Rezension:
Taylor Jenkins Reid – Zwei auf Umwegen

Posted on 22. September 2015 by Dörte


432 Seiten |  Diana | Autorin | Leseprobe 

Elfeinhalb Jahre lang waren Lauren und Ryan das perfekte Paar. Doch seit Lauren mit dem Hund häufiger spricht als mit ihrem Mann, kann sie die Wahrheit nicht mehr leugnen: Ihre Ehe steckt in einer tiefen Krise. Ein Jahr Trennung soll die Liebe zurückbringen. Sie vereinbaren nur eine Regel: kein Kontakt. Alles andere ist erlaubt. Unsicher, aber auch aufgeregt stürzt Lauren sich ins Leben … doch wird es sie wieder zu Ryan führen?

»Mein Herz bricht. Und ich weiß, selbst wenn es jemals wieder heilt, wird es anders aussehen, wird sich anders anfühlen und anders schlagen.«
Zitat aus: „Zwei auf Umwegen“
Meine Meinung:
Charaktere
Lauren hat es satt sich mehr mit ihrem Hund, als mit ihrem Ehemann zu unterhalten. Sie bemerkt, dass ihre Ehe in einer Krise steckt und geht gar davon aus, dass sie Ryan nicht mehr liebt. Es fällt ihr schwer ohne ihn zu leben. Sie leidet ganz fürchterlich und macht Dinge, die sie niemals für möglich gehalten hätte. Lauren ist sehr verunsichert. Sie weiß einfach nicht, ob ihr Herz jetzt noch für Ryan schlägt, oder ob sie ohne ihn nicht vielleicht doch besser dran ist.
Ryan behält vieles für sich, was er doch mal lieber ausgesprochen hätte. Er steckt seiner Frau zuliebe gerne mal zurück, nur um sie glücklich zu machen. Ihm fehlt vor allem die körperliche Nähe zu seiner Frau, die von Zeit zu Zeit immer mehr eingeschlafen ist. Er ist es, der die Trennung auf Zeit vorschlägt.
»“Aber nach einer Weile werden Beziehungen zu Partnerschaften, und die Romantik lässt nach. So ist das. Es ist die Natur der Liebe.“«
Zitat aus: „Zwei auf Umwegen“

Gesamt
Auch Taylor Jenkins Reids zweiter Roman hat mich zutiefst gerührt und mich tief im Herzen getroffen. Es ist eine völlig andere Geschichte, als man sie aus diesem Genre schon zuhauf gelesen hat. Hier geht es nicht nur darum, ob sich die zwei Protagonisten nun kriegen, oder nicht, sondern darum, ob sie ihre Ehe retten können, oder der Schuss leider nach hinten los geht. Die Autorin lässt von Lauren die Geschichte erzählen. Diese spricht in der Ich-Form zum Leser und gewährt so nicht nur einen tiefen Blick in die Story allgemein, sondern auch in das Gefühlschaos der Ehefrau. Ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Habe Laurens Schmerz bei der Trennung ebenfalls gefühlt und konnte so gut verstehen, wie es ihr vor allem in den ersten Wochen nachdem Ryan ausgezogen war, ergangen ist. Taylor Jenkins Reid versteht es ausgezeichnet einem wirklich alle Figuren sehr nah ans Herz zu bringen. Da ist es egal, ob es sich um die Hauptprotas handelt, oder um die wunderbar witzige Familie rund um Lauren. Ich habe ganz besonders ihre Oma sehr gerne gemocht und war stets froh darüber, wenn sie erneut auf der Bildfläche erschien. Gerade sie hat unfassbar viele schöne Zitate auf Lager, die ich mir allesamt notieren musste, um sie mir immer wieder in Erinnerung rufen zu können und sie niemals zu vergessen. 

»“Nur weil man gut ohne jemanden leben kann, heißt das nicht, dass man es auch will.“«
Zitat aus: „Zwei auf Umwegen“

Das Familienband von Laurens Familie ist sehr, sehr stark. Ich bin der Ansicht, dass nicht mal ein übler Sturm dieses auseinander reißen könnte und auch jede handelsübliche Schere wäre zu stumpf dafür, es zu durchschneiden. Lauren hat zweifellos das Glück in einer Bilderbuchfamilie groß geworden zu sein, auch, wenn eine entschiedene Säule von Kindesbeinen an nicht mehr für sie zu erreichen war. Gerade die Tatsache hat die Familie noch enger zusammengeschweißt. Das Miteinander hat mich ziemlich sentimental gemacht und mich an einigen Stellen doch auch laut auflachen lassen müssen. Es ist wirklich herrlich, diese „Sippe“ miteinander zu erleben.
Der eigentliche Plot ist sehr gut durchdacht und kam mir vor, wie eine Geschichte, die aus dem Leben gegriffen sein könnte. Kennt das nicht jeder, dass in einer Beziehung irgendwann nichts mehr so ist, wie es einmal war? Dass sich Beziehungen entwickeln und man natürlich irgendwann daran zweifelt, ob das alles so richtig ist?
Es hat mir sehr gefallen wie sich die Autorin auf dieses Thema gestürzt, aber vor allen Dingen wie sie es umgesetzt hat. Man erlebt alles mit und kann so gut mit Lauren mitfühlen. Stellenweise bekommt man sogar einen kleinen Einblick in das Leben von Ryan nach der Trennung, diese haben mich ebenso bewegt, wie die Gefühlslage seiner Ehefrau.
Da man die gesamte Zeit über die Protagonistin begleitet, bemerkt man, wie sie sich Seite für Seite weiter entwickelt. Man spürt, dass sie sich verändert und hat irgendwann keine Ahnung mehr, wie sie sich wohl entscheiden wird, wenn das Jahr erst einmal um ist. Sie lernt zu leben, ohne einen Mann an ihrer Seite, geht wieder vermehrt aus, trifft sich häufiger mit ihrer Familie – Sie findet wieder zu sich. Mich hat es irgendwie beeindruckt, wie sie mit der Situation umgegangen ist.
Gerade, weil man irgendwann im Dunkeln tappt, ist auf jeder einzelnen Seite Spannung vorhanden. Man möchte wissen, wie die Geschichte aus geht. Wird es ein Happy End geben? Und wie sieht das aus? Mit den Protagonisten zusammen oder ist da vielleicht noch ein anderer Mann, oder eine andere Frau? Diese Gedanken haben mich das Buch in einer rasanten Geschwindigkeit weg lesen lassen, was mir bei dem wundervollen Schreibstil, den Taylor Jenkins Reid auch schon bei Neun Tage und ein Jahr bewiesen hat, sehr leicht gefallen ist. Sie schreibt flott, kommt schnell zum Punkt und hält sich somit auch nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf.
Neben dem Plot gibt es auch noch andere Geschichten neben der von Ryan und Lauren. Zum Einen hat die Schwester von Lauren vor, ihren Lebentraum zu verwirklichen und Charly, der Bruder, nun, bei dem ist auch so einiges los.
Es hat mir sehr viel Freude bereitet, erneut eine Gefühlsachterbahnfahrt mit diesem Buch erleben zu können. Und das Ende, nun, das Ende rundet eine wundervolle Geschichte für mich so richtig gut ab.
In Kürze:
Positiv
Alles aus der Sicht von Lauren in der Ich-Form erzählt.
Eine Geschichte aus dem Leben gegriffen.
Alles wirkte sehr real auf mich.
Emotionen kamen allesamt bei mir an.
Konnte mich mit allen Figuren sehr gut identifizieren.
Spannung ist stets vorhanden.
Die Geschichte stimmt nachdenklich.
Viele tolle Zitate/Lebensweisheiten.
Einige unerwartete Wendungen.
Auch die Nebenfiguren schließt man sehr schnell und tief ins Herz.
Ein Ende, welches ich mir gewünscht habe.
Negativ 
Gar nichts.

Fazit:
Taylor Jenkins Reid schreibt voller Emotionen und nimmt den Leser mit auf eine Achterbahnfahrt jeglicher Emotionen, die es gibt. Sie gibt ihren Figuren so viel Farbe, dass sie auf mich lebendig erschienen und hat eine Geschichte zu Papier gebracht, die sehr nah an der Realität ist. Mit diesem Buch hat sich die Autorin auf meine Lieblingsautorinnen-Liste geschrieben.

                                                         Kitty 
Dir hat der Beitrag gefallen? Dann mach doch auch andere darauf aufmerksam!

No Comments

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.