Rezension:
Jimmy Rice & Laura Tait – Das Beste, das mir nie passiert ist

Posted on 21. Februar 2015 by Dörte

 

Verlag: Dumont
Autoren: Verlagsseite
384 Seiten
Leseprobe

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Klappentext:
Beste Freunde und heimlich ineinander verliebt. Und das seit der Schulzeit. Bei Holly und Alex kam immer etwas dazwischen, und der perfekte Moment war nie da. Dann zog Holly nach London, um zu studieren, und Alex blieb allein in der Provinz zurück. Zehn Jahre später ist endlich die Zeit für eine Veränderung gekommen.
»Das Beste, das mir nie passiert ist« ist ein temporeicher und herzzerreißender Liebesroman, eine Geschichte über ein Paar, das nie zusammenkommt. Fast nie. Denn wenn eine zweite Chance für die erste Liebe greifbar ist, würde man sie doch niemals verstreichen lassen. Oder?
Meine Meinung:
Inhalt
Schon in der Schulzeit waren Holly und Alex die besten Freunde. Was niemand von dem anderen wusste: Sie waren heimlich ineinander verliebt. Doch nie kam die Sprache auf ihre Gefühle, so dass sich Holly irgendwann aus dem kleinen Ort nach London verabschiedete und Alex allein zurück ließ.
Elf Jahre später, wie das Schicksal es so will, treffen sie in London erneut aufeinander. Es ist, als wären sie niemals getrennt gewesen, denn noch immer ist die Chemie der Beiden absolut fantastisch. Das Problem: Holly befindet sich in einer Beziehung und auch Alex lernt schnell jemanden kennen.
Können sich die Zwei trotzdem noch zusammen raufen?

„Nutze deine Chance, Alex“, beendet Mr Henderson das Gespräch, während er aufsteht. „Manche Dinge passieren nur ein Mal.“
Zitat aus: „Das Beste, das mir nie passiert ist“

Charaktere
Holly weiß in jungen Jahren schon sehr genau, was sie in ihrem Leben einmal erreichen möchte. Sie ist zielstrebig und zeigt dies auch. Dabei wirkt sie allerdings niemals arrogant, oder überschätzt sich in irgendeiner Weise.
Alex hingegen hat nicht wirklich einen Plan, was er mal machen möchte. Er arbeitet schließlich als Lehrer und fühlt sich mit dieser Berufswahl auch sehr wohl.
Im Laufe der Geschichte verschieben sich die Charaktereigenschaften der Zwei ein bisschen. Aus der zielstrebigen Holly ist eine Frau geworden, die sich doch nicht mehr so sicher ist und aus Alex wird ein bodenständiger Mann, der mit beiden Beinen im Leben steht und mit seinen Entscheidungen auch glücklich ist.

 

„Glaubst du an das Schicksal, Al? Dass die Dinge so kommen, wie sie kommen müssen?“
Seltsam, dass sie so etwas fragt. […] „Ich glaube, dass jeder die Aufgabe hat, etwas Bestimmtes zu tun, einem bestimmten Weg zu folgen. Ob das nun Schicksal ist, weiß ich nicht. Ich denke, es ist nur ein Konzept, das die Leute benutzen, um den Dingen eine Bedeutung zu geben.
Was ist mit dir?“ […] „Ich denke, das Leben besteht einfach aus Tausenden von guten und schlechten Zufällen, die einen dahin führen, wo man ist. […] „
Zitat aus: „Das Beste, das mir nie passiert ist“

Gesamt
Gleich zu Beginn möchte ich sagen, dass mir die Gliederung des Buches außerordentlich gut gefallen hat. Abwechselnd wird aus der Sicht von Holly, oder Alex in der Ich-Form erzählt. Zudem springen die Ich-Erzähler immer mal wieder in der Zeit. Mal wird darüber gesprochen, was in der Jugendzeit der Protagonisten geschehen ist und mal sind wir wieder in der Gegenwart und können live miterleben, was die Charaktere gerade so treiben. Wie sie leben, wen sie leben und ob sie ihre Ziele erreicht haben. Oft kommen solche Zeitsprünge abgehackt rüber und stören den Lesefluss, doch die Autoren lasse alles fließend ineinander übergehen, so dass man niemals aus der eigentlichen Geschichte gerissen wird. Ich fand es sehr interessant, wie die Protagonisten die einzelnen Ereignisse selbst gesehen haben.
Leider fiel es mir am Anfang nicht sehr leicht, mich mit Alex und Holly zu identifizieren. Ich fand beide eher ein bisschen zu blass geraten und wirklich ans Herz gewachsen sind sie mir auch nicht. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass es mir oft alles viel zu viel war. Wie oft sie umeinander rumschlichen, ohne dass sie sich endlich zu ihren Gefühlen bekannt haben. Vereinzelt wurde mir auch zu sehr um den heißen Brei herumgeredet. Ich wollte wissen, ob sie vielleicht doch noch die Kurve kriegen und nicht ständig von Alex´ bestem Freund seine neuesten Eroberungen präsentiert bekommen. Wo ich auch schon bei einem weiterem Punkt angekommen bin, der mir nicht gefallen hat: Kev. Ich kam mit seiner Art absolut nicht zurecht und fand es zum großen Teil echt nicht witzig, was er von sich gegeben hat. Leider musste ich ihn ziemlich oft „ertragen“, da er ja nun mal der beste Freund von Alex ist. Was ich absolut nicht verstanden habe ist, warum Alex überhaupt mit ihm befreundet ist, denn eigentlich ist er selbst nicht sehr begeistert von dem Charakter seines Freundes. Warum also diese Freundschaft aufrecht erhalten?
Auch mit Holly konnte ich ziemlich lange nicht wirklich was anfangen. Sie war mir etwas zu naiv und außerdem habe ich die Holly vermisst, die in ihrer Jugend genau wusste, was sie wollte. Davon ist in der Gegenwart leider nichts mehr zu sehen. Zwar schlummern tief in ihrem Inneren immer noch ihre Träume, die sie schon so lange träumt, aber was mich echt genervt hat war, dass sie sie einfach weiter in ihrer Schublade gelassen hat, und sich nicht mehr dran gemacht hat, sie zu erreichen.
Trotz des wirklich guten Schreibstils der zwei Autoren, der für mich spritzig, flüssig und gut lesbar gewesen ist, haben sie es bei mir persönlich leider nicht geschafft, mir die Emotionen der zwei Protagonisten näher zu bringen. Ich fand einzelne Situationen zwar schon sehr süß, allerdings habe ich das große Gefühls-Feuerwerk doch schon sehr vermisst, was ich gerade bei einem solchen Genre sehr, sehr schade finde.
Zu dem Ende kann ich nur eines sagen: Es ist absolut vorhersehbar und wurde mir ein bisschen zu schnell abgehandelt. Hier hätte ich mir doch noch ein bisschen mehr Informationen gewünscht, wie es nun weiter geht. Dadurch, dass man das gesamte Buch spannend verfolgt, weil man wissen möchte, ob sich die Beiden nun doch noch kriegen, oder eben nicht, was mir das Ende im Verhältnis zu dem Rest der Geschichte einfach zu kurz.

„Das Leben ist das, was passiert, während du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen“
Zitat aus: „Das Beste, das mir nie passiert ist“
Fazit:
Positiv
Ich mochte Alex sehr gerne und kann es sehr gut verstehen, dass sich Holly in ihn verliebt hat.
Der Schreibstil ist flüssig. Das Buch lässt sich leicht und schnell lesen.
Die Protagonisten erzählen diese Geschichte abwechselnd aus ihrer Sicht in der Ich-Form.
Keine der Zeitsprünge stören in irgendeiner Weise den Lesefluss, oder den -Spaß.
Stellenweise fand ich die Geschichte sehr süß.
Die meisten Situationen empfand ich als sehr realistisch.
Negativ
Holly war mir leider öfter mal nicht sehr sympathisch.
Kev ist mir total auf die Nerven gegangen.
Vorhersehbares und zu kurz geratenes Ende.
Emotionen kamen fast gar nicht bei mir an.
Dir hat der Beitrag gefallen? Dann mach doch auch andere darauf aufmerksam!

4 Comments

  • Lotta Lunatic 21. Februar 2015 at 18:46

    Hallöchen meine liebe Kitty,
    ich habe mit Erstaunen deine Rezension gelesen und kann gar nicht fassen, dass wir mal nicht einer Meinung sind. Das ist ja wirklich unglaublich. Die Emotionen kamen bei dir nicht an? Oh man ich habe dieses Buch geliebt. Vielleicht stumpfe ich langsam ab? Ich habe irgendwie in letzter Zeit nur gute Bücher gelesen. xD Zumindest habe ich, glaube ich, in letzter Zeit kein Buch unter Note 3 bewertet.

    Liebst, Lotta

    Reply
    • Kitty 22. Februar 2015 at 11:56

      Ganz ehrlich? Ich konnte es auch nicht fassen, dass ich mich so schwer mit den Buch getan habe. Dabei möchte ich jetzt nicht sagen, dass es mir nicht gefallen hat, aber es waren leider ein paar Baustellen, die mir ein bisschen die Freude an der Geschichte genommen haben. Ganz besonders den besten Freund konnte ich so gar nicht ab. :-/
      Ich glaube eher, dass ich vielleicht abstumpfe, weil es mich so gar nicht erreicht hat, was die Emotionen angeht. Bei dir kamen sie ja an. :-O
      Bei dem nächsten Buch sind wir uns bestimmt wieder einig. :-O
      :-*

      Reply
  • j125 21. Februar 2015 at 22:13

    Hello again,

    ich wollte ich jetzt mal schlafen, aber da kam gerade die Mail über diese Rezension und da muss ich dann grad mal meine Meinung kundtun, denn: Vom Klappentext erinnert mich das ja mal so sehr an "Für immer vielleicht"…
    Sogar der Kerl heißt gleich.

    😀 Mich würde ja mal interessieren, von wem das Abschlusszitat wirklich ist. Muss ich gleich mal nachschauen. In "Argus" von Jilliane Hoffman steht es nämlich genauso drin. Ah, falls es dich interessiert: Stammt aus einem Lied von John Lennon 😉

    Deiner Rezension nach, ist die Handlung dann doch ein bisschen anders als "Für immer vielleicht", da ja auch die Begebenheiten anders sind, aber irgendwie erinnert es mich schon dran, muss ich sagen.

    Einen schönen Sonntag wünsche ich,
    Julia

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    • Kitty 22. Februar 2015 at 11:58

      Ich habe das Buch vor Ewigkeiten gelesen und kann mich da ehrlich gesagt gar nicht mehr so genau dran erinnern. *schäm* Aber stimmt, der Prota heißt wirklich gleich. Das ist mir gar nicht aufgefallen.
      Leider kann ich dir auch nicht sagen, von wem das Abschlusszitat wirklich stammt. Ich meine mich dran erinnern zu können, dass da nichts weiter stand. Hm.
      Danke, den wünsche ich dir auch. :-*

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