jemand anderen. Dies war für mich zwar stellenweise ziemlich ärgerlich, weil ich so neugierig war, aber so eine Art von Cliffhanger hält die Spannung natürlich auf einem ziemlich hohen Level und zwar die gesamten 848 Seiten lang.
Ich habe die Geschichte verschlungen, obwohl ich mir eigentlich Zeit lassen wollte. Die Seiten wurden von mir inhaliert, weil ich nicht anders konnte, dabei wollte will ich gar nicht, dass die Geschichte jemals endet.
Nun ist es vorbei, ich bin äußerst zufrieden mit dem Ende, aber auch unendlich traurig, da ich irgendwie das Gefühl habe, ich hätte ganz viele Freunde verloren.
In Kürze:
Positiv
Auktorial aus verschiedenen Sichten erzählt.
Sichtweisenwechsel.
Ortswechsel.
Es ist so episch (!)
Ich liebe jede einzelne Figur.
Emotionen.
Voller Spannung.
Nicht eine langweilige Stelle.
Rasantes Tempo.
Tolles Ende.
Man trifft auf alte Bekannte wieder.
Die Settings sind großartig.
So fesselnd, dass einem 848 Seiten viel zu wenig erscheinen.
Negativ
Nichts

 

Fazit:
Wenn einem 848 viel zu wenig sind, dann hat die Autorin alles richtig gemacht. Mit diesem Finale hat sich Marissa Meyer noch einmal selbst übertroffen! Es passt alles zusammen, es geht alles fließend ineinander über. Dazu gibt es äußerst sympathische Protagonisten, die man allesamt lieb gewonnen hat und bekommt eine Geschichte geliefert, deren Spannung auf den gesamten 848 niemals abreist. Top!

 

 

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4 Comments

  • Nadine Reich 10. Februar 2016 at 15:15

    Und ich kann dir zu 100% zustimmen!
    Eine tolle Rezension und das Buch ist eben wirklich episch.
    Fans der Reihe werden ihren Spaß haben 😀
    Liebste Grüße♥
    Nadine

    Reply
    • Kitty 11. Februar 2016 at 10:34

      Ja nicht wahr? Hach, ich bin so traurig, dass es jetzt vorbei ist. 🙁

      Reply
  • Tinkerreads 13. Februar 2016 at 21:49

    Huhu Kitty
    die Rezi hab ich nur etwas überflogen aber ich meine ganz ehrlich: Negativ – Nichts ist doch schon aussagekräftig genug 😀
    Die Reihe hab ich schon länger im Auge und wandert jetzt auch direkt ganz oben auf meine Wunschliste!

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Tinker

    Reply
    • Kitty 16. Februar 2016 at 17:07

      *lach* Da hast du schon recht. 😉
      Glaub mir: Mit dieser Reihe kann man absolut nichts falsch machen. Sie ist so grandios. *schwärm*
      GlG
      Kitty ♥

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