Rezension:
Dani Atkins – Die Nacht schreibt uns neu

Posted on 16. Dezember 2015 by Dörte

 

 

480 Seiten |  Knaur. | Autorin | Kaufen
Emma macht sich bereit für ihren großen Tag. Die Wimperntusche in ihrer Hand zittert ein wenig, aber ein bisschen Nervosität ist ganz normal, oder? Beim Blick in den Spiegel tasten Emmas Finger automatisch nach der alten Narbe dicht unter ihrem Haaransatz. Das sichtbare Andenken an die Nacht, die ihr Leben verändert hat. Und nicht nur ihres. Emma erinnert sich: an den furchtbaren Unfall auf dem Heimweg von ihrem Junggesellinnenabschied, an den Tod ihrer besten Freundin Amy, an ihren Retter Jack, an Richards liebevolle Reaktion, als sie ihn gebeten hat, die Hochzeit zu verschieben. Und an alles, was danach kam. Schließlich klopft es an der Tür. Jemand ist gekommen, um Emma nach unten zu führen. Wer? Lassen Sie sich überraschen!

 

 

 

Emma ist sehr verletzlich. Sie hat ein riesiges Herz und glaubt an die große Liebe. Für ihre Familie und ihre Freunde ist sie immer da. Emma arbeitet in einer Buchhandlung.
Richard ist Emmas Verlobter und schon seit er denken kann, in sie verliebt. Richard kann es kaum abwarten, seine Freundin endlich zu heiraten und würde alles für sie tun.
Caroline eine der besten Freundinnen von Emma. Sie gibt sich die Schuld an dem tragischen Unfall und ist seitdem innerlich total zerrissen. Nur ihr Freund und Emma können sie manchmal aus ihrem Schneckenhaus hervorholen.
Amy war der Sonnenschein des Mädchentrios. Sie lebte im Hier und Jetzt und hat sich nicht sonderlich große Gedanken um die Zukunft gemacht. Sie hatte ihr Herz auf dem rechten Fleck.
Jack spielt eine große Rolle in dieser Geschichte, weil er als Ersthelfer am Unglücksort angekommen ist. Mit seiner Hilfe konnte die Leben der Frauen gerettet werden. Jack ist ein erfolgreicher Autor und nur zu Recherche-zwecken in dem kleinen Ort, an dem die Protagonisten leben.
»Manchmal ist der Schmerz einfach zu groß, um sich in Worte fassen zu lassen. Dann hilft nichts anderes mehr, als sich an jemandem festzuhalten, den man liebt, bis sich der Schmerz nicht mehr anfühlt, als wollte er einem das Herz aus der Brust reißen.«
Dani Atkins lässt uns ihre Geschichte von Emma in der Ich-Form erzählen. Dabei springt sie ab und zu auch mal in der Zeit. Zuerst wird der Leser darauf aufmerksam gemacht, was gerade in der Gegenwart passiert, bevor anschließend die ganze Tragödie Schritt für Schritt erklärt wird. Zusätzlich zu dem schrecklichen Unfall, den Emma und ihre Freundinnen erleben müssen, erfahren wir außerdem auch noch etwas über eine Krankheit, die leider immer präsent sein wird und über viel mehr, als Liebe, Freundschaft, Vergebung, Hoffnung… Ach, eigentlich bekommen wir mit dieser Geschichte wirklich jegliche Emotionen mit voller Wucht zu spüren, die es gibt.
Emma ist eine starke Protagonistin. Wie sie während des Unfalls mit der Situation umgeht ist genau so vorbildlich wie die Tatsache, wie sie hinterher die gesamte Lage meistert. Auf ihrem Weg ist sie niemals alleine. Sie wird von ihrem Verlobten Richard, von ihrer Freundin Caroline, aber auch von ihren Eltern unterstützt. Egal, wie aussichtslos die Situation zu sein scheint: Sie wird stets wieder in die richtige Richtung geleitet. Dadurch dass die Protagonistin niemals alleine ist, hat man im Laufe der Zeit auch eine innige Bindung zu den ganzen Nebenfiguren, die von der Autorin mit genau so viel Liebe gezeichnet wurden, wie die Protagonistin selbst. Es hat mir sehr gefallen, wie viel Farbe jeglicher Charakter abbekommen hat.
»“So kannst du auf Dauer nicht leben – immer in der Angst vor dem Was, Wenn. Du kannst die Zukunft nicht vorhersehen. Du musst einfach das Beste aus dem machen, was du hast, und zwar dann, wenn du es hat. Alles kann sich so schnell ändern…“«
Ich empfand schon den Beginn der Geschichte als äußerst emotional und hatte das Gefühl, als würde ich mit den Freundinnen zusammen in dem Auto sitzen, als es zu dem tragischen Unfall kommt. In dieser Situation habe ich Emma zum ersten Mal bewundert, denn wie sie damit umgeht, ist vorbildlich. Schon früh habe ich geahnt, worauf das alles wohl hinauslaufen wird, doch diese „Vorkenntnis“ hat mich in keinster Weise in meinem Lesefluss, oder Lesespaß beeinträchtigt. Eher das ganze Gegenteil war der Fall: Ich habe es genossen Emma zu begleiten, die vielen Situationen mit ihr gemeinsam zu bestreiten, mit ihr zu weinen und gleichzeitig mit ihr zu lachen. Es war für mich spannend zu lesen, ob ich mit meiner Vermutung Recht behalten sollte, oder ob der Plot vielleicht doch noch eine ganz andere Richtung annehmen würde. Nicht nur die Geschichte von Emma und den Verlust ihrer besten Freundin hat mich zutiefst berührt, sondern auch das Schicksal, welches ihre Mutter erleiden muss. Wie die Familie damit umgeht, hat mich sehr nachdenklich gestimmt und auch ein bisschen betrübt.
Der Schreibstil ist wie gewohnt einfach herausragend gut, aber das hat Dani Atkins ja auch schon mit „Die Achse meiner Welt“ zeigen können. Es geht sehr flott voran und ist stellenweise schon sehr tiefsinnig.
Was die Geschichte für Wendungen nimmt, fand ich überaus gelungen. Genau wie das Ende, welches bei mir noch eine ganze Weile nachgehallt hat.
»Lebe für das Heute, das Morgen ergibt sich von selbst.«

Wer „Die Achse meiner Welt“ gemocht hat, dem wird es auch in „Die Nacht schreibt uns neu“ so ergehen. Dani Atkins hat eine wundervolle Art zu Schreiben und der Geschichte Leben einzuhauchen. Sie spricht viele Themen an, die einen nachdenklich stimmen und schafft es stets, jegliche Emotionen auf den Leser zu übertragen.

 

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5 Comments

  • _-Cinderella-_ 17. Dezember 2015 at 3:55

    Huhu,

    eine wirklich schöne Rezension – so wie immer 😉
    Die Achse meiner Welt habe ich leider immer noch auf meinem SuB liegen und sollte das anscheinend endlich mal ändern. Ich habe schon von so vielen gehört, die die Bücher super finden und trotzdem bin ich leider noch nicht dazu gekommen. Vielleicht schaffe ich es mal in kommenden Jahr 🙂

    Ganz liebe Grüße <3
    Jenny

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    • Kitty 17. Dezember 2015 at 10:21

      Danke schön. ♥
      Es wird Zeit, dass du die Achse von deinem SuB befreist. Es ist ein grandioses Buch, ganz ehrlich. Ich glaube ich werde die Geschichte niemals vergessen und wenn ich heute daran denke, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut. So schön. ♥
      GlG
      Kitty ♥

      Reply
  • Lottasbuecher 17. Dezember 2015 at 6:26

    Guten Morgen Liebes,
    sehr witzig, dass wir heute beide unsere Rezension zu dem Buch online gestellt haben. ^^ Ich fand es auch wirklich toll, auch wenn mir die erotischen Szenen manchmmal so erotisch waren. xD Aber okay. Was solls, das war nicht schlimm. Aber das war für mich immer so ein riesig Umschwung irgendwie, als hätte sie einen Schalter umgelegt.
    Ich freue mich jedenfalls, dass wir mal wieder einer Meinung sind! 😀

    Liebst, Lotta

    Reply
    • Lottasbuecher 17. Dezember 2015 at 6:26

      Und habe deine Rezi bei mir verlinkt 😉

      Reply
    • Kitty 17. Dezember 2015 at 10:22

      *lach* Ja, irgendwie schon. Ich habe die Rezi extra geplant, damit ich sie nicht vergesse. Habe das Buch, wie du, ja schon viel früher gelesen und wenn ich die dann nicht schon abgetippt hätte, hätte ich sicherlich alles vergessen und das Buch noch mal lesen müssen, was ja eigentlich nicht schlimm ist, denn es ist so toll. 🙂
      Freut mich, dass uns beiden das Buch so gut gefallen hat. Vielen Dank fürs Verlinken. :*

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