Rezi: Hollis Seamon – Einer da oben hasst mich

Posted on 21. Mai 2014 by Dörte





Verlag: Cbt
Seiten: 256
Leseprobe: Hier
Preis: 14,99€ 

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Klappentext

Lasst mich lieben, bevor ich sterbe!

Eigentlich ist der 17-jährige Richard ein ganz normaler Teenager – doch er hat Krebs und verbringt die letzten Tage seines Lebens in einem Sterbehospiz. Trotz dieses »Einer-da-oben-hasst-mich-Syndroms«, wie Richard es selbst nennt, hat er seinen Lebensmut nicht verloren und tut alles dafür, so viel wie möglich aus der ihm verbleibenden Zeit zu machen: Sei es, sich Privatsphäre zu verschaffen, wo es eigentlich keine gibt, zu Halloween verkleidet durch die Straßen zu fahren oder die Nähe der 15-jährigen und ebenfalls sterbenskranken Sylvie zu suchen …

Der erste Satz
Ich will euch nichts vormachen.

 
Meine Meinung

Inhalt
Richard ist 17 Jahre alt und hat sich mit seinem Schicksal abgefunden. Er wird sterben. Doch anstatt sich hängen zu lassen und einfach zu in den Tag hinein zu leben hat er sich dazu entschlossen, wirklich alles aus der restlichen Zeit zu holen, die ihm noch bleibt. Er lässt sich von seinem Onkel in eine Bar „entführen“, hält seine Pfleger auf Trapp und verliebt sich in die ebenfalls schwer erkrankte Sylvie… 


„Ich habe das EDOHM-Syndrom. Es ist ein Akronym.“ Viele wissen nicht, was ein Akronym ist, aber ich warte immer ein bisschen, bevor ich sie aufkläre: „Ich habe das Einer-Da-Oben-Hasst-Mich-Syndrom.“

Seite 15

Charaktere
Richard lässt gern den starken Jungen raus hängen, doch tief in seinem Inneren hat er sehr große Angst vor dem, was noch auf ihn zukommen wird: Der Tod. Er überspielt seine Angst, indem er Witze über das Unvermeidliche macht. Die Gefühle, die er durchlebt haben mich sehr berührt und tief getroffen.
Sylvie ist ein aufgewecktes Mädchen. Sie hat keine Angst zu sterben, denn sie ist der felsenfesten Überzeugung, dass sie die Krankheit besiegen wird. Sie ist so unfassbar stark für ihr Alter, dass ich sie sehr bewundert habe. Sylvie weiß genau was sie will und setzt dies auch durch.
Das alles ist nicht so schlimm. Aber einen ganzen Tag verpassen, so als hätte er gar nicht stattgefunden? Das ist wirklich eine Tragödie.

Seite 208
Gesamt
Richard möchte keine einzige Sekunde die ihm noch bleibt verschwenden und sein restliches Leben in vollen Zügen genießen. Die Gefühle, die er dabei hat, habe ich ihm die ganze Zeit über abgenommen. Tief in seinem Inneren hat er sehr große Angst vor dem Tod, was natürlich auch sehr nachvollziehbar ist, doch diese Ängste zeigt er niemandem, außer Sylvie. Die Emotionen, die die Beiden füreinander haben sind so frisch und so zart wie eine Knospe kurz vorm Erblühen. Ich habe mehrmals einen dicken Kloß im Hals gehabt, bei Stellen wo das Pärchen miteinander spricht, sich berührt, oder ansonsten Zeit miteinander verbringt. Eine solche Art von Liebe ist etwas völlig Neues für sie, doch leider geht es bei ihnen eben niemals darum bis ins hohe Alter zusammen bleiben zu können. Diesen Gedanken hatte ich während des Lesens ständig im Kopf. Er zog sich wie eine dicke schwarze Wolke durch das gesamte Buch. Dabei geht es in diesem Buch eigentlich überhaupt nicht ums Sterben, sondern ums Leben. Weder Richard noch Sylvie haben sich eingeigelt und erwarten nun ihr Ende. Nein, sie unternehmen viel gemeinsam und kosten jede einzelne Sekunde aus.
Ein ganz großes Thema zwischen den Beiden ist ihr „Erstes Mal“. Ich musste an einigen Stellen echt lachen, denn in einem Hospiz ist es verständlicher Weise nicht gerade einfach mal für sich sein zu können. Was ihnen einfällt, wie sie es trotzdem irgendwie schaffen können, fand ich wirklich amüsant.
Hinzu kommt, dass ich mich sehr gut mit Richard identifizieren konnte, da er alles aus seiner Sicht erzählt. Außerdem spricht er den Leser auch direkt an, was mir sehr gut gefallen hat.
Neben den Protagonisten haben ebenfalls ganz viele andere Charaktere einen großen Teil in der Geschichte eingenommen. Nehmen wir Richards verrückten Onkel, der ein bisschen crazy ist. Leider fand ich seine Art zu reden manchmal ein bisschen anstrengend, weil es mir so vorkam, als würde er mit einem vier Jahre altem Kind reden und nicht mit einem fast 18-Jährigen jungen Mann.
Den Vogel schießt aber eindeutig seine Oma ab. Sie ist ein so herzlicher und liebevoller Mensch, dass ich sie gleich nachdem sie aufgetaucht ist, sofort gemocht habe. So eine Oma sollte wirklich jeder haben!

Eine Sache gibt es, die mich bis jetzt noch beschäftigt. Und dies ist das Verhalten von Sylvies Vater. Ich möchte unter keinen Umständen spoilern, aber dennoch erklären, warum es mich gestört hat:
Auf eine Art und Weise konnte ich verstehen, wie er in manchen Situationen reagiert hat. Aber auf der anderen Seite empfand ich es als überzogen. Ich kann (und will) mir beim besten Willen nicht vorstellen, das ein erwachsender Mann jemals so handeln könnte, wie er es getan hat. Das war drüber und das ging für mich einfach überhaupt nicht!

Fazit
Mir hat „Einer da oben hasst mich“ gefallen. Zwar ist es nicht so emotional gewesen, wie ich eigentlich gedacht habe, dennoch hat mich diese Geschichte total gepackt, was dem tollen Schreibstil der Autorin zu verdanken ist. Sie hat es geschafft mir das Gefühl zu geben, dass Richard seine Geschichte wirklich selbst aufgeschrieben hat. Es hat mich berührt zu lesen, wie ein schwer kranker Junge sein restliches Leben plant und unter keinen Umständen auch nur eine Sekunde verschwenden möchte. Außerdem hat es mich selbst auch nachdenklich gemacht. Ich finde man sollte nicht nur wenn man krank ist sein Leben in vollen Zügen genießen und die Zeit ausnutzen, die man noch hat, sondern ebenfalls, wenn man kern gesund ist. Schließlich kann man nicht wissen, wann es letztendlich einmal vorbei sein wird.
„Einer da oben hasst mich“ handelt davon zu leben und doch wird es die ganze Zeit von der dicken, dunklen Wolke namens „Tod“ überschattet.
Ich denke, man sollte dieses Buch nicht mit John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ vergleichen, denn es ist anders. Es ist auf eine andere Art und Weise gut – Und es beschäftigt mich immer noch.

Lässt einen auch nach dem Lesen noch drüber nachdenken

Kitty 
♥lichen Dank an Cbt!
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10 Comments

  • bookexperiences 22. Mai 2014 at 9:12

    Alleine dein Fazit klingt schon sehr interessant. Ein bisschen Bammel habe ich ja schon vor der Geschichte, aber neugierig bin ich trotzdem.

    Liebste Grüße
    Juliana

    Reply
    • Kitty 22. Mai 2014 at 11:16

      Musst keine Angst vor der Geschichte haben. Es ist wirklich süß geschrieben. Ich habe es gern gelesen.
      GLG
      Kitty ♥

      Reply
  • Nadine Stumm 22. Mai 2014 at 9:39

    Das Buch klingt total schön 🙂 Es juckt mich jetzt in den Fingern 😀

    Tolle Rezi Süße :*

    Reply
    • Kitty 22. Mai 2014 at 11:17

      Na dann, auf auf. Kaufen! 😉
      Danke, Liebes.
      :*

      Reply
  • Lotta Lunatic 22. Mai 2014 at 9:40

    Hallöchen meine Liebste 😀
    Ich finde du hast eine wirklich tolle Rezension zu diesem Buch gezaubert 😉
    Mich könntest du davon überzeugen dieses Buch zu lesen,.. wenn ich es nicht schon gelesen hätte xD <3
    Ich wünsche dir einen tollen Tag :*

    Liebst, Lotta

    Reply
    • Kitty 22. Mai 2014 at 11:18

      Vielen Dank, Süße.
      Wie du weißt, ist es mir verdammt schwer gefallen dieses Buch zu rezensieren. So ernste Themen finde ich eh immer schwer zu bewerten. Hat ewig gedauert, aber das weißt du ja auch schon. 😉
      Ich wünsche dir auch einen tollen Tag :*
      GLG
      Kitty ♥

      Reply
  • Sunangel 22. Mai 2014 at 17:48

    Das klingt nach einem Buch für mich! Vielen dank für die Rezension.
    Ich finde deinen Blog übrigens wunderschön und bin gleich Leserin geworden!
    Liebe Grüße
    Sonja

    Reply
    • Kitty 23. Mai 2014 at 10:39

      Dann bin ich ja schon gespannt, wie es dir gefallen wird. Freut mich, dass ich dir durch meine Rezension das Buch ans Herz legen konnte. 🙂
      Vielen Dank auch für das nette Kompliment und herzlich Willkommen in meinem kleinen "Bücherparadies". 🙂
      GLG
      Kitty ♥

      Reply
  • Michaela Gutowsky 23. Mai 2014 at 12:04

    Hey,
    danke für Deine Rezi 🙂
    Das Buch ist auf meiner Wunschliste und nun bin ich ein klein ewnig vorgewarnt das es nicht ganz so emotional ist 🙂
    LG und ein schönes Wochenende,
    Ela

    Reply
    • Kitty 24. Mai 2014 at 21:51

      Gerne. 🙂 Trotz der nicht so riesigen Gefühle ist es aber trotzdem sehr lesenswert, wie ich finde. Bin schon gespannt, wie es dir gefallen wird.
      Die auch ein schönes Wochenende und
      GLG
      Kitty ♥

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