Rezension:
Katrina Leno – Ich und mein anderes Leben

Posted on 24. März 2015 by Dörte

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Schon immer hat Molly Erinnerungslücken. Ganze Stunden und Tage: einfach weg. Was während dieser Blackouts passiert, weiß sie nicht, nur, dass sie danach jedes Mal wie aus einem wilden Traum erwacht. Bis eines Tages nach einem Unfall ein tödlich verletzter Junge in ihren Armen liegt und behauptet, sie zu kennen. Aber Molly kennt diesen Jungen nicht. Oder doch? Als sie sich auf die Suche nach Spuren macht, gerät sie in den Sog einer verstörenden Wahrheit…

Meine Meinung:
Inhalt
Molly kann sich einfach nicht erklären, warum sie sich an so wenig erinnern kann. Sie wacht plötzlich an einem völlig anderen Ort auf, als an dem, wo sie sich zuletzt befand. Als sie schließlich noch auf einen Jungen trifft, der sie zu kennen scheint, gerät ihr Leben noch weiter aus den Fugen. Warum kennt er sie? Wer ist er? Und wer ist sie?

»Normalerweise lässt er mich reden, und wenn mir nicht nach Reden ist, spielen wir Karten, oder ich lasse ihn eine Kurzgeschichte lesen, an der ich gerade arbeite. Er fragt mich, ob ich Schriftstellerin werden möchte, aber darüber habe ich eigentlich noch nie richtig nachgedacht. Natürlich mag ich Bücher, ich bin förmlich damit großgezogen worden.«
Zitat aus: „Ich und mein anderes Leben“
Charaktere
Molly ist äußerst verletzlich, depressiv und auch sehr durcheinander. Sie ist mir gleich ans Herz gewachsen und hat meinen Beschützerinstinkt geweckt.
Hazel ist Mollys Schwester. Die Beiden stehen sich sehr nahe und Hazel versteht ihre Schwester deswegen blind. Ihr kann man nichts vormachen.
Clancy, Mollys Bruder, lebt ein bisschen zurück gezogen. Er versteht sich zwar mit seiner Schwester recht gut, an die Bindung, die die Schwestern zueinander haben, kommt diese Beziehung jedoch bei weiten nicht heran.

»Die Menschen, die wir lieben, gehen uns unter die Haut und krabbeln durch unsere Venen und finden ihren Weg in unser Herz. Sie verstopfen unsere Blutbahn und bringen unsere Atmung durcheinander und verheddern sich in unserem Körper wie Draht.«
Zitat aus: „Ich und mein anderes Leben“
Gesamt
Schon auf den ersten Seiten erzeugt Katrina Leno eine so riesige Spannung, dass es mir sehr schwer gefallen ist, das Buch überhaupt mal aus der Hand zu legen. Ich fand mich sofort in Molly wieder und konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren. Die gesamte Geschichte wird aus ihrer Sicht in der Ich-Form erzählt, was mir ihre Emotionen sehr nahe gebracht hat.
Man spürt förmlich, wie durcheinander das Mädchen ist, weil ihr immer mal wieder Bruchstücke aus der jüngsten Vergangenheit nicht mehr einfallen. Sie wacht an einem Ort auf, an dem sie sich eigentlich überhaupt nicht befunden hat. Ich klebte förmlich am Buch fest, weil ich unbedingt wissen wollte, warum sie sich nicht erinnern kann. Was steckt nur dahinter?
Das Buch ist sehr mysteriös. Man kommt nicht gleich auf die Auflösung, was mir außerordentlich gut gefallen hat. An manchen Stellen dachte ich, Licht ins Dunkel gebracht zu haben, doch schon auf der nächsten Seite fiel meine Taschenlampe wieder aus und ich stand erneut in der Finsternis. Diese geschickten Verwirrungen, die die Autorin somit in ihren Roman eingebaut hat, lassen die Spannung niemals abflachen und machen das Buch eigentlich zu einem Pageturner.
Eigentlich deshalb, weil mir doch noch ein Bisschen was gefehlt hat. Aufgrund der Kürze des Romans haben mir die meisten Figuren einfach nicht genug Farbe abbekommen. Sie wirkten im Gegensatz zu der Protagonistin leider viel zu blass und standen in ihrem Schatten. Aus diesen Grund konnte ich mit ihnen auch nicht besonders viel anfangen, was ich enorm schade finde. Besonders bei Mollys Bruder hätte ich mir noch mehr Input gewünscht.
Der Plot ist herausragend. Ich mag es sehr, wie Katrina Leno dieses ernste Thema umgesetzt hat. Sie findet stets die richtigen Worte, bringt die Dinge sehr schnell auf den Punkt, ohne groß in andere Gefilde abzuschweifen und hat dabei ein enorm hohes Tempo drauf. Kurz gesagt: Ihr Schreibstil ist phänomenal! Auch die eher düstere Stimmung, welche im gesamten Roman herrscht, hat mich total gepackt. Stellenweise war ich sogar erschrocken, welche Wendungen Mollys Geschichte genommen hat. Es ist nichts, wie es zu sein scheint und doch vielleicht so, wie man zu wissen glaubte…

Ich empfehle allen, die sich für dieses Buch interessieren, sich nicht die Kurzbeschreibungen im Netz durchzulesen, sondern nur auf den originalen Klappentext zurück zu greifen. Dies macht die Geschichte meiner Meinung nach noch viel spannender, weil man wirklich im Dunkeln tappt und einem nicht verraten wird, um was es überhaupt geht. Ich habe in meiner Kurzbeschreibung aus diesem Grund bewusst ein Bisschen was weggelassen.

In Kürze:
Positiv
Ich mochte den Schreibstil sehr.
Molly ist mir total ans Herz gewachsen,
sie wirkt echt.
Der gesamte Roman ist aus Mollys Sicht in der Ich-Form geschrieben.
Spannungsgeladen.
Viele Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte.
Ernstes Thema, fantastisch umgesetzt.
Hohes Tempo.
Negativ 
Aufgrund der Kürze des Romans haben die Charaktere in meinen Augen leider nicht genug Farbe abbekommen.
Fazit:
„Ich und mein anderes Leben“ beschäftigt sich mit einem ernsten Thema, welches sehr gut in dem Roman umgesetzt wurde. Es geht zu Herzen, ist ein bisschen erschreckend und von der ersten bis zur letzten Seite äußerst spannend.

                                                                                   Kitty 
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2 Comments

  • Lottasbuecher 24. März 2015 at 16:26

    Hallöchen liebste Kitty,
    hm. Ich glaube, so wie du das Buch beschrieben hast, dass es irgendwie nichts für mich ist. Auch wenn du es recht Positiv bewertet hast. Irgendwie spricht mich der Inhalt jetzt nicht so dringend an, dass ich das Gefühl habe, dass ich es lesen muss. Auch gut. xD Weniger Wunschbücher. 😀

    Liebst, Lotta

    Reply
    • Kitty 28. März 2015 at 13:38

      Schade, dass ich dich nicht überzeugen konnte. Ich denke nämlich schon, dass es dir auch gefallen könnte. 🙂
      Aber es gibt ja so viele Bücher, die man unbedingt haben muss, da kann ich es gut verstehen, wenn man an "so einem" vorbei geht. :-O
      *Drück dich*

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