Rezi: Marissa Meyer – Wie Blut so rot, Luna Chroniken #2

Posted on 15. Juni 2014 by Dörte




Reihe: Luna Chroniken #2
Verlag: Carlsen
Seiten: 432
Preis: 19,90€

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Achtung: 2. Teil der Reihe! 

 

 

Zwei ganze Wochen ist Scarlets Großmutter nun schon verschwunden. Entführt? Tot? Die Leute im Dorf sagen, sie sei sicher abgehauen. Sie sei ja sowieso verrückt. Aber für Scarlet ist Grandmère alles – von ihr hat sie gelernt, wie man ein Raumschiff fliegt, Bio-Tomaten anbaut und seinen Willen durchsetzt. Dann trifft Scarlet einen mysteriösen Straßenkämpfer – Wolf. Er fasziniert sie; doch kann sie ihm trauen? Immerhin: Die reißerischen Berichte über Cinder und das Attentat auf Prinz Kai hält Wolf ebenso wie sie für Quatsch. Aber irgendein Geheimnis verbirgt der Fremde …

 

 

Scarlet steuerte gerade die Gasse hinter dem Gasthaus Rieux an, als ihr Portscreen auf dem Beifahrersitz summte und eine Computerstimme meldete: „Tele für Mademoiselle Scarlet Benoit von der Dienststelle für Vermisste Personen.“

 

 

 

Inhalt
Scarlett macht sich große Sorgen um ihre Omi, die bereits seit drei Wochen verschwunden ist. Da es überhaupt nicht ihre Art ist, versucht ihre Enkelin nun alles, um sie wiederzufinden. Auf ihrem Weg trifft sie auf Wolf, der anbietet ihr bei der Suche zu helfen. Doch Wolf ist irgendwie ein komischer Kauz. Scarlett ist sich nicht sicher, ob sie ihm vertrauen kann…
Währenddessen geht die Geschichte ebenfalls mit Cinder weiter. Nachdem sie nun erfahren hat, wer sie in Wirklichkeit ist und was sie alles kann, versucht sie nun diese Gabe und das Wissen zu ihrem Vorteil auszunutzen. Wird es ihr gelingen? Und was ist mit Scarlett? Wird die Suche nach ihrer Großmutter von Erfolg gekrönt werden?

Sie hatte sogar Scarlets achtzehnten Geburtstag verpasst, obwohl sie schon die Zutaten für Scarlets geliebten Zitronenkuchen gekauft hatte.

Zitat aus „Wie Blut so rot“

Charaktere
Scarlet macht alles, um ihre Großmutter wieder zu finden. Sie scheut auch nicht davor zurück mal ihre Fäuste zu gebrauchen, wenn es um das Wohl ihrer Oma geht. Scarlet steht mit beiden Beinen im Leben und weiß genau was sie will, oder was sie nicht will. Für mich ist diese Protagonistin ein sehr sympathischer Charakter.
Wolf ist total undurchschaubar. Scarlett weiß nicht so recht, ob sie ihm vertrauen kann, oder nicht. Er scheint ein merkwürdiger Geselle zu sein. Dass er gerne mal auf öffentlichen Kämpfen mitmischt, ist ihr ein Dorn im Auge.
Cinder sehen wir in dieser Geschichte ebenfalls wieder. Ich bin beeindruckt und positiv überrascht, wie sie sich im Gegensatz zum ersten Teil gemausert hat. Sie ist eine richtige Kämpferin geworden, die trotzdem ihr Herz auf dem richtigen Fleck hat. Manchmal habe ich bei ihr aber auch noch einen Funken Unsicherheit gespürt.
Thorne begleitet Cinder. Er war mir sogar der liebste Charakter in diesem Buch. Es ist herrlich, wie tollpatschig er ist und was er nicht alles so von sich gibt.

„Ich habe inzwischen den Eindruck, dass du mich wieder anschießen würdest, wenn du meinst es würde Michelle vielleicht helfen.“
Sie blinzelte zu ihm hoch, fast überrascht, wie nah sie einander waren. „Stimmt“, sagte sie. „Aber das heißt noch lange nicht, dass es mir danach nicht leid tun würde.“

Zitat aus „Wie Blut so rot“   

Gesamt
Schon der Einstieg verlief für mich ebenso problemlos wie zuvor der in „Wie Monde so silbern“. Marissa Meyer kann wirklich bezaubernd schreiben und so schafft sie es auch immer wieder mich mit ihrer märchenhaften Welt zu verzaubern. Zudem sind die einzelnen Charaktere weiter ausgearbeitet worden und auch neue hinzugekommen.
Neben Scarlets Suche nach ihrer Großmutter Michelle, um damit zwei neue Charaktere zu benennen, konnte ich mich auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen: Cinder und Kai sind ebenso wieder mit von der Partie, wie Iko, die für mich schon im ersten Teil zu einer absoluten Sympathieträgerin geworden ist.
Die zwei verschiedenen Handlungsstränge werden abwechselnd in der dritten Person erzählt und wechseln zwischen Scarlet, Cinder, Kai und auch noch anderen Personen hin und her. So bekommt man einen leicht verständlichen Einblick in den weiteren Verlauf der Geschichte. Die Wechsel werden in einem gesunden Maß praktiziert, so dass sich nichts abgehackt anfühlt, oder man gar ins Schleudern gerät, weil man gerade nicht mehr mitkommt.
Gekonnt verbindet Marissa Meyer die beiden Geschichten der Protagonisten. Wo Scarlet ihre beginnt, geht die von Cinder weiter, bis sie irgendwann zu einer einzigen verschmelzen. Der Weg dorthin führt über viele verschiedene, spannende Wege, in denen wir einige neue Charaktere kennen und lieben lernen. Besonders Thorne ist mir positiv in Erinnerung geblieben. Er ist ein gutmütiger, etwas trotteliger Geselle, der eigentlich nur den Mund aufmachen musste,damit ich ein Lächeln im Gesicht hatte. Er kam mir, wie die anderen Darsteller ebenso, unfassbar real rüber und hat wegen seiner gesamten, sympathischen Art sofort einen großen Platz in meinem Herzen gefunden.
Hervorheben möchte ich, wie gut es mir gefallen hat, dass die Autorin auch Dinge anspricht, über die man sich mal Gedanken machen sollte. Mein besonderes Augenmerk lag da auf die Nachrichten, die überall gesendet wurden und über deren Wahrheitsgehalt man streiten könnte. Auch im realen Leben sollte man sich vielleicht mal darüber den Kopf zerbrechen, was wirklich Tatsachen entspricht, oder eher nur Hörensagen ist. Genau so verhält es sich mit Vorurteilen: Meiner Meinung nach ist es um einiges besser, sich selbst ein Bild zu machen, als sich von anderen beeinflussen zu lassen und einfach mal eben das nachzuplappern, was weniger Schönes über jemanden gesagt wird. Diese doch etwas ernstere Thematik mit dem Roman und dieser fantasievollen Geschichte zu verbinden, ist der Autorin wirklich wunderbar gelungen.
Ebenso gut gefallen hat mir die Antagonistin „Levana“. War sie mir im ersten Teil schon absolut zuwider, hat sich dieses im zweiten Teil sogar noch gesteigert. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal eine solche Abscheu für einen Gegenspieler empfunden habe. Levana ist wirklich die Boshaftigkeit in Person. Beim Lesen fiel es mir schwer mich zusammen zu reißen, wenn erneut die Sprache auf sie kam. Ich war so mit Scarlet und Cinder verbunden, dass es mir schwer fiel nicht aus der Haut zufahren, wenn ich gelesen habe, was Levana mal wieder angestellt hatte.

 

„Wie Blut so rot“ ist genau so ein guter Roman, wie es schon sein Vorgänger „Wie Monde so silbern“ gewesen ist. Marissa Meyer entführte mich erneut in die märchenhafte Welt, wo ich mich einfach von der Geschichte treiben ließ. Die Charaktere sind alle wunderbar ausgearbeitet. Cinder hat sich sehr gut weiter entwickelt, aber auch die neuen Personen schließt man sehr schnell ins Herz.
Der Roman ist spannend, lustig, manchmal aber auch traurig. Einmal begonnen lässt es einen nicht mehr los.
Nach dem offenen und sehr gemeinen Ende kann ich es jetzt kaum noch erwarten das Finale in den Händen zu halten.
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3 Comments

  • _-Cinderella-_ 15. Juni 2014 at 11:17

    Huhu 🙂

    Ich habe zwar nur das Fazit gelesen (weil ich das Buch selbst noch lesen will), aber ich denke, dass die Rezi schön geschrieben ist wie immer 😉 Ich habe den ersten Band geliebt und ich gehe davon aus, dass der zweite mir genauso gut wie dir gefallen wird. Auf die neuen Charaktere, besonders auf Scarlet bin ich schon gespannt, da sie einigen sogar noch besser gefallen haben soll als Cinder (die ich schon möchte ;D). Nach "Wie Sterne so golden" wird in 2015 der vierte Band auf englisch erscheinen und soll "Winter" heißen. Ich bin mal gespannt, wie schnell wir den zu leben bekommen 😉

    Liebe Grüße *drück dich*
    Jenny

    Reply
    • Kitty 17. Juni 2014 at 4:00

      Danke Liebes. :*
      Du hättest aber ruhig alles lesen können, denn ich spoiler nicht. 😉
      Oh, ich wusste gar nicht, dass es nach "Wie Sterne so golden" noch einen vierten geben soll. Das ist ja großartig ♥ ☺
      Werde das wenn ich Feierabend habe gleich mal in der Rezi mit einbringen.
      Hab einen schönen Tag, Süße.
      GLG
      Kitty ♥

      Reply
    • _-Cinderella-_ 20. Juni 2014 at 18:06

      Ja, auch wenn es noch ein bisschen dauern wird, bis dann der vierte Band erscheint. Aber das schaffen wir schon 😉 (uns bleibt ja nichts anderes übrig ;D)
      Danke, ich wünsch dir ein schönes und besonders lesereiches Wochenende 🙂

      GLG

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