Rezension:
Thomas Raab – Still, Chronik eines Mörders

Posted on 11. Februar 2015 by Dörte

Verlag: Knaur.
Autor: Website
368 Seiten

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Klappentext:

Nur eines verschafft Karl Heidemann Erlösung von der unendlichen Qual des Lärms dieser Welt: die Stille des Todes. Blutig ist die Spur, die er in seinem Heimatdorf hinterlässt. Durch sein unfassbar sensibles Gehör hat er gelernt, sich lautlos wie ein Raubtier seinen Opfern zu nähern, nach Belieben das Geschenk des Todes zu bringen. Und doch findet er nie, wonach er sich sehnt: Liebe. Bis er auf einen Schatz stößt. Ein Schatz aus Fleisch und Blut. Ein Schatz, der alles ändert.

Buchtrailer:

 

Meine Meinung:
Inhalt
Karl hat ein so sensibles Gehör, dass er alles viel deutlicher hört und dadurch immense Schmerzen bekommt. Schon als Baby schreit er in einem fort und niemand weiß, was der arme Junge hat. Seine Mutter denkt, ihr eigener Sohn liebt sie nicht und schreit ihn deswegen an, was schlimme Folgen hat.
Irgendwann wird Karl mit dem Tod konfrontiert. Die Stille, die er mit sich bringt, fasziniert Karl so sehr, dass er sich bald selbst, leise wie ein Raubtier, daran macht, einige Menschen in seiner Umgebung zu „erlösen“.

Bald kannte Karl die Abgründe seiner Mitmenschen, wusste von gespielter Freundlich- und gelebter Herzlosigkeit, wusste von öffentlichen Heiligen und privaten Tyrannen, wusste von offenbarter Gleichgültigkeit und heimlicher Liebe.
Zitat aus: „Still, Chronik eines Mörders“

Cover
Das Cover mag ich sehr. Es ist eher schlicht gehalten und passt meiner Meinung nach sehr gut zum Inhalt der Geschichte. Die Stille, die das Buch ausdrücken soll, ist gut auf dem Cover zu erkennen. Einziges Manko: Ich hätte eher dunklere Farben gewählt, weil diese Geschichte meines Erachtens noch besser spiegeln würden.

 

Die Wahrheit ist hungrig, frisst sich nimmersatt durch die Verborgenheit, bis sie sich unerwartet irgendwann herausbeißt ans Licht wie ein fetter Wurm, zu Boden plumpst, träge, unbeweglich liegen bleibt, vor aller Augen.
Zitat aus: „Still, Chronik eines Mörders“

Gesamt
Nachdem ich die Kurzbeschreibung zu diesem Buch gelesen hatte, war ich Feuer und Flamme und musste unbedingt erfahren, wie Thomas Raab diesen wundervollen Plot wohl umsetzen würde. Es schien für mich mal etwas komplett anderes zu werden. Nicht einfach nur einen Thriller, deren Aufbau sich meist nicht von anderen unterscheidet und bei dem es sich mit die Ermittlungen meist genau so verhält. Mal etwas völlig Neues, genau darauf habe ich mich gefreut.
Wie schon erwähnt, versprach der Plot diese Erwartungen auch völlig zu erfüllen, doch dann kam es leider komplett anders, als ich mir gewünscht habe.
Am Anfang war ich noch sehr interessiert, wie sich Karl weiter entwickeln würde. Thomas Raab beschreibt sehr gut, welches Leid der Junge wegen seinem sensiblen Gehör ertragen muss. Viele Dinge, die der Protagonist erleiden musste, haben mich zu Beginn berührt und mit ihm mitleiden lassen. Karl spricht nicht, kann sich so auch nicht mitteilen. Er lebt tagsüber im Keller, weil er alle normalen Geräusche so laut hört, dass es ihm Qualen bereitet. Und als wäre dies nicht schon genug, haben es die anderen Bewohner von Jettenbrunn auch noch auf ihn und seine Familie abgesehen – sie reden nicht gerade nett über sie. – Ja, er hat mir wirklich leid getan. Doch im Laufe der Geschichte drehte sich diese Empfindung in der Gänze. Ich verspürte keinerlei Mitleid mehr mit Karl, konnte mich zu keiner Zeit mit ihm identifizieren und seine Handlungen auch nicht nachvollziehen.
Die Geschichte fing an sich zu ziehen, das Lesetempo nahm ab…
… Was für mich wohl an dem eher gehobenen Schreibstil gelegen hat, den Thomas Raab an den Tag legt. Es fiel mir schwer durch die gehobene Sprache am Ball zu bleiben, weil sie für mich leider nichts war und ich ehrlich gesagt manchmal auch erst gar nicht wusste, was mir Thomas Raab jetzt eigentlich sagen wollte. An manchen Stellen fügt Raab auch Zitate bekannter Dichter ein, die die einzelne Situation noch untermauern sollen, doch da ich mich leider nicht wirklich für solche Klassiker begeistern kann, konnten auch diese meine Empfindungen, die ich beim Lesen an das Buch hatte, nicht aufwerten.

Ich denke, wäre ich mit dem Schreibstil zurecht gekommen, hätte ich ein ganz anderes Leseerlebnis und somit auch eine entsprechend andere Meinung zu dem Buch gehabt, denn die Geschichte an sich ist wirklich interessant. So wurde mir allerdings der Lesespaß genommen, da ich ab und zu nicht verstanden habe, was gemeint war und sich somit auch keine Spannung einstellen wollte.
Das Buch ist keinesfalls eins für zwischendurch, denn es lässt sich aufgrund der Schreibweise schon ziemlich schwer lesen.
Für mich war „Still, Chronik eines Mörders“ leider zu keiner Zeit wirklich spannend, denn es gab nichts, was mich irgendwie überrascht, oder neugierig darauf gemacht hätte, was Karl noch so alles erleben würde.

 

Fazit:
Positiv
Der Plot ist einsame spitze.
Das Cover gefällt mir auch.
Der Anfang der Geschichte hat mich noch überzeugen können.
Negativ
Die Schreibweise des Autors war leider absolut nichts für mich.
Es stellte sich keinerlei Spannung ein.
Die Umsetzung des Plots ist meiner Meinung nach nicht gut genug.
An manchen Stellen fand ich die Geschichte zu verwirrend.
Es fand für mich keine Identifikation zum Protagonisten statt. Nicht mal Sympathie habe ich für ihn empfunden.
Ich fand die Geschichte leider langweilig.
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8 Comments

  • TheReal Kaisu 11. Februar 2015 at 12:42

    Steffi & Ich sind also nicht die einzigen Leser, die nicht hellauf begeistert waren 😀
    Auch wenn irgendwie jeder ein wenig andere Kritikpunkte hat, am Ende läufts beim Stil zusammen 😉

    Reply
    • Kitty 13. Februar 2015 at 7:54

      Nein, seid ihr nicht. :-O Ich habe mich wirklich schwer getan mit dem Buch und Begeisterung schaut wahrlich anders aus. :-O
      GlG und ein schönes Wochenende
      Kitty ♥

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  • Nicole Wagner 11. Februar 2015 at 17:50

    Hallo Kitty,

    bisher habe ich mehr negative als positive Stimmen dazu gelesen und es reizt mich immer mehr. 😀 Schauen wir mal, in welche Richtung ich dann tendiere.

    Liebe Grüße,
    Nicole

    Reply
    • Kitty 13. Februar 2015 at 7:58

      Bei mir ist es genau andersherum: Ich habe mehr positive Meinungen gelesen, die mich noch neugieriger gemacht haben und natürlich auch meine Erwartungen in die Höhe getrieben haben. Aber wirklich was anfangen konnte ich letztendlich mit dem Buch leider nichts. :(Der Schreibstil war einfach so gar nicht meins, was ich echt schade finde, da ich den Plot im Grunde genommen echt mochte. Ist mal was anderes. Aber wie gesagt, für mich war der "Thriller" (Den ich noch nicht mal so betiteln würde) leider überhaupt nichts. 🙁
      GlG
      Kitty ♥

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  • Lotta Lunatic 15. Februar 2015 at 10:04

    Hallöchen meine Schöne!
    Uff. Also ich werde definitiv die Finger von diesem Buch lassen, das weiß ich jetzt schon. Ich hasse es, wenn die Idee und alles gut ist und der Schreibstil eine Katastrophe. So ging es mir ja damals auch mit "Totenfrau" vom Aichner. Schade, aber nicht zu ändern. Ich hoffe, dass es auch Leser gibt, denen das Buch gefällt. xD

    Liebst, Lotta

    Reply
    • Kitty 16. Februar 2015 at 15:16

      Es gibt sogar ziemlich viele, die das Buch richtig gut fanden und somit auch mit dem Schreibstil zurecht gekommen sind. :-O Aber für mich war das einfach mal so überhaupt nichts. Ich war ehrlich gesagt froh, als ich es endlich hinter mich gebracht hatte. :-/
      *drück dich*

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  • j125 21. Februar 2015 at 21:59

    Hallo,

    ich weiß nicht, das Cover finde ich irgendwie komisch. Keine Ahnung warum genau, aber es wirkt auf mich ein bisschen unprofessionell, als hätte das jemand selbst bei Photoshop gemacht. ^^

    Der Klappentext ist schon ganz faszinierend, kann mich aber auch nicht vollständig überzeugen. Für einen Platz auf der Wunschliste, bräuchte es da schon eine positive Rezension.

    Klingt so, als hätte ich anfangs auch Mitleid und Verständnis für Karl gehabt. Ich verstehe sehr gut wie das ist, wenn es um einen herum einfach zu laut ist. Und ich mein jetzt nicht so Rockkonzertlaut, sondern die alltäglichen Geräusche, wie zum Beispiel beim Tischdecken.

    Schade, dass es letztendlich kein so schönes Leseerlebnis war. Aber es kommen sicher wieder bessere Bücher 😉

    Grüße,
    Julia

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    • Kitty 22. Februar 2015 at 12:11

      Ich musste bei deinem ersten Absatz jetzt echt lachen. xD Wenn man es so betrachtet, ist da schon was dran, aber wie schon in meiner Rezi gesagt: Ich fand es eigentlich ziemlich passend, allerdings hätte ich es mir irgendwie dunkler gewünscht…
      Der Klappentext hat mich total überzeugt, aber leider mangelte es für mich an der Umsetzung. Ach ich weiß auch nicht, das war einfach nichts für mich. Leider!
      Du wirst lachen: Nach diesem Buch habe ich in der Tat nur gute, bis sehr gute Bücher gelesen. Zum Glück, denn meine wenige Lesezeit möchte ich ehrlich gesagt nicht mit Büchern verschwenden, die so gar nichts für mich sind. :-O
      GlG
      Kitty ♥

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