Rezension:
Susanna Ernst – Das Leben in meinem Sinn

Posted on 5. September 2014 by Dörte

 


 

Knaur. | 368 Seiten | Kaufen
Auf den ersten Blick kreuzen sich die Lebenswege der Schauspieler Ben Todd und Sarah Pace zum Dreh einer neuen Fantasy-Serie nur zufällig. Beide merken schnell, dass sie mehr verbindet als Freundschaft, aber Sarah ist glücklich mit dem Vater ihrer Tochter verlobt. Doch während sie gemeinsam alle Produk­tionsphasen der Serie erleben, eröffnen sich Ben und Sarah bald schon ungeahnte Wege, und die Ereignisse um sie herum scheinen sich auf einmal zu überschlagen. Eigentlich ganz in ihrem Sinn … oder?

 

 

 

 

 

Als sie an der Blüte schnuppert, frage ich mich, ob es eine evolutionäre Begründung für die einheitliche Reaktion von Frauen auf Blumen gibt. Blume – Nase rein. Das scheint ein angeborener weiblicher Reflex zu sein.

 

 

 

Im Buch erzählt von Kapitel zu Kapitel immer ein anderer der Protagonisten aus seiner Sicht die Geschichte, was grundsätzlich in meiner bevorzugten Erzählweise, der Ich-Form geschieht. So schafft es die Autorin den Protas die nötige Tiefe zu geben und sie einen somit ans Herz zu legen. Diese Strukturierung hat mir sehr gut gefallen, denn ich mag es gern, auch die Sicht von anderen Charakteren in einer bestimmten Situation zu erfahren.
Ben und Sarah bilden den Kern der Geschichte und um diese beiden handelt das gesamte Buch. Aber auch die Nebencharaktere, wie z.B. die Nanny von Sarahs Tochter, oder der beste Freund und Produzent von Ben kommen zu Wort. So erfahren wir selbst von ihnen, was in ihrem Leben neben der Serie „Das Leben in meinem Sinn“ geschieht.
Es gefällt mir wirklich außerordentlich gut, wie Susanna Ernst jedem ihrer Figuren die nötige Farbe hat zukommen lassen und was für spezielle und tolle Charakter sie so erschaffen hat.
Leider konnte mich die Geschichte jedoch nicht so sehr von sich überzeugen. Die gesamte Farbe, die Susanna Ernst ihren Charakteren gegeben hat, ist meiner Meinung nach in der Geschichte an sich ein bisschen zu kurz gekommen. Mir haben nach einer Weile die Emotionen gefehlt, die ich in ihren anderen Werken stets abgefeiert habe. Bislang blieb beim Lesen ihrer Romane für mich kein Auge trocken. Das war bei „Das Leben in meinem Sinn“ leider komplett anders. Es geht meist um die Serie und die Beziehung zwischen Ben und Sarah. Als gewisse Dinge geschehen sind, konnte ich die Handlungen der Protagonistin nicht mehr nachvollziehen. Sie wurde mir sogar ein wenig unsympathisch.

Und der Autor, von dem ich nie zuvor gehört oder gelesen habe, schafft es mit seinem Schreibstil dankenswerterweise, mich binnen weniger Sekunden in eine vollkommen andere Welt zu entführen, in der meine Probleme und mein Schlechtes Gewissen keine Rolle mehr spielen. Das eigene Leben auszublenden mag keine Lösung sein, aber es kann extrem gut tun.

Ich hätte sie in solchen Situationen gerne geschüttelt, um sie wieder zur Vernunft zu bringen. Die Verbindung der Protas tritt irgendwann auf der Stelle und da die Serie gerade einem Streik zum Opfer fiel und deshalb pausieren muss, passiert gar nichts mehr. Es plätschert so vor sich hin und zieht sich gar wie Kaugummi in die Länge. Das hat mich sehr enttäuscht, weil ich es einfach nicht von Susanna Ernst gewohnt bin. Ich habe es in diesem Abschnitt auch nicht mehr verstanden, was Ben an Sarah so toll findet. Warum möchte er unbedingt mit ihr zusammen sein? Besonders eine Szene, auf die ich nicht näher eingehen möchte, war für mich sehr an den Haaren herbei gezogen. Ben macht dort etwas, was so überhaupt gar nicht zu ihm passt. Ich war regelrecht erschrocken, als ich diese Szene erreicht hatte. „Was ist nur mit ihm los?“, habe ich gedacht.
Diese negative Veränderung von Bens Charakter war zum Glück nur in dieser einen Szene so erschreckend. Glücklicher Weise hatte er sich danach wieder im Griff und den Platz in meinem Herzen wieder sicher. Doch das genügte mir irgendwie nicht. Zwar konnte ich mich mit dem Protagonisten identifizieren, der Rest war für mich jedoch nichts Halbes und nichts Ganzes. An erster Stelle haben mir die Emotionen gefehlt, wenn die Funken zwischen Ben und Sarah hin und her flogen. Gerade bei einer solchen Geschichte sind mir diese sehr, sehr wichtig. Ich war schlicht enttäuscht darüber, dass Susanna Ernst mich diesmal nicht überzeugen und packen konnte.

Gott, die beiden sind so unglaublich süß, dass ich Gefahr laufe, wegen Überzuckerung zu kollabieren, wenn ich noch länger hier stehen bleibe und ihnen zusehe. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, ihre Geschichte möge ein gutes Ende nehmen. In welcher Art auch immer.

Leider ist es Susanna Ernst diesmal nicht gelungen, mir Schmetterlinge in den Bauch zu zaubern, oder mir Tränen der Rührung in die Augen zu transportieren, denn die Emotionen kamen zu keiner Zeit bei mir an. Wenn die Serie im Buch pausiert, pausiert auch die Beziehung zwischen Ben und Anna. Das empfand ich ziemlich langweilig. Das machen der gute Schreibstil, der interessante Plot und die tiefsinnigen Protagonisten  leider auch nicht mehr wett.

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4 Comments

  • AnnA 5. September 2014 at 12:22

    Schade das dich die autorin immer überzeugen konnt nur da nicht …. Aer deine rezi ist sehr gut geschrieben
    LG Anna

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    • Kitty 6. September 2014 at 3:41

      Ich war, bzw. bin auch ein bisschen enttäuscht darüber, dass es mich emotional nicht so gepackt hat, wie ihre anderen Bücher. 🙁
      Dankeschön. 🙂
      GlG
      Kitty ♥

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  • Anne 6. September 2014 at 17:09

    Hey:)

    Eine schöne Rezension, nur schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte. Finde, der Klappentext klingt ja echt gut und das Cover ist echt schön, aber naja…kommt nicht auf die Wunschliste;)

    Toller Blog übrigens, das Design gefällt mir sehr! Werde bestimmt öfters mal vorbeischauen;)

    LG
    Anne

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    • Kitty 7. September 2014 at 22:41

      Huhu 🙂
      Ja, ich war auch echt enttäuscht. Bin es nicht von der Autorin gewohnt, dass mich ein Buch von ihr so gar nicht berührt. 🙁

      Danke schön. 🙂 Würde mich sehr freuen, mal wieder was von dir zu lesen. 🙂
      GlG
      Kitty ♥

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