Rezension:
Cassandra Clare & Holly Black – Der Weg ins Labyrinth

Posted on 13. Dezember 2014 by Dörte

 
Reihe: Magisterium #1
Verlag: One
Seiten: 332
Autor/in: Cassandra Claire / Holly Black

 

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Callum ist ein kleiner Trottel. Was er macht geht meist schief, was ihm bei mir jede Menge Sympathiepunkte eingebracht hat. Sein Umfeld reagiert eher weniger begeistert auf ihn: Er wird oft geärgert, sogar zusammen geschlagen und meist nur belächelt, wenn er wegen seinem schlimmen Bein angehumpelt kommt. Im Laufe der Geschichte entwickelt sich Callum jedoch und wird von vielen, zurecht, nicht mehr nur belächelt.
Wie viele andere auch, habe ich mir dieses Buch gekauft, weil es hieß, es sei ein neuer Harry Potter. Da ich ein Potter Fan durch und durch bin, musste ich mich natürlich davon überzeugen, ob die vielen Stimmen Recht behalten haben, oder ob ich vielleicht doch ganz anderer Meinung bin…
Am Anfang kamen mir tatsächlich ein paar Dinge in den Kopf, die man mit dem großen Zauberer von J.K. Rowling in Verbindung bringen könnte, diese zerschlagen sich allerdings wieder ziemlich schnell. Hier geht es um Callum und nicht um Harry. Wenn man sich dies bewusst macht und sich von der Geschichte des Harry Potters lösen kann, wird man in eine zauberhafte und durchweg spannende Geschichte gezogen.
Callum, wie auch sämtliche Nebendarsteller, ist den Autorinnen vorzüglich geglückt. Er besitzt einen starken Charakter, der allerdings keinsfalls überzeichnet wirkt. Callum hat Probleme mit seinem Bein. Der Beginn seines Leidens spielte in seiner früheren Kindheit und wird im Laufe der Geschichte noch zutage kommen. Durch sein Handycap ist er nicht wirklich angesehen in der Schule und lebt eher zurückgezogen bei seinem Vater. Dieser predigte ihm schon von Kindesbeinen an, dass die Magier allesamt böse sind. Natürlich ist unser Protagonist ein guter Sohn und nimmt die Warnungen seines Vaters bitter ernst. Er versucht alles, um nicht ins Magisterium zu kommen, doch selbst seine Trotteligkeit schützt ihn vor seiner Bestimmung nicht.

Aaron setzte zu einer Unterhaltung an, doch Tamara und Call waren zu gelangweilt, um mehr als ein Grunzen beizusteuern. Hin und wieder hoben sie nun jedoch alle gleichzeitig den Kopf und lächelten das geheime Lächeln wahrer Freundschaft. Einer erschöpften Freundschaft, die dennoch ehrlich gemeint war

Die Vorgeschichte, bis Callum endlich ins Magisterium kommt, hat mir genau so gut gefallen, wie die Zeit in seinem ersten Jahr. Sind die Kids erstmal in „Den Tunneln“ angekommen, steigt die Spannung von Seite zu Seite immer mehr ins Unermessliche. Ich war wie verzaubert an das Buch festgenagelt und habe es fast in einem Rutsch durchgelesen, weil es so unglaublich interessant war. Die vielen Vergleiche zu Harry Potter kann ich nur bedingt verstehen. Klar, auch Callum hat seine Freunde, die ihm treu ergeben sind (und er ihnen) aber einen wirklichen Vergleich kann man hier überhaupt nicht ziehen, da es zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe sind.
Was die Freunde alles magisches erleben und wie sich der Protagonist entwickelt war äußerst gut und plausibel erklärt, sowie beschrieben. Ich konnte mich gut in Callum hineinversetzten, weil er alles aus seiner Sicht in der Ich-Form erzählt. Ich habe mit gelitten und mit gelacht, wenn er mal wieder etwas raus gehauen hat und ich war erschüttert, was für Wendungen diese Geschichte parat hatte.
Der erste Teil des Magisterium hat mich auf ganzer Linie überzeugt und ist zweifellos eins meiner absoluten Highlights in diesem Jahr. Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte, fiel mir wieder ein, warum ich Cliffhanger so abgrundtief verabscheue, denn jetzt heißt es wieder warten, bis der neue Teil endlich erhältlich ist. Und das nach diesem unfassbar gemeinem Ende.

„Die Magier sind nicht das, was sie vorgeben zu sein. Die Magie, die sie dich lehren, ist gefährlich. [,,,] Auch wenn es dir Spaß macht…“
Calls Vater betonte das Wort Spaß, als wäre es vergiftet, „und auch wenn du dort Freunde findest, darfst du nicht vergessen, dass du für dieses Leben nicht geschaffen bist. Sobald es irgendwie geht, musst du die Flucht ergreifen.“

Der Schreibstil ist absolut top. Man kann das Buch nicht mehr zur Seite legen, wenn man einmal damit angefangen hat, denn es ist von der ersten bis zur letzten Seite absolut spannend. Callum ist absolut sympathisch. Er hat hier und da eine kleine Macke, die ihn allerdings total liebenswert machen. Unfassbar überraschende Wendungen haben mich sprachlos gemacht. Trotz gemeinem Cliffhanger für mich ein absolutes Highlight!

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11 Comments

  • Lotta Lunatic 13. Dezember 2014 at 17:59

    Hallöchen meine liebste Kitty,
    Hach.. nun wenn du dieses Buch mit der Bestnote bewertest und einfach nichts negatives finden kannst, dann muss ich es wohl lesen! Ich war lange Zeit hin und her gerissen ob ich es lesen soll oder nicht, aber du hast mich jetzt überzeugt. Ich werde es lesen, na gut und falls ich es nicht lesen werde, werde ich es hören. Ich werde mir auf jeden Fall den Inhalt zu Gemüte führen. 😀
    Ich hoffe es geht dir gut. 🙂 & wünsche dir einen schönen dritten Advent.

    Liebst, Lotta

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    • Kitty 19. Dezember 2014 at 11:58

      Liebes ♥ Da hast du ja einen wahnsinns Kommentiermarathon hingelegt. Danke! ♥
      Ich war mir auch erst unsicher, ob ich das Buch lesen soll, oder nicht. Wie man sieht, habe ich mich letztendlich dafür entschieden und es keinesfalls bereut. Klar, es gibt schon die ein oder andere Gemeinsamkeit, was Potter angeht, allerdings sind es meiner Meinung nach echt zwei unterschiedliche paar Schuhe. Ich bin mir sicher, es wird dich auch begeistern können. Wer Potter mag, wird auch Magisterium mögen. Man muss sich eben nur darüber im Klaren sein, dass es eben nicht ein neuer Potter ist, sondern was eigenständiges.
      Ja es geht mir gut——> Bis auf den ganzen Weihnachtsstress. :o) Ich hoffe, dir geht´s auch gut?

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  • j125 14. Dezember 2014 at 11:06

    Hallo Kitty,

    dann bin ich jetzt gespannt ob du mich von dem Buch überzeugen kannst 😉

    Gerade weil es so wie Harry Potter sein soll, was ja schon der Klappentext deutlich macht, glaube ich, dass das Buch eher nichts für mich ist. Ich würde wahrscheinlich zu sehr vergleichen und könnte Magisterium nicht als etwas Eigenständiges sehen.

    Callum klingt aber nach einer sehr tollen Person, die ich bestimmt mögen könnte.

    Ich muss sagen, überzeugt hast du mich nicht ganz, aber immerhin bleibe ich nicht mehr dabei, dass das Buch absolut nichts für mich ist. Ich denke, ich werde mal weitere Rezensionen lesen und dann könnte das Buch zumindest ein Vielleicht-Kandidat sein 😉

    Liebe Grüße,
    Julia

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    • Kitty 19. Dezember 2014 at 12:01

      Na, immerhin habe ich es geschafft, dass du das Buch nicht mehr verbannst, sondern auf die Vielleicht Liste gesetzt hast. Das ist ja schon mal ein Anfang. :-O
      Wenn du wirklich Schwierigkeiten damit hättest, es als was Eigenständiges zu sehen, könnte es wirklich so sein, dass es eher nichts für dich ist. Aber vielleicht kommt es ja auch anders.
      Ich kann jedenfalls nur für mich sprechen: Ich konnte mich von Harry Potter lösen und somit die Geschichte auch echt genießen.
      Kannst du es dir vielleicht irgendwo mal ausleihen, dass du es zumindest mal anlesen kannst, um zu schauen, ob es was für dich ist?
      GlG
      Kitty ♥

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    • j125 26. Dezember 2014 at 16:04

      Ich suche mal nach einer Leseprobe und dann gibt es das sicher irgendwann mal in der Stadtbücherei auszuleihen. Vielleicht wird es dann was 🙂

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    • j125 29. Dezember 2014 at 18:00

      Mh, eigentlich hatte ich ja schon geantwortet, aber die Antwort ist wohl irgendwo im Blogger Nirwana verschwunden. Nun ja.
      Ich denke ich suche mal eine Leseprobe und vielleicht gibt es das Buch irgendwann mal in der Bücherei zum Ausleihen 🙂

      Reply
  • Nicole Wagner 23. Dezember 2014 at 15:19

    Hallo Kitty,

    so viel Begeisterung liest man ja nicht oft, wenn es um dieses Buch geht. Ich schaue es mir auf jeden Fall näher an, machst mich einfach neugierig und jetzt ist es weiter rauf auf der WL gerutscht.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    • Kitty 23. Dezember 2014 at 21:05

      Na, da habe ich mein Ziel ja erreicht. :-O
      Aber mal im Ernst: Wenn man sich von Harry Potter lösen kann und nicht gleich alles mit dem Zauberer vergleicht, ist das Buch echt absolut toll. Man muss sich auf die Geschichte einlassen. Darauf, dass es was anderes ist, als in Hogwarts zu sein.
      Ach, ich freu mich echt schon sehr auf den zweiten Teil. 🙂
      GlG
      Kitty ♥

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  • Kurz-Rezension:Cassandra Clare & Holly Black - Die silberne Maske - Books and Family 27. Juni 2018 at 10:45

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