Rezension:
Judith Winter – Siebenschön

Posted on 29. Januar 2014 by Dörte

 


Capelli und Zhou #4 | 432 Seiten | Dtv | Autorin | Leseprobe | Kaufen

 „Theo hat versagt. Erstaunt blickt Christina Höffgen auf. Wer um Himmels willen ist Theo? Sie liest weiter. Du solltest Dich lieber beeilen. Die Adresse ist: Fordstraße 237. Ach übrigens: Ihr Name ist Jennifer. „Der rätselhafte Brief lässt Christina nicht mehr los. Gemeinsam mit ihrem Mann fährt sie zu der angegebenen Adresse, auch wenn sie nicht daran glaubt, dort tatsächlich eine Jennifer zu finden. Ein großer Irrtum. Die Abteilung für Kapitaldelikte der Zentralen Kriminaldirektion Frankfurt am Main spannt die beiden Kommissarinnen Emilia Capelli und Mai Zhou zusammen, um die bizarrste Mordserie aufzuklären, die die Stadt je erlebt hat. Unterschiedlich wie Tag und Nacht, misstrauen die beiden Frauen einander auf Anhieb. Doch wohl oder übel müssen sie sich zusammenraufen, denn bald jagen sie einen gewissenlosen Serienkiller, der seine Morde als grausige Themenwelten inszeniert. Und sein „Werk“ ist noch nicht vollendet.

 

 

 

Emilia, kurz „Em“ genannt, ist eine ziemlich harte Person mit einem weichen Kern. Sie hat sich die vielen Jahre, die sie schon in der Abteilung für Kapitaldelikte arbeitet, einen großen Namen gemacht und versteht es sich unter den vielen männlichen Kollegen durchzusetzen. Sie ist sehr selbstbewusst, was man an ihrem Verhalten erkennen kann. Mit ihr möchte ich mich persönlich niemals anlegen müssen. Manche ihrer Kollegen behaupten sogar, dass sie nicht mit Frauen könnte, was Em aber rigoros von sich abweist.
Mai ist hingegen das komplette Gegenteil von ihrer neuen Kollegin. Sie ist freundlich, zuvorkommend und auch ein bisschen in sich gekehrt. Die große Klappe, die Em zweifelsfrei besitzt, hat Mai nicht. Sie ist der ruhige Part des Duos und dazu auch noch unglaublich intelligent. Trotz ihrer Schüchternheit macht ihr so leicht niemand etwas vor. Mai ist nicht auf den Mund gefallen, wenngleich sie sich anders ausdrückt als Em. Und außerdem betreibt sie einen Kampfsport. Ich war gleich ab der ersten Seite total gefesselt von „Siebenschön“. Sobald ich mich von dem wundervollen Cover trennen konnte und das Buch aufgeschlagen hatte, war ich sofort hin und weg. Judith Winter kann unglaublich gut schreiben. Die Spannung, die sich mit jeder Seite noch gesteigert hat, war meistens für mich schon fast nicht auszuhalten. Immer passiert irgendetwas. Ständig hat sie mir andere Gedanken durch den Kopf gejagt und mich so auch stets auf die falsche Fährte gelockt. Alles, was vielleicht „logisch“ wäre, oder womit man gerechnet hätte, wurde einfach mal eben so im Keim erstickt und schon ging das Rätselraten von Neuem los. Die Wendungen haben mich erschüttert, mir mehrmals eine Gänsehaut beschafft und mich auch ab und zu mal atemlos zurück gelassen.

„Du musst es wollen. Dann erreichst du es auch. Verstehst du? Tief in dir drin darf es kein Wenn und kein Aber geben. Nicht die leiseste Spur. Sonst kannst du die Sache von vornherein vergessen.“

Die gesamte Geschichte ist absolut phantastisch durchdacht. Es gibt nichts, was nicht wirklich so hätte passieren können, wie Judith Winter es niedergeschrieben hat. Manche Stellen, in denen der Killer vorkommt, haben mir sogar eine Gänsehaut bereitet, weil ich zugegeben ein bisschen Angst bekommen habe.
Das Buch wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Zum Einen ist da natürlich das Ermittler-Duo Em und Mai. Die Zwei sind einfach wunderbar. Em hat so eine unglaublich toughe Art an sich. Ich habe sie auf der Stelle gemocht. Sie hat es schon nicht leicht, mit so vielen Kerlen an einem Arbeitsplatz zu sitzen. Doch wie sie sich dort durchsetzt ist echt toll. Mai, die im Gegensatz zu ihrer Kollegin eher die zurückhaltende Person ist, hat es mir auch sofort angetan. Anfangs hat sie mir echt Leid getan, weil Em es ihr wirklich nicht leicht macht und sie auch nicht so toll behandelt.
Hinzu kommen verschiedene Sichtwechsel, von z.B. den Opfern und diversen anderen Charakteren, die ich nicht nennen möchte, weil ich sonst zu viel verrate.
Trotz das die Geschichte nicht in der „Ich“-Form erzählt wurde, fiel es mir erstaunlich leicht, mich in jede einzelne Person hinein zu versetzen. Ich habe mit jedem mit gelitten. Sei es Opfer, oder Ermittler, oder alle anderen, die noch hinzu kamen. Natürlich war ich mehr bei dem Ermittler-Duo vereint, aber ebenfalls bei den Nebencharakteren war ich stets mittendrin.
Dies ist vielleicht auch ein Grund, warum ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bis ich letztendlich alles gelesen hatte. Jetzt, nachdem ich weiß, wie es ausgeht, bin ich immer noch genau so begeistert, wie noch zu Beginn der Geschichte. Es ist von vorne bis hinten durchweg ultra spannend geschrieben. Dazu sorgt die ein oder andere Stelle, dass es mir eiskalt den Rücken runter gelaufen ist und ich schon ein bisschen Angst bekommen habe. Diese Tatsachen stehen alle für einen wirklich sehr gelungenen Thriller, welchen Judith Winter mit „Siebenschön“ zweifellos erschaffen hat.

Wir sind so leicht zu täuschen in diesen Zeiten. Wir verlassen uns auf ein Geräusch, ein Display, die Stimme des Navigationsgerätes, einen Lebenslauf bei Facebook. Und in Wahrheit ist nichts so, wie es scheint.

„Siebenschön“ ist ein von Grund auf gelungener Thriller, in dem an Spannung weiß Gott niemals mangelt. Es gibt eigentlich gar nichts, was irgendwie vorhersehbar war. Ständig hat Judith Winter neue Überraschungen parat gehabt, mit denen ich absolut nicht gerechnet habe. Die Idee, warum, wieso, weshalb der Killer so handelt, hat mich auch völlig überzeugt. Wie das Buch im Ganzen. Ich bin entzückt darüber, dass es wohl noch mehr Teile von Em und Mai geben wird, denn bei dem Klappentext steht: „Der erste Fall für Emilia Capelli und Mai Zhou“. Nachdem ich wirklich total begeistert von diesem Thriller bin, werde ich auf jeden Fall auch die anderen Bücher von diesem Ermittler Duo lesen. Fitzek Fans, so wie ich einer bin, werden „Siebenschön“ lieben. Ein Satz, den das Buch beschreibt: Diesen Thriller, muss man unbedingt lesen!“

Die Reihe: Siebenschön | Lotusblut | Sterbegeld | Finsterwald

 

 

 

 

 

Ich danke herzlich Vorablesen und dem DTV für die Bereitstellung dieses Leseexemplares!

 

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6 Comments

  • Lotta Lunatic 29. Januar 2014 at 16:45

    Hey meine Hübsche 😀
    Na das ist ja mal eine Buch Empfehlung, an der ich quasi nicht vorbei gehen kann ;D
    Wenn es wirklich was für Fitzek Fans ist, dann ist dieses Buch ja ein MUSS für mich 😀 !
    Ich werde es definitiv im Auge behalten 😉

    Liebst, Lotta

    Reply
    • Kitty 30. Januar 2014 at 5:16

      Das solltest du auch. Ich denke, es wird dir genau so gut gefallen, wie mir. 🙂
      Bin schon total gespannt, wann es wohl bei dir einziehen wird. 🙂
      Kitty ♥

      Reply
  • Jeanne D'arc 29. Januar 2014 at 19:16

    Hört sich wirklich toll und vor allem spannend an!
    Dann MUSS ich es ja fast lesen auch wenn ich bis jetzt noch nie einen Fitzek gelesen habe und somit nicht weiß ob ich Fitzek Liebhaber bin!?

    Liebe Grüße
    Jeanne

    Reply
    • Kitty 30. Januar 2014 at 5:17

      Das ist es auch. Es ist unglaublich toll und unglaublich spannend.
      Noch nichts von Fitzek gelesen? Dann auf auf. 😉
      Ich denke, wenn du "Siebenschön" toll findest, wirst du die Bücher von Sebastian Fitzek auch mögen – und andersherum. Versuch es einfach mal. 😉
      Kitty ♥

      Reply
  • Chrissi 30. Januar 2014 at 21:53

    Guen Abend Kitty,

    Ich finde ja schon alleine das Cover ist ein absoluter Hingucker!
    Vielleicht bekomme ich das die Tage dann auch mal in die Finger!

    Liebe Grüße
    Chrissi

    Reply
    • Kitty 31. Januar 2014 at 17:55

      Nicht nur das Cover ist ein absoluter Hingucker, sondern die Story allgemein ist einfach unglaublich gut. 🙂
      Wenn du es einmal in deinen Fingern hattest, gibst du es nicht mehr her. 😉
      Kitty ♥

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